- Philosophinnen / Philosophen
Hier finden sich Gespräche über Größen der Philosophiegeschichte. Wer dazu gezählt wird ist selbst ein interessantes philosophisches Problem. Darum geht es auch um Randfiguren und verdrängte Anstöße.
- Werkstattgespräche
Philosophischer Disput unter Kolleginnen und Kollegenen, interdisziplinäre Perspektiven, sozialpolitische Analysen.
- Akademische Abschlußarbeiten
In dieser Rubrik finden sich Gespräche mit Studierenden der Philosophie, die ihre Diplomarbeit oder Dissertation vorstellen.
- Vorträge
Vorträge, Zusammenfassungen von Gesprächen, Tagungen und Kongressen, zumeist gesendet im Rahmen der "Philosophischen Brocken".
- Gesagt - Gedacht
Experimente - Fundstücke - Meditationen - Dialektos
- Kongresse - Symposien
- Vorlesungen
- 2010 SS - Puhl - "James, Bergson und Husserl über Zeit und Bewußtsein" - 180551 - SE
Das Seminar behandelt die von William James, Henri Bergson und Edmund Husserl entwickelten Philosophien der Zeit und des Zeitbewusstseins. Alle drei Philosophen kritisieren die Verräumlichung der Zeit in ein lineares Nacheinander von Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit und die Auszeichnung der Gegenwart als einziger Wirklichkeit gegenüber der Vergangenheit (als früherer Gegenwart) und der Zukunft (als noch nicht eingetretener Gegenwart). Schon Kant hatte argumentiert, dass selbst der einfachste Wahrnehmungsakt eine zeitliche Struktur hat, die sich einer subjektiven Synthese aus Anschauung (Gegenwart) und Erinnerung (Vergangenheit) verdankt. Diese Idee eines Weiterexistierens der Vergangenheit in der Gegenwart greifen die drei Philosophen in ihren jeweiligen Theorien des Zeitbewusstseins auf: James mit dem Begriff des "specious present", Bergson mit dem der "Dauer" (durée) und Husserl mit dem der "gelebten Gegenwart". Bergson ist außerdem der einzige der drei Philosophen, der seine Theorie des Zeitbewusstseins mit einer Ontologie der Zeit verbindet, der Idee einer Zeit an sich, d. h. einer Vergangenheit, die nie als Gegenwart erfahren wurde. Diese Idee hat Marcel Proust mit seinen berühmten unwillkürlichen Erinnerungen adaptiert. Im Seminar sollen die Theorien von James, Bergson und Husserl anhand der Lektüre ihrer relevanten Texte erarbeitet werden.
- 2010 SS - Gotz - "Kant - Praktische Philosophie" - 180430 - VO
Kants theoretische Philosophie wird von seiner praktischen Philosophie sowohl vorausgesetzt als auch vollendet, sodass sich für ihn der Gesamt-raum der einen Vernunft nur durch die Zusammenführung ihrer theoretischen und praktischen Komponente erschließen lässt. Die Vorlesung wird daher vorweg auf einige zentrale Aspekte von Kants theoretischer Philosophie (Kritik der reinen Vernunft) eingehen, sich dann ausführlich dem moralphilosophischen Schlüsselwerk Kants, der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, zuwenden und schließlich einen kurzen Überblick über die Kritik der praktischen Vernunft geben. Den Schlusspunkt soll eine Kritik an Kants philosophischer Systematik setzen.
Didaktik: Vortrag mit Diskussionsmöglichkeit.
- 2010 SS - Loidolt - "Phänomenologische Kant-Lektüren in der praktischen Philosophie" - 180638 - SE
Kant hat nicht nur in der theoretischen, sondern ebenso in der praktischen Philosophie Maßstäbe gesetzt, die es unumgänglich machen, sich mit ihm auseinanderzusetzen. In der phänomenologischen Tradition finden sich daher auch etliche Verweise auf Kant, sobald ethische, rechtliche oder politische Fragestellungen auftauchen. Klassische Phänomenologen wie Husserl und Heidegger sowie phänomenologisch beeinflusste AutorInnen wie Ricoeur, Levinas und Arendt (um nur eine Auswahl zu nennen) haben in facettenreichen Kant-Lektüren verschiedenste Annäherungen, Neuinterpretationen, Weiterführungen und Kritikpunkte formuliert.
Im Seminar sollen zuerst die Grundlinien der Kantischen Ethik anhand von ausgewählten Textpassagen aus der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten und der Kritik der praktischen Vernunft wiederholt und auf phänomenologische Anknüpfungspunkte hin durchgearbeitet werden. Daran anschließend werden wir mit Texten von Husserl, Heidegger, Ricoeur und Levinas zu ethischen Problemen arbeiten. Im zweiten Teil des Seminars setzen wir uns mit der Kantischen Kritik der Urteilskraft und Arendts Rezeption des ästhetischen Urteilens als politisches Urteilen auseinander.
