Das Empire (1)

9. April 2003 von Sebastian Reinfeldt

Sebastian Reinfeldt mit Joachim Hirsch in einem Werkstattgespräch über das Empire"Empire" - das ist für Antonio Negri und Michel Hardt keine Metapher, sondern ein kommender politischer Begriff. Er bezeichnet das Heraufkommen einer flexiblen Ordnungsvorstellung und einer Herrschaftsweise, die den Planeten umspannt. Über das Buch "Empire" und seine praktischen und theoretischen Konsequenzen in den Zeiten des Irakkriegs diskutiert Sebastian Reinfeldt mit Joachim Hirsch (Frankfurt/M.). Dieser ist einer der wenigen undogmatischen Marxisten, die noch an einer Universität in Deutschland lehren und forschen. In dem Gespräch werden einige der theoretischen Hintergründe des Buchs aufgehellt und seine Schwächen und Stärken benannt. Der Irak-Krieg wird dabei weniger als ein singuläres Ereignis gesehen, sondern er markiert den Beginn einer neuen Epoche (und nicht die Geburt der neuen Supermacht USA). Diese Epoche ist gekennzeichnet von Auseinandersetzungen um die Grundlagen der dominanten kapitalistischen Produktionsweise: etwa um die natürlichen Ressourcen, die knapp werden wie: Öl, Wasser und Natur. Ihre politische Form ist noch völlig offen. Momentan überkreuzen sich zwei Logiken, die militärische, in der politische Kräfteverhältnisse gewaltförmig bereinigt werden, und die Logik universeller Menschenrechte, in der es darum geht, diese durch entsprechende Verfahren zu hegen, wobei das Einsetzen dieser Verfahren durchaus mittels Gewalt geschieht.Biuchtipp: Tonio Negri, Michael Hardt, Empire, Frankfurt/M.: 2002: Campus. Gesendet am 09.04.2003

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