Grenzmechanismen des Lebendigen. Von der Umweltlehre zur Kulturanthropologie

13. September 2008 von Benjamin Bühler

Ausgangspunkt des Vortrages ist der epistemische Wandel innerhalb der Biologie zwischen 1880 und 1930, in dessen Folge Organismen zunehmend in Hinsicht auf ihre Umwelt-Verhältnisse beobachtet werden: Es wird nicht mehr nach den psychischen Eigenschaften von Ameisen gefragt, sondern danach, wie sie sich unter natürlichen Bedingungen orientieren. Damit rückt seit etwa 1900 der Organismus als lebender Körper in einem von ihm selbst geschaffenen Raum, über den sämtliche Regulierungen und Steuerungsmechanismen verlaufen, in ein Blickfeld, das mit der Metapher des Kreises modelliert wird, ob als Funktions-, Lebens-, Regel-, Gestalt- oder Kulturkreis. Der Vortrag wird unterschiedlichen Konzeptionen dieses Raums anhand Jakob von Uexkülls Umweltlehre und deren Rezeption in der Philosophischen Anthropologie nachgehen. Wesentlich ist hierbei die Frage nach dem ‚Ambiente‘ des Menschen: Während Uexküll dieses noch als eine Umwelt ansieht, werden die Philosophischen Anthropologen darin nichts anderes als die Kultur entdecken. Zumindest im Fluchtpunkt des Vortrages stehen damit auch heutige Kulturtheorien, in denen die Beziehungen zwischen System und Umwelt jedoch umgekehrt werden.

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