Sigrid Weigel: Schuld (Ver) Schreibungen

22. November 2018 von Thomas Huebel

Der Vortrag erörtert Spuren der Schuld in der Nachfolge von Zweitem Weltkrieg und Shoah – insbesondere in Rücksicht auf deren Fortschreibungen im literarischen Gedächtnis und im Diskurs der nachfolgenden Generationen. Dabei wird das prekäre Erbe als eine historische Form der Schuldverschreibung betrachtet und so der Blick auf das Wechselverhältnis von Schuld und Schulden im trans-generationellen Transfer gelenkt. Der Rekurs auf Szenen bei Shakespeare und Heine erhellt den kultur­geschichtlichen Horizont des Zusammenhangs von Geld und Genealogie.

Sigrid Weigel: ehemalige Direktorin des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (Berlin), verfasste zahlreiche Publikationen zur deutschsprachigen Literatur und Kulturwissenschaft (Freud, Warburg, Benjamin, Scholem, Arendt, S. Taubes), zur Säkularisierung und Bildtheorie. Einen Forschungsschwerpunkt bilden Konzepte des Erbes, der Überlieferung und des Gedächtnisses – unter anderem in der Nachgeschichte des Holocaust.

Publikationen (Auswahl): Ingeborg Bachmann. Hinterlassenschaften unter Wahrung des Briefgeheimnisses (1999); Genea-Logik (2006); Märtyrer-Porträts (Hg. 2007); Heinrich Heine und Sigmund Freud (2010); Walter Benjamin: Die Kreatur, das Heilige, die Bilder (2008); Grammatologie der Bilder (2015).

Der Vortrag von Sigrid Weigel fand als Zweite Wendelin Schmidt-Dengler Lecture am 18. Oktober 2018 im WUK statt - in Erinnerung an den im September 2008 verstorbenen Wiener Germanisten Wendelin Schmidt-Dengler.

Eine Veranstaltung des Vereins für Neugermanistik

Mit freundlicher Unterstützung der MA7, Kulturabteilung der Stadt Wien/Wissenschaft.

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