- 2010 SS - Loidolt - "Einführung in die Rechtsphänomenologie" - 180680 - VO
Rechtsphänomenologie ist ein philosophisches Nachdenken über die rechtliche Ordnung unseres gesellschaftlich-gemeinschaftlichen Lebens unter einem phänomenologischen Gesichtspunkt. Sie kann gleichzeitig als ein Teilgebiet der Phänomenologie und als eine Teilströmung der Rechtsphilosophie verstanden werden, die wiederum eine Grundlagendisziplin der Rechtswissenschaft darstellt. Ebenso wie die Rechtsphilosophie fragt die Rechtsphänomenologie also nach folgenden grundlegenden Fragen: 1. Was ist Recht? (Rechtsbegriff) 2. Was ist der Grund für die Geltung des Rechts? (Verbindlichkeit) 3. Wie entstehen Rechtsnormen? (Genesis, Rechtsquellen), 4. In welchem Verhältnis stehen Gerechtigkeit und Recht zueinander? 5. In welchem Verhältnis stehen Rechtsnormen zu anderen sozialen Normen, insbesondere zur Moral? 6. Welchen Inhalt sollte das Recht haben? 7. In welchem Verhältnis stehen Rechtsgefühl und Recht zueinander?
Diese und andere Fragen versuchen die in der Vorlesung vorgestellten AutorInnen mithilfe phänomenologischer Grundüberlegungen auszuarbeiten und zu beantworten.
Dabei werden sowohl Husserls Wesenslehre und seine Überlegungen zur Intersubjektivität, sozialen Ontologie und Lebenswelt aufgegriffen (z.B. von Husserls Sohn Gerhart Husserl, der als Rechtswissenschaftler tätig war) als auch Heideggers und Schelers Ansätze rechtsphilosophisch ausgelegt. Herausragende Figur ist der Jurist und Phänomenologe Adolf Reinach, der mit seiner Theorie des Versprechens als Vorläufer der Sprechakttheorie gilt. Ebenso gibt es aber auch eine Wiener Schule von Kelsen-Schülern, die Husserls Phänomenologie für die Reine Rechtslehre fruchtbar machen will und eine streng rechtspositivistische Rechtsauffassung vertritt. Als gegenwärtige rechtsphänomenologische Strömung wiederum kann die Alteritätsphilosophie von Levinas z.B. in der Interpretation von Waldenfels gefasst werden.
Insofern kommen sehr unterschiedliche Standpunkte zu Wort, die die gesamte Bandbreite sowohl des phänomenologischen als auch des rechtsphilosophischen Diskurses des 20. Jahrhunderts reflektieren und gleichzeitig neue Wege in der Auseinandersetzung mit Rechtspositivismus, Lebenswelt und Gerechtigkeitsfragen zu gehen versuchen. Damit eignet sich die Vorlesung sowohl als Einführung in die Phänomenologie von dem bestimmten Blickpunkt sozialontologischer Fragen als auch als eine Einführung in grundlegende Probleme der Rechts- und Staatsphilosophie sowie der Rechtstheorie.
- 2010 SS - Hrachovec - "Eine Idee haben" - 180463 - VO
Zwei Akzentsetzungen sind möglich: "Eine *Idee* haben" und "Eine Idee *haben*". Im ersten Sinn wird die Formulierung normalerweise in der Philosophie verstanden. Die Frage, was Ideen sind, ist unterschiedlich beantwortet worden. Zweitens wird von Ideen gesagt, dass man sie haben kann. Das deutet auf einen anderen Zusammenhang, der in letzter Zeit aktuell geworden ist. Wem gehören Ideen? In welchem Sinn kann man sie besitzen?
- 2010 SS - Heinrich - "Einfuehrung in die theoretische Philosophie" - 180432 - VO
Die Vorlesung stellt zuerst in zwei Bloecken die Konzeption theoretischer Philosophie bei Aristoteles der in der analytischen Philosophie des 20. Jahrhunderts gegenueber (Frege, Russell, Quine). Dann werden grundlegende Konzepte der klassischen neuzeitlichen Philosophie behandelt (vor allem Descartes, Leibniz, Kant). Und schliesslich neuere Ansaetze in Metaphysik, Sprachphilosophie und Erkenntnistheorie.
- 2010 SS - Auinger - "Einführung in die Sprachphilosophie - Aspekte von Wittgenstein bis Brandom" - 180605 - VO
Diese Vorlesung berücksichtigt in erster Linie die analytische bzw. postanalytische Tradition und konzentriert sich auf bestimmte Autoren, deren grundsätzliche Positionen eingehender porträtiert und problematisiert werden. Die folgenden Philosophen stehen dabei im Mittelpunkt:
Wittgenstein, Austin, Quine, Davidson, Rorty, McDowell, Brandom.
