(01) Die Entdeckung Derridas (La découverte de Derrida)

28. Januar 2011 von Franz Kaltenbeck

Vortrag von Franz Kaltenbeck: Die Entdeckung Derridas

Mehrere Psychoanalytiker – vor allem René Major und Jacques Trilling - orientierten sich am Werk Jacques Derridas, hatte sich dieser Philosoph doch schon in seinem Buch Die Schrift und die Differenz (1967) intensiv mit Freud auseinander gesetzt. Michael Turnheim wurde aber ganz besonders von seiner Derrida-Lektüre bewegt. Das ist umso bemerkenswerter, als ihn zwanzig Jahre vorher seine Übertragung auf Lacan nach Paris geführt hatte. Wie war er auf Derrida gestoßen? Was war da geschehen, als er um das Jahr 1995 Derrida entdeckte, den Philosophen, den er später in seinen Wiener Vorlesungen neben Freud und Lacan als seine dritte Hauptreferenz einsetzte? Welche Konsequenzen lassen sich aus der Begegnung ziehen? Um dieses Geschehen – im freudschen Sinn (1) – zu erörtern, werde ich Turnheims Arbeiten aus den Jahren 1994-2001 neu lesen.

(1) S. Freud, « Formulierungen über die zwei Prinzipien des psychischen Geschehens », in Studienausgabe, Band III, Frankfurt 1975, S. 17-24.

Franz Kaltenbeck

Psychoanalytiker in Paris und Lille sowie am Centre Hospitalier Régional de l'université de Lille. Arbeiten zur Klinik, Theorie und Geschichte der Psychoanalyse, sowie zur modernen Literatur und Kunst . Chefredakteur von La Cause Freudienne (1994-1996) und, seit 2000, von Savoirs et clinique. Revue de psychanalyse. Unterrichtet Theorie und Klinik der Psychoanalyse, sowie Psychoanalyse und Kriminologie. Mitherausgeber von Trauma und Erinnerung. Trauma and Memory. Cross Cultural Perspectives (Passagen, Wien 2000) und Sigmund Freud - Immer noch Unbehagen in der Kultur? (diaphanes, Berlin 2009). Beiträge zu Sammelbänden und Katalogen, zum Beispiel: Experiments with Truth. transitional Justice and the Process of Truth and Reconciliation (Documenta 11, Plattform 2) (Hatje Cantz, 2000) und: Sous la direction de Raoul Moati, Autour de Slavoj Zizek. Psychanalyse, Marxisme, Idéalisme Allemand, in Actuel Marx, puf, 2010. Buchveröffentlichung: Reinhard Prießnitz der Stille Rebell. Aufsätze zu seinem Werk. Literaturverlag Droschl, Graz, Wien, 2006.

La découverte de Derrida

Plusieurs psychanalystes – avant tout René Major et Jacques Trilling – se sont orientés grâce à l’œuvre de Jacques Derrida. Ce philosophe n’a-t-il pas décortiqué la pensée de Freud dans son livre L’écriture et la différence (1967) ? Michael Turnheim a été particulièrement touché par sa lecture de Derrida. C’est d’autant plus remarquable que c’est son transfert sur Lacan qui l’avait amené, vingt ans auparavant, à Paris. Comment en est-il arrivé à Derrida ? Que s’est-il passé lorsqu’il a découvert, autour de l’année 1995, Derrida, le philosophe qu’il a institué à côté de Freud et de Lacan comme l’une des références principales de son travail ? Qu’est-ce qui s’est ensuivi de cette rencontre ? Afin d’interroger cet événement – au sens freudien (1), je relirai les travaux de Turnheim des années 1994 -2001.

(1) S. Freud, « Formulierungen über die zwei Prinzipien des psychischen Geschehens », in Studienausgabe, Band III, Frankfurt 1975, S. 17 – 24.

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