Aktualneurosen - alte/veraltete? Grundlagen zum Verständnis sogenannter "Psychosomatischer Erkrankungen"

25. Oktober 2015 von andrea

Thomas Schuster

Aktualneurosen - alte/veraltete? Grundlagen zum Verständnis sogenannter "Psychosomatischer Erkrankungen"

Den sog. "Psychosomatischen Erkrankungen" wird heute nicht nur aus psychoanalytischer Sicht gemeinhin ein symbolhafter Ausdruckscharakter

zugeschrieben. Die körperlichen Erscheinungen sind folglich Symptome, der "Körper spricht" und wendet sich an ein Gegenüber. Einer "Psychosomatischen Erkrankung"

liegt, so wird angenommen, im Kern ein intrapsychisches, konflikthaftes Geschehen zugrunde. Die Stätte der Symptombildung ist der Körper, wie bei der hysterischen bzw. psychoneurotischen Konversion.

Der Begriff "psychosomatisch" findet sich in Freuds' Schriften nicht. Mit den Aktualneurosen konzipierte er aber eine Neurosenform die mit Körpererscheinungen einhergeht, die heute als "psychosomatisch" gelten. Für Freud war die Entstehung der aktualneurotischen Körpererscheinungen aber grundlegend anders als bei den konversionsneurotischen Körpersymptomen. Seine Schlussfolgerung lautete, daß aktualneurotische (psychosomatische) Körpererscheinungen "...keinen Sinn, keine psychische Bedeutung haben...". Freuds Überlegungen sind der Ausgangspunkt meines Vortrages, in dem Beiträge von ForscherInnen dargestellt werden, die in der Genese "Psychosomatischer Erkrankungen" andere Faktoren als das konflikthafte Geschehen für maßgeblich halten.

Eine überarbeitete Fassung dieses Vortrags findet sich in Ulrike Kadi, Sabine Schlüter, Elisabeth Skale (Hg.): Vom Unbewussten III-IV. Sigmund-Freud-Vorlesungen 2014. Wien: Mandelbaumverlag 2015.

Die Sigmund Freud Vorlesungen sind eine Veranstaltung der Wiener Psychoanalytischen Akademie.

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