Thematisch soll auf sehr vielfältige Aspekte eingegangen werden, u.a. werden diese Themen behandelt:
* Syntax - Semantik - Pragmatik
* Propositionalität
* Performativität
* Regeln/Regelverständnis/Regelfolgen (Regularismus/Regulismus)
* Explizite/implizite Normativität, Deskription/Präskription
* Repräsentationalismus/Inferentialismus
* Sprache und Denken
* Sprache und Handeln (Sprachhandeln)
* Intentionalität
* Sprache und Welt bzw. Natur (erste/zweite Natur, Naturalismus)
* Begriffe/Begriffsbildung (Holismus)
* Sinnlichkeit/Sinnesdaten/Sinneseindrücke
* Privatheit/Öffentlichkeit/soziale Dimension
* Wahrheit/Wahrheitstheorien/Objektivitätsfrage
* Rechtfertigung/Begründung
* Kommunikation/Interpretation
- 2010 SS - Böhler - Körperkonzeptionen in der indischen Philosophie - Weltweite Körper" - 180572 - VO
Ausgehend von dem kürzlich erschienen Sammelband The Body in India (Berlin 2009) geht es mir in dieser Lehrveranstaltung darum, das Verhältnis von Materie, Körperlichkeit und Bewusstsein im Kontext indischer Philosophien aus der Perspektive der Gelassenheit; (vairagya) zu belichten. Ein zentraler Terminus indischer Philosophien, da die ständige Einübung in die Gelassenheit (abhyasa) für das indische Denken das geeignetste Mittel darstellt, selbst in ein ausgelassenes Verhältnis zum eigenen Körper zu kommen. Gelassenheit, als Weg zu einem ausgelassenen Verhältnis zu sich selbst? Wie lässt sich das Denken? Lässt es sich überhaupt Denken?
Die Vorlesung wird interkulturelle Antworten auf diese Paradoxie präsentieren. Einerseits aus der indischen Perspektive des Yoga-Sutra von Patañjali, andererseits aber auch in Bezug auf das Körperdenken Spinozas, das er in seiner Ethik vorgestellt sowie das Denken der Gelassenheit, wie es in der Spätphilosophie von Martin Heidegger im europäischen Kontext nach dem zweiten Weltkrieg auftaucht ist.
- 2010 SS - Blamauer - "Geiststaub - das Rätsel des Bewusstseins und der Panpsychismus" - 180681 - SE
In den letzten Jahren ist die Rede vom sogenannten "Hard Problem of Consciousness", dem Rätsel des Bewusstseins, laut geworden. Gleichsam hat der Diskurs, über die Bedeutung von Bewusstsein und dessen Platz in der natürlichen/naturgesetzlichen Ordnung unseres Universums, an Intensität und Umfang zugenommen. Vertreter unterschiedlicher, teilweise entgegengesetzter Positionen zu diesem Thema haben Theorien und Argumente in die Diskussion eingebracht. Sie reichen von einer Leugnung des Bewusstseins, über gemäßigte, bis hin zu antireduktionistischen Ansätzen.
In der LV sollen die Student_innen zunächst (anhand von Textlektüre) an das "schwierige Problem" des Bewusstseins herangeführt werden. Es wird argumentativ gezeigt (und natürlich diskutiert), dass und inwiefern Bewusstsein ein Faktum unserer Wirklichkeit darstellt. Dieses Faktum scheint aufgrund seiner Irreduzibilität fundamental zu sein. Damit stellt sich natürlich die Frage, ob es nicht Sinn macht, es als gleichsam universell zu akzeptieren. Eine Theorie, die eine solche Argumentation vorstellt, wäre der Panpsychismus, sprich die These, dass Bewusstsein nicht nur eine genuin menschliche Eigenschaft ist, sondern eine, die sich auf allen Ebenen unserer Wirklichkeit finden lässt. Das klingt zunächst verrückt - warum und weshalb diese Annahme aber dennoch Sinn macht und welche Argumente dafür sprechen, soll anhand einiger einführender Texte plausibel gemacht werden. Akzeptiert man diese These, so sieht man sich sogleich auch mit einigen nicht zu unterschätzenden theoretischen Problemen konfrontiert, die im dritten thematischen Teil der LV (wiederum anhand von Texten) gemeinsam erarbeitet und diskutiert werden sollen. Die LV soll nach Abwägung der Pro- und Kontra-Argumente mit einer allgemeinen Reflexion des gegenwärtigen, durch die naturwissenschaftliche Forschung geprägten Naturbegriffs und dem Ausblick auf mögliche Alternativen enden.
Die zu erarbeitenden Texte werden stündlich in Form kurzer Impulsreferate zur Diskussion gestellt. Augenmerk soll vor allem auf die jeweilige Argumentationsstrategie und deren anschließender Diskussion gelegt werden.
- 2010 SS - Füllsack - "Verteilte Intelligenz - Schwärme, Netze, Formen" - 180578 - VO
- 2010 SS - Füllsack / Böhler - "GesmbH: Derrida - Luhmann - Für und Widers" - 180574 - VO
In dieser Lehrveranstaltung werden die beiden Dozenten Böhler und Füllsack Grundpositionen im Denken von Derrida (Böhler) und Luhmann (Füllsack) herausarbeiten, um die Nähe und Ferne dieser beiden zueinander auszuloten, indem sie in der Lehrveranstaltung selbst als deren Stellvertreter und Sprachrohr fungieren. Fast so, als ob sie im eigenen Namen im Namen eines anderen sprechen würden. Fast so, als wäre der Eigenname in der Tat der Name für eine Gesellschaft, deren Positionen im eigenen Namen zitiert, also nur mit beschränkter Haftung vom sprechenden Subjekt selbst verantwortet werden.
