Phänomenologie des Todes

15. Juni 2011 von Christian Sternad

Der Tod avanciert im Verlauf des 20. Jhdts zunehmend zu einem zentralen Motiv phänomenologischer Analyse. Mit den Analysen Martin Heideggers in "Sein und Zeit" setzt ein innerphänomenologischer Diskurs über den Tod ein, welcher bei aller Variation stets diesselbe Frage stellt: Wie kann eine Phänomenologie, wenn sie sich als eine Philosophie der Erfahrung begreift, den Tod adäquat in den Blick bringen? Dieser Diskurs, welcher durch namhafte Phänomenologen wie Eugen Fink, Jean-Paul Sartre, Emmanuel Lévinas, Jacques Derrida, u.a. mitgestaltet wurde, entzündete sich vor allem an der jeweilig wechselnden Priorisierung von Fremd- und Eigentod. Während der eigene Tod gerade aus der Möglichkeit konsistenter Erfahrung hebt, so scheint der fremde Tod zwar erfahrbar, jedoch seltsam unzugänglich zu bleiben. Gibt es jedoch keine thematisierbare Erfahrung des Todes, so muss mit Emmanuel Lévinas gesprochen die Deutung des Todes als Intentionalität in Frage gestellt werden. Wird jedoch die Deutung des Todes als Intentionalität in Frage gestellt, so scheint am Problem des Todes die phänomenologische Methode insgesamt zur Disposition zu stehen. Kann folglich der Tod nur in einem a-phänomenalen Raum thematisiert werden? Was bedeutete dies für die Methode der Phänomenologie? Der Vortrag „Phänomenologie des Todes“ versucht sich genau diesem Problembezirk zu widmen und nach einer dem Problem entsprechenden Methode einer phänomenologischen Rede vom Tod zu suchen.

Diskussion zum Vortrag.

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