VO Recht und Moral: Kant und Kelsen

VO Recht und Moral: Kant und Kelsen

So wie die Kantische Rechtslehre als klassische Position des Vernunftrechts gilt, kann Kelsens Reine Rechtslehre hinsichtlich des Rechtspositivismus als Klassiker des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden. Die Gegenüberstellung der beiden Autoren soll ermöglichen, die Charakteristika ihrer beiden unterschiedlichen Konzeptionen von Recht und Moral zu erfassen, ihre kontroversen Thesen mit Argument und Gegenargument nachzuvollziehen und sie in verschiedene Problemkontexte zu setzen. Leitfaden dafür soll der Begriff des Rechts sein. Während dieser bei Kant als das Verhältnis der Willküren unter einem Gesetz der Freiheit bestimmt wird, ist er bei Kelsen durch den Rechtssatz definiert, der einer Zwangsnorm eine Sanktion folgen lässt. Grund und Garant des Rechts ist bei Kant die Vernunft, bei Kelsen der Gesetzgeber (und formal: die leere Grundnorm). Unweigerlich zeichnen sich also schon in der Bestimmung des Rechtsbegriffs die großen kontroversiellen Punkte von Vernunftrecht und Rechtspositivismus ab: auf der einen Seite das Spannungsverhältnis von Moral und Recht und auf der anderen Seite das Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit. Dazu kommen Fragen nach der Erkennbarkeit von Werten, der Sein-Sollen Frage (naturalistischer Fehlschluss), und der Kontingenz oder Einsehbarkeit von Rechtsnormen. Die VO beginnt mit einer Einführung in die Grundzüge von Kants Moral- und Rechtsphilosophie (Grundlegung, Kritik der praktischen Vernunft, Metaphysik der Sitten) und widmet sich im zweiten Teil Kelsens Reiner Rechtslehre, wobei zur Ergänzung auch seine Schriften zur Demokratie und Gerechtigkeit herangezogen werden sollen. Darüber hinaus soll auch behandelt werden, inwiefern sich Kelsen trotz aller Oppositionen zur Kantischen Rechtslehre als Neukantianer versteht.

12 Folge

Anzeigen:
Seite 1 von 2
Seite: 1 2 »
Feeds:
MediaCore Video Plattform
Mission Team Contribute Impressum