- 2010 SS - Liessmann - "Das Böse" -180519 - VO
Traut man dem Buchmarkt, hat das Böse Konjunktur. Gleichzeitig mehren sich die Zweifel, ob das Böse überhaupt noch ein sinnvoll verwendeter Begriff sein kann. Die Vorlesung möchte einen Überblick über die umstrittene Kategorie des Bösen geben. Inwiefern der Begriff des Bösen, der in der Regel eher in einem theologischen Diskurs verankert wird, überhaupt ein legitimer Begriff einer säkularen Moralphilosophie sein kann, soll dabei ebenso thematisiert werden wie die Frage, inwiefern Psychologie, Soziologie, Biologie und Neurologie zu Konzepten abweichenden Verhaltens gefunden haben, die den Begriff der Bösen obsolet erscheinen lassen. Im Zentrum der Vorlesung stehen allerdings die philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Bösen, die dieses eng an die Frage nach der Freiheit koppeln. Der Bogen wird sich dabei von Augustinus und Thomas von Aquin über die Theodizee-Debatte bis zur Diskussion des Bösen bei Kant, Hegel, Schelling und Kierkegaard sowie zur Apologie des Bösen bei Nietzsche spannen.
- 2010 SS - Pircher - "Philosophie und Ökonomie - Ökonomie als exakte Wissenschaft" - 180549 - VO
Ökonomie als exakte Wissenschaft
Die ökonomische Theorie hat im 20. Jahrhundert ein umfangreiches Arsenal
an formalen Instrumenten entwickelt, denen auch eine gewisse praktische
Wirksamkeit zugeschrieben werden kann. Gleichwohl ist das
Spannungsverhältnis zwischen Theoriebildung und praktischer Anwendung
keineswegs aufgelöst, zumal von der Ökonomie mehr Aussagen über künftige
Entwicklungen erwartet werden, als von jeder anderen Sozialwissenschaft.
Es ist ein Kennzeichen jeder nomothetischen Wissenschaft, dass die in ihr
formulierten Gesetze Voraussagen erlauben sollen. In wie weit das der
Ökonomie gelingen kann, wird ein Thema der Lehrveranstaltung sein. Damit
lässt sich das Problem der Rationalität von Prognosen aufwerfen.
Listen der verwendeten Literatur werden nach Bedarf ausgegeben.
Zeugniserwerb durch eine mündliche Prüfung.
- 2009 SS - Hrachovec - "Bildung und Datenbanken" - 180367 - VO
In konventioneller philosophischer Sicht erscheinen Bildung und Datenbanken als schroffe Gegensaetze. Stark rezipierte Autoren sehen das Verhaeltnis als einen Testfall des Konflikts zwischen Philosophie und Technizismus. Die Vorlesung versucht zu differenzieren. Ihre Bezugspunkte sind Platon als Gewaehrsmann fuer Bildung und der Wittgenstein des "Tractatus Logico-Philosophicus" als Theoretiker einer komplett logifizierten, kategorial determinierten Weltauffassung. Es wird sich zeigen, dass ihre Opposition nicht tief reicht.
- 2010 SS - Wimmer "Interkulturelle Philosophie" - 180621 - VO
In diesem Semester werden zunächst allgemeine Fragen (Begriff von Philosophie, von Kultur etc.) besprochen und im Wesentlichen folgende Fragenkomplexe behandelt:
--- Die (philosophische) Frage nach der Kulturalität von Philosophie im Allgemeinen.
--- Die (philosophiehistorische) Problematik kultureller Differenzen hinsichtlich von Periodisierungen, Klassifikationen und Interpretationsbegriffen.
--- Die (methodologische) Frage nach angemessenen Zugangsweisen zu kulturell differenten Denktraditionen in interkultureller Orientierung (etwa im Unterschied zu komparativen Ansätzen).
--- Die (wissenschaftssoziologische) Frage nach der Entwicklung, Verbreitung und Funktion von Philosophie in unterschiedlichen Regionen.
--- Die (wissenschaftstheoretische) Frage nach Funktionen von Philosophie in einer globalen Welt.
- 2010 SS - Wladika "Platon, Timaios" - 180598 - PS
Inhalt: Platons Naturphilosophie und Theologie, soweit diese in seinem
Text Timaios enthalten sind.
- 2010 SS - Wuketits - "Theorie der Biowissenschaften" - 180599
In dieser Vorlesung wird der Status der modernen Biowissenschaften
erörtert und deren Bedeutung für die Klärung philosophischer Fragen (z. B.
Leib-Seele-Problem, Freiheitsproblem usw.) dargelegt.
