Vom Objekt zum Abjekt. Verschlingende und ausspuckende Mütter - traumatisierte Töchter

29. Juli 2016 von andrea

Marianne Springer-Kremser

Vom Objekt zum Abjekt. Verschlingende und ausspuckende Mütter - traumatisierte Töchter

Die Auswirkungen früher oral-sadistische Vorstellungen und der vielen Bedeutungen und Facetten der Abjektion (Kristeva 1982): wie das Nicht-respektieren von Grenzen, Rollen, Positionen, das Zerstören von Identität, System und Ordnung, wie es Patientinnen von ihren Müttern erlebten, tauchen in Analysen/analytischen Therapien von Frauen in unterschiedlichen Zusammenhängen auf. Die Bilder, die kleine Mädchen von ihren Müttern haben, und wie diese in der erinnerten Fantasie von Patientinnen präsent sind, beschreiben Verschlingendes, Zerstörendes, das eigene Leben Gefährdendes und jedes Begehren Strafendes. Die frühe, orale Ambivalenz (Abraham), mit der Muttermilch der kleinen Tochter eingeflößt, scheint ein Schlüssel zum Verstehen der problematischen Auswirkungen zu sein, welche diese persistierenden Fantasien einer Existenz zwischen verschlungen und verstoßen werden – oft gleichzeitig - für Körperlichkeit und Sexualität im Leben der Frauen haben. Diesen gegenüber gestellt werden angstbesetzte Wünsche, Fantasien und Begehren von Frauen, die mit fragwürdiger Indikation, aber verschlingender Gier, Fruchtbarkeitstechnologie in Anspruch nehmen.

Eine überarbeitete Fassung dieses Vortrags findet sich in Elisabeth Skale, Sabine Schlüter, Ulrike Kadi (Hg.): Lust. Verschlingen. Alles Sigmund-Freud-Vorlesungen 2015. Wien: Mandelbaumverlag 2016.

Die Sigmund Freud Vorlesungen sind eine Veranstaltung der Wiener Psychoanalytischen Akademie.

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