„Als das Wünschen nicht geholfen hat“ – Urszene, Ödipuskomplex und Familienroman in Zeiten assistierter Reproduktion

17. November 2019 von andrea

Karin J. Lebersorger

„Als das Wünschen nicht geholfen hat“ – Urszene, Ödipuskomplex und Familienroman in Zeiten assistierter Reproduktion

In den westlichen Industrieländern kommen bei ca. 2 % aller Neugeborenen assistierte Reproduktionstechnologien mit steigender Tendenz zum Einsatz. Erfüllt sich der Kinderwunsch auf diesem Weg, werden allen Beteiligten komplexe psychische Integrationsleistungen abverlangt.

Noch bedarf es zur Erzeugung eines Kindes gemäß Freuds Urphantasie zweier gegengeschlechtlicher Gameten. Das ödipale Dreieck wird je nach Methode um einen bis viele bedeutsame Andere erweitert, die eine reale Grundlage für Phantasien über Familienbeziehungen bilden.

Psychoanalytisches Verständnis für die bewusste und unbewusste familiäre Dynamik zeigt auf, unter welchen Bedingungen reproduktionsmedizinische Behandlung kindliche Bedürfnisse und Rechte wahrt und somit a priori keine potentielle Belastung für die Eltern-Kind-Beziehungen darstellt.

Die Sigmund Freud Vorlesungen 2018 sehen sich die Fragestellungen aus psychoanalytischer Sicht näher an. Die Texte zu den Vorträgen sind 2018 im gleichnamigen Band erschienen.

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