- 2009 SS - "Kant - Kritik der reinen Vernunft" - 180356 - VO
Die Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant ist wohl das einzige philosophische Werk, das von so gut wie allen philosophischen Richtungen der europäischen Philosophie als bedeutend oder sogar sehr bedeutend anerkannt wird. Dementsprechend weisen Rezeption und Interpretation dieses Textes eine kaum überbietbare Uneinheitlichkeit auf. Umso dringender ist es, sich ausführlich mit dem Original selbst auseinanderzusetzen.
- 2009 WS - Damböck - "Philosophische Logiken" - 180274 - VO
- 2009 WS - Füllsack - "Komplexe Systeme - Einführung" - 180170 - VO
- 2009 WS - Hrachovec - "Open Source Philosophie" - 180299 - VO
Der Begriff "Open Source" ist in der Softwareentwicklung entstanden. Er bezeichnet die freie Verfügbarkeit des Quellkodes für Programme. Damit ist sichergestellt, dass ihre Entwicklung nicht auf die Autorinnen (m/w) oder Eigentümer beschränkt bleibt, sondern in (oftmals global verteilten) Kooperationszusammenhängen erfolgen kann. Maßgebliche Programme zur Operation des Internets (Mailserver, Webserver, Nameserver ...) sind auf diese Weise lizensiert. Das Betriebssystem GNU/Linux ist ein bekanntest Beispiel für den Erfolg dieser juridischen Regelung.
Das Phänomen hat eine ausgedehnte, interdisziplinäre Debatte über die Rolle gedanklicher Produktion in der Wissensgesellschaft ausgelöst. Aus juridischer, ökonomischer und soziologischer Sicht wurde untersucht, inwiefern der klassische Begriff des Eigentums auf diese Fälle schlecht anzuwenden ist und ob es - gestützt auf frei verfügbare Software - zu einer neuen Form von "Sozialismus" kommen kann (und soll).
Die Vorlesung führt in den Diskussionsstand ein und nimmt ihn zum Anlass, einige Fragen zum Selbstverständnis der Philosophie anzuschließen. Konventionell sind "geistige Leistungen" für sie prinzipiell von ökonomisch verwertbaren Produkten unterschieden. Durch die unrestringierte Zugänglichkeit von Software, einer wesentlichen Produktivkraft der Gegenwart, wird diese Opposition zugunsten eines neuartigen sozial produktiven Erfolgsmodells verschoben. Was bedeutet das für die Philosophie selbst?
- 2009 SS - Rhemann - "Einführung in die praktische Philosophie" - 180072 - VO
Angesichts der Perspektive einer anthropotechnischen Durchdringung der körperlichen, psychischen und sozialen Kernelemente menschlicher Lebewesen rücken heute Gene und Gehirne in die phantastische Perspektive der künstlichen Herstellbarkeit von Menschenleben. Ob damit das Ende oder die Zukunft der menschlichen Natur vor Augen rückt, ist nicht nur eine Frage der zum Einsatz kommenden Techniken, sondern vor allem auch des dahinter liegenden Menschenbegriffes. In diesem Sinne soll unter Bezugnahme auf KANT, PLESSNER und PIAGET ein Begriffsmodell des Menschen gewonnen und gegenüber bio- und neurotechnischen Strategien bzw. Phantasien kritisch in Anschlag gebracht werden.
Die These lautet: Menschen sind bio-psycho-soziale Lebewesen. Ihr Sein ist Werden.
Ihr spezifisches Gattungsmerkmal ist Geist. Dieser wird über frühkindliche Lernprozesse sozial und psychisch gebildet. Darauf beruhen humanspezifische Autonomie, Handlungskompetenz und Freiheit. Die mit Geist ausgestattete, menschliche Natur lässt sich nicht künstlich, sondern nur menschlich, d.i. eben bio-psycho-sozial, hervorbringen.
- 2007 WS - Hrachovec - "Code I: Theorie der Medien - Kommunikation und Kontrolle" - 180195 - VO
- 2008 SS - Hrachovec - "Code II: Theorie der Medien - Kommunikation und Kontrolle" - 180459 - VO
- 2008 WS - Segalerba - "Geschichte der Philosophie I (Antike)" - 180237 - VO
Jeder Autor der Geschichte der Philosophie der Antike wird im Laufe der Lehrveranstaltung vorgestellt; die Hauptthemen der Philosophie jedes Autors werden dargelegt und zusammengefasst. Das erste Ziel ist dabei, eine allgemeine Orientierung über die Philosophie der Antike zu liefern.
