Menschenbild im Rahmen einer ökonomischen Spieltheorie

5. Februar 2016 von Sára Bereczki

Vortrag am 10.Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Philosophie, Innsbruck. http://www.uibk.ac.at/ipoint/blog/1326563.html

Mein Vorhaben zielt ab auf eine sprachphilosophische Betrachtung des Spielbegriffes, densich das Modell der Spieltheorie nach Oskar Morgenstern und John von Neumann, für dieBezeichnung ihres Modells entlehnt und mit dessen Hilfe das theoretische Modell – dasheute im Feld ökonomischer Überlegungen Verwendung findet – für sich in Anspruchnimmt, die Lebenswirklichkeit (dazu zählen Handlungen und Entscheidungen) vonzwei- bis millionen von Menschen in deren Anwendungspraxis zu beschreiben, um inweiterer Folge ideale Gesellschaftsverhaltensweisen zu modellieren. Als Grundlagentexteder Betrachtung dienen Wittgensteins Spätwerke, die philosophischen Untersuchungen,Texte über Gewissheit und die Philosophie der Mathematik. Bei meiner Frage handeltes sich, präzise gefasst, um eine wissenschaftstheoretische Fragestellung, inwiefern dasheutige Konzept ökonomischer Überlegungen und Strategien durch einen vorgefasstenBegriff geprägt ist, unter der Annahme (dem Wittgensteinschen turn folgend), dass dieBedeutung aus der Pragmatik der Verwendungsweise von Begriffen erwächst und nichtaus Analytik und Semantik alleine: Die Bedeutung bestimmter Begriffswelten wird durchderen Verwendung, die Art und Weise, wie wir sie verwenden und anwenden vorgegeben,nicht ausschließlich auf analytischem Wege. Ich begebe mich also in die Tradition vonAnsätzen, die das Feld der Theorie nicht getrennt von ihrer Auswirkung auf die Praxis betrachten und frage in einem weiteren Schritt nach der Rationalitätsauffassung, die unmittelbar aus der Verwendungsweise des Spielbegriffes erwächst und als normativer Maßstabauf die Handlungsweisen von Subjekten übertragen wird. Angelehnt an das Motto desKongresses „Mensch-sein. Fundament, Imperativ oder Floskel“ lautet meine These, dass eineDimension des Mensch-seins keine Floskel, sondern vielmehr einen normativen Imperativ an Gesellschaften darstellt, der auf deskriptiven Theorieansätzen beruht und an dieVerantwortung der spielenden, sich verhaltenden Subjekte innerhalb komplexer Märktegegenüber der Schöpfung appellieren soll, insofern eine kritische Theorie sich an die Gesellschaft, als die Gesamtheit von Menschen verstanden, richtet.

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