Das Gehirn-Geist-Problem aus phänomenologischer Sicht

30. Juni 2011 von Thorsten Streubel

Durch Descartes’ substantielle Trennung von Körper und Geist ist das Leib-Seele-Problem zu einem Dauerthema der neuzeitlichen Philosophie avanciert. Es nimmt zudem seit einiger Zeit einen zentralen Platz in den philosophischen Gegenwartsdebatten ein. Trotz vehementer Kritik am psychophysischen Dualismus (vor allem von naturalistischer Seite) wird dieses Problem jedoch bis heute im Rahmen des cartesischen Paradigmas diskutiert, insofern an der Substantialität der Natur zumeist festgehalten und lediglich nach der ontologischen Stellung mentaler Phänomene gefragt wird. Trotz zahlreicher Versuche, mentale Phänomene zu naturalisieren, ist der dualistische Ansatz als solcher mitnichten überwunden: Erst der vorausgesetzte Dualismus lässt eine naturalistisch-monistische Antwort als sinnvolle Problemlösung erscheinen. Denn ohne vorherige Ansetzung einer naturalen und einer mentalen Sphäre gäbe es überhaupt kein Gehirn-Geist-Problem. In diesem Vortrag soll demgegenüber gezeigt werden, dass die cartesianische Problemstellung selbst fragwürdig ist. Es wird dabei der Versuch unternommen, das Gehirn-Geist-Problem mit phänomenologischen Mitteln zu behandeln. Zu diesem Zwecke wird die Frage nach dem Verhältnis von Körper und Geist, Gehirn und Bewusstsein zunächst durch die Frage substituiert: In welchem Verhältnis stehen Körper und Geist anschaulich zueinander? Es gilt mit anderen Worten auf die Phänomene von Körper und Geist zu reflektieren und deren Verhältnis zu beschreiben. Dabei zeigt sich, dass sowohl naturale als auch mentale Phänomene durch zwei weitere Phänomene bedingt sind, die weder der Kategorie des Körpers noch der des Geistes zugeordnet werden können: Bewusstsein und Leib. Bewusstsein wird dabei nicht als Weltinnenraum (Psyche, mind etc.) verstanden, sondern als Präsenz von Selbst und Welt. Hierdurch wird von vornherein jegliche Subjekt-Objekt-Spaltung als sachfremd zurückgewiesen. Der Leib wird als Medium der Welt und als Ansich des eigenen Körpers exponiert. Erst die Berücksichtigung dieser Momente ermöglicht eine sachangemessene Reformulierung der traditionellen Körper-Geist-Problematik.

Diskussion zum Vortrag.

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6 Kommentare

Kommentare

  • HeindeBoer
    schrieb am 10.10.2011 23:25:41…

    Schlimme Form eines akademischen Vortrags, leib- und geistvergessen! Schlimme Umwelt-Resistenz! Schade um einige (schon bekannte) Perlen!

  • Gertrud Schleihe
    schrieb am 28.03.2013 13:18:28…

    Fürchterliches Skript-Ablesen, grobe Missachtung des Publikums, völlig unrefklektiertes Vorgehen. Was soll das?

  • h.h.
    schrieb am 29.03.2013 08:43:46…

    Dieses Referat ist Teil der Dokumentation eines Philosophiekongresses und kein Radiofeature.

  • Jonas S.
    schrieb am 03.04.2013 19:22:59…

    Wieso ist dieser Vortrag leib- und geistvergessen? Leib und Geist bekommen doch ihr Recht gegenüber naturalistischen Verkürzungen. Vielleicht erstmal genau zuhören und dann schreiben! Im Übrigen sind die Thesen wirklich originell - und zugleich beste kantische und phänomenologische Tradition.

  • kahl kanobi
    schrieb am 24.03.2014 08:58:23…

    Die Beschimpfungen haben mich neugierig gemacht - was kann falsch daran sein, einen philosophienen Beitrag "vorzulesen"? - ist doch keine Chatshow. Muss ich mir anhören.

  • Uwe Ecker
    schrieb am 27.11.2017 13:31:29…

    Hat die Bewertungskultur jetzt auch die Philosophie erreicht? Traurig? Jeder "bewertet" jeden. und verewigt einen persönlichen Rufmord im universalen Netz. Unser Großes Vorbild: Ein amerikanischer Mann mit besonders roten Kopf. Ich empfehle dazu die Folge 1 der 3 Staffel der Serie: Black Mirror zu gucken. Die heißt: "Abgestürzt." Ein nicht unrealistisches Zukunfts-Szenario der "Bewertungs-Gesellschaft"


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