- 2007 SS - Richli - "Fichte und Schelling contra Hegel" - 180426 - VO
Im Jahre 1955 erschien das Buch „Die Vollendung des Deutschen Idealismus in der Spätphilosophie Schellings“. Der Verfasser Walter Schulz zeigt darin, dass in Schellings Spätphilosophie das, was man Prinzip des Deutschen Idealismus nennen kann, eine eigene, von der Hegelschen Philosophie grundverschiedene Vollendung erfahren hat. Diese Kennzeichnung gilt auch für die Spätphilosophie Fichtes, die in gewisser Hinsicht inhaltlich wenigstens zum Teil von ähnlichen Motiven bestimmt ist wie die Schellings. Während Schelling seine Spätphilosophie in bewusster Absetzung von Hegel entwickelt und in einer Vorlesung über die neuzeitliche Philosophie auch eine ausführliche Kritik der Hegelschen Logik vorträgt, konnte der 1814 verstorbene Fichte Hegel nur alsMitstreiter Schellings zur Kenntnis nehmen. Es bleibt eine Aufgabe des Interpreten zu zeigen, wie Fichtes Philosophie sich von der Hegelschen unterscheidet und als deren Kritik verstanden werden kann. Die Vorlesungwird sich nicht auf diese im Titel genannte Thematik beschränken, sondern versuchen, ein Gesamtbild des Deutschen Idealismus zu vermitteln.
- 2002 WS - Hrachovec - "Ludwig Wittgenstein, Vorstufen der 'Philosophischen Untersuchungen'" - 601314 - SE
- 2002 WS - Gingrich - "Einführung in die Ethnologische Friedensforschung (INGORAPS)" - 693399 - VO
- 2002 WS - Gingrich - "Einführung in die Geschichte der Kultur- und Sozialanthropologie" - 605665 - VO
- 2003 WS - Gingrich - "Einführung in die Geschichte der Kultur- und Sozialanthropologie" - 695209 - VO
- 2003 SS - Hrachovec - "Ludwig Wittgenstein: Vorstufen der 'Philosophischen Untersuchungen'" - 601925 - VO
- 2003 SS - Gingrich - "Einführung in Ethnizität, Rassismus, Nationalismus und Kolonialismus" 694490 VO
- 2003 WS - Hrachovec - "Ludwig Wittgenstein: Das große Typoskript I" - 695795 - VO
- 2004 SS - Hrachovec - "Ludwig Wittgenstein: Das große Typoscript II" - 695997 - VO
- 2004 WS - Hrachovec - "Wahrheit" - 695795 - VO
- 2005 SS - Hrachovec - "Wahrheit und Toleranz II" - 695997 - VO
- 2007 SS - Hrachovec - "Besser Wissen 2 - Privatwissen, Allgemeinwissen, Wissen in Bilanzen" 180165 VO
- 2006 WS Füllsack, Manfred "Interpretieren oder Verändern?" 180214 VO
- 2005 WS - Hrachovec - "Toleranz I" - 180116 - VO
- 2006 SS - Hrachovec - "Toleranz II" - 180116 - VO
- 2006 SS - Füllsack, Manfred "Wa(h)res Wissen" - 180334 - VO
- 2006 WS - Hrachovec - "Besser Wissen - Privatwissen, Allgemeinwissen, Wissen in Bilanzen" - 180240 - VO
- 2002 SS - Hrachovec - "Ludwig Wittgenstein, Manuskript (II)" - 601925 - SE
- 2009 WS - Rhemann - "Einführung in die theoretische Philosophie" - 180234 - VO-L
- 2009 WS - Wuketits - "Biologie und Ethik: Argumente, Richtungen, Streitpunkte" - 180261 - VO
- 2008 SS - Wladika - "Descartes" - 180430 - VO
- 2009 SS - Huth - "Einführung in die Ethik - Aristotelische, Kantische und utilitaristische Ansätze" - 180451 - PS
- 2008 SS - Pfabigan - "Elfriede Jelinek - Eine Einführung in ihr Werk" - 180344 - VO
- 2009 WS - Wladika - "Geschichte der Philosophie III (klassische Neuzeit bis Ende 19. Jh.)" - 180259 - VO-L
- 2009 WS - Wimmer - "Geschichte der Philosophie I (Antike)" 180256 VO-L
- 2009 WS - Ringvorlesung
- 2008 WS - Stephenson - "Entwicklung und Bildung 3" 190190 VO
- 2009 SS - Stephenson - "Entwicklung und Bildung 4" 190085 VO
- 2009 WS - Stephenson - "Entwicklung und Bildung 1" 190091 VO
- Staatstheorien in der islamischen Tradition
Franz Wimmer spricht mit Maximilian Wollner über Staatstheorien in der islamischen Tradition, über historische Begriffe wie Umma und Kalifat, sowie über Eigen- und Neuentwicklungen des vergangenen Jahrhunderts und der Gegenwart.
- Aspekte Sehen - Charles S. Peirce und Ludwig Wittgenstein
Esther Ramharter spricht mit David Wagner über dessen Diplomarbeit "Aspekte Sehen", die der Frage nach Parallelen im Werk von Charles Peirce und Ludwig Wittgenstein nachgeht und die Frage stellt, wie "pragmatistisch" Wittgensteins Spätphilosophie denn ist. Die Musik zur Sendung stammt von Felix Mendelssohn Bartholdy (Perpetuum Mobile in C, Op. 119; Prelude In B-dur, Op. 35; Konzert in E-moll für zwei Klaviere und Orchester, 1. Satz).
- Archaeologie europaeischer Philosophie
Franz Wimmer spricht mit Karin Kuchler über die Entstehung der Idee von "Europa" als einer geographisch-kulturellen Einheit. Dabei handelt es sich um einen Identitätsdiskurs, der relativ spät - in der Neuzeit - stattgefunden und für das Selbstverständnis von "Philosophie" eine überraschend große Rolle gespielt hat. Es geht daher um die Frage, wann und wie die Vorstellung von Europa als einem (!) Gegenstand geschichtlicher Betrachtung entstanden ist, und somit um die Entstehung eines Elements europäischen Überlegenheitsgefühls. Und zugleich geht es auch um die Frage, welche Rolle dabei die Sicht auf die Geschichte der Philosophie als ein „europäisches“ Phänomen gespielt hat. Durch die Berufung auf den "griechischen Ursprung", mehr aber noch durch die Ausgrenzung von Anderen, entstand ein Begriff von "europäischer" Philosophie mit Exklusivitätsanspruch, welcher später zu einer Grundlage einer angenommenen "kulturellen" Einheit Europas werden wird.
- Wittgenstein witzig?
Herbert Hrachovec spricht mit Friedrich Penkner über dessen Dissertation zu Wittgenstein und Witz. Der gewöhnlich als tiefernst eingeschätzte Philosoph hat eine Denkstrategie verfolgt, die sich charakteristischer Verfahrensweisen von Witzen bedient. Gesendet am 24.01.2007
- Herbert Lachmayer zu Mozart
Herbert Lachmayer war Kurator der Ausstellung "Mozart, Experiment Aufklärung" in der Wiener Albertina. Er spricht mit Herbert Hrachovec über die Agentur "Mozart & Mozart", Musik und Gesellschaft zwischen Hof und Bourgeoise, sowie über sein Verständnis des Ausstellungsmachens als "knowledge on stage".
- Thomas Brandstetter: Die Maschine von Marly
Herbert Hrachovec spricht mit Thomas Brandstetter über seine Dissertation:"Kräfte messen. Die Maschine von Marly und die Kultur der Technik1680-1840". Der genannte, riesige mühlenartige Apparat versorgteursprünglich die Wasserspiele des französischen Königs Luis XIV inVersaille. Die Arbeit Th. Brandstetters verfolgt seine Entwicklung überdie französische Revolution hinaus bis in das industrielle Zeitalter.Sie macht deutlich, dass im Verlauf der Zeit der Begriff Technikunterschiedlich verstanden wird.
- Philosophie in Lateinamerika - lateinamerikanische Philosophie?
Sendung von Franz Wimmer mit David Cortez über gegenwärtige Strömungen und Themen der Philosophie in Lateinamerika. Gesendet am 06.09.2006.
- Carl Einstein
Richard Heinrich spricht mit David Quigley ueber dessen Dissertation, die sich mit dem Werk Carl Einsteins beschaeftigt: ein viel zu wenig bekannter Kulturtheoretiker in der ersten Haelfte des 20. Jahrhunderts, Freund von Braque und Picasso, Dramatiker, Publizist und Kaempfer im spanischen Buergerkrieg. Gesendet am 19.04.2006
- Radikaler Aristotelismus
Franz Wimmer spricht mit Peter Grabher über den sogenannten radikalen Aristotelismus im 13. Jahrhundert, über Konflikte um die Philosophie an der mittelalterlichen Universität von Paris und ihren ideen- und sozialgeschichtlichen Kontext.
- Das Bilderverbot im Islam
Franz Wimmer spricht mit Almir Ibric über das sogenannte islamische Bilderverbot - über dessen Bedeutung, Hintergründe und Praxis in modernen Gesellschaften. Gesendet am 25.01.2006.
- Ethisches Können beim Begegnen
Hakan Gürses spricht mit Margot Krismer ueber ihre Dissertation "Wir wollen mehr Verantwortung wagen. Ethisches Können beim Begegnen mit dem Anderen" und über das Erzählen von Geschichten. Gesendet am 02.11.2005
- Schachspiel, Domino oder Memory?
In ihrer Diplomarbeit mit dem Titel "Begehren zwischen Imaginaerem und Symbolischem" setzt sich Ortrun Hopf unter anderem mit Grundzuegen des Lacanschen Sprachverstaendnisses auseinander. Saussure waehlt das Schachspiel als Vergleich fuer die Sprache. Ortrun Hopf und Ulrike Kadi diskutieren ueber die Tauglichkeit dieses Vergleichs ebenso wie ueber den (allzu) oft gebrauchten lacanianischen Begriff des Genießens. Musik: Onophon und Mozart (Ute Lemper / Michael Nyman). Gesendet am 11.08.04
- Menschenrechte
Menschenrechte zwischen Universalismus und Kulturrelativismus. Hakan Guerses spricht mit Mathias Thaler ueber seine Diplomarbeit "Antworten auf den Kulturrelativismus". Gesendet am 14.07.04
- Foucault und HipHop
- Nicht nur in Begleitung meines Körpers
Untersuchungen zu körperlichem Selbstbewusstsein.
Ich bin ich. Aber wer oder was ist dieses Ich? Und welche Rolle spielt dabei der Körper? Peter Kaiser diskutiert mit Prof.Richard Heinrich die Hauptthese seiner Dissertation: Sich als körperliches Subjekt zu verstehen und zu erfahren ist eine notwendige Bedingung für Selbstbewusstsein. Und dabei wird auch die Frage nach vorsprachlichem, nichtbegriflichem Selbstbewusstsein aufgeworfen. Gesendet am 02.07.2003
- Der Althusser-Effekt
Mitschnitt einer Gespräches, das Herbert Hrachovec anlässlich der Präsentation ihrer Dissertation mit Isolde Charim Im "Depot" geführt hat. Im Zentrum steht Althussers Arbeit über die "ideologischen Staatsapparate" und die darin angelegten Thesen über Subjetivität. Ausgehend davon werden Isolde Charims publizistische Tätigkeit und die gegenwärtige hochschulpolitische Situation erörtert... Gesendet am 17.07.2002
- Von der Philosophie zur Psychologie und zurück
Richard Heinrich spricht mit MMag.DDr.Alfred Barth - der eine Dissertationzum Symbolbegriff des fruehen Wittgenstein geschrieben hat - ueberVorteile und Freuden eines Zweitstudiums und den Nutzen der Philosophie im Alltag empirischer Forschung auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin. Fueralle, die auf die Frage: "Was kann mir das Philosophiestudiumbringen?" eine ausfuehrlichere Antwort wollen als: "Tiefe Einsichten". Gesendet am 03.07.2002
- Sprache als Handlung, Setzung und Figur
Herbert Hrachovec und Gerald Posselt gehen der Frage nach, was es heißt, wenn man von Sprache als Handlung, Setzung und Figur spricht. Ist Sprache ein bloßes Mittel zum Ausdruck der Gedanken und ein Mittel der Kommunikation, oder ist Sprache nicht immer auch schon ein Tun, dem gerade erst durch die rhetorischen Tropen und Figuren seine performative Kraft zufließt? Dabei versuchen Hrachovec und Posselt, eine Brücke zu schlagen von der antiken Rhetorik bis hin zu einem kritischen Begriff des Rhetorischen, der in unserer medialen Welt neue Aktualität gewinnt. Im Mittelpunkt wird dabei jener rhetorische Tropus stehen, den die antike Rhetorik "Katachrese" oder "abusio" nennt und der darauf verweist, daß "Mißbrauch" nicht etwas ist, das der Sprache von Außen widerfährt, sondern der Sprache selbst und dem Sprechen inhärent ist.
- Gilles Deleuze - Der Gesang des Werdens
Ein Gespraech anlässlich der Dissertation von Ingo Zechner ueber den 1995 verstorbenen Philosophen Gilles Deleuze. Schwerpunkte sind: Die Analyse und Kritik am 'Bild des Denkens' bei Deleuze; seine Vorstellung vom 'Anfang des Denkens aus einem aeusseren Anstoss'; Philosophie im Verhaeltnis zu Malerei und Kino; ueber Philosophiegeschichte und Humor. Gesendet am 10.04.2002
- Kants kategorischer Imperativ
Esther Ramharter hat eine Diplomarbeit über Kants Ethik geschrieben. Sie versucht, den kategorischen Imperativ möglichst plausibel darzustellen. Herbert Hrachovec ist etwas skeptischer. Gesendet am 16.1.2002.
- Wittgenstein und Datenbanken
Alfred Hofstadlers Diplomarbeit befaßt sich mit Datenbanken aus der Perspektive Ludwig Wittgensteins. Die Arbeit ist am Web verfügbar. Ein Gespräch mit Herbert Hrachovec, gesendet am 15. August 2001. (Wir senden selbst an Feiertagen.)
- Caravaggios Bilder
Richard Heinrich spricht mit Wolfram Pichler über bildliche Repräsentationsweisen, speziell bei Caravaggio. Gesendet am 22. November 2000.
- Musikalische Notationssysteme
Richard Heinrich spricht mit Marianne Kubacek über musikalische Notationssysteme und Gedächtnis. Gesendet am 30. August 2000.
- Die Maschinenmetapher bei Ludwig Wittgenstein
Richard Heinrich und Enzo dePellegrin sprechen über dessen Dissertation zur Entwicklung der Maschinenmetapher in Wittgensteins Nachlaß. Gesendet am 31. Jänner 2001.
- Mütter, die töten
Medea ist das griechische Urbild der tötenden Mutter. Die Geschichte des Kindsmordes läßt sich bis in die Gegenwart verfolgen. Sie ist ideologisch hochbrisant. Gerlinde Mauerer spricht mit Herbert Hrachovec über ihre Dissertation. Gesendet am 2. August 2000.
- Philosophie und Literatur
Sendung über Philosophie und Literatur mit Richard Heinrich und Michael Strähle. Gesendet am 28. März 2001.
- Jaina-Philosoph Vidyanandin
Franz Wimmer spricht mit Himal Trikha über eine Argumentationspraxis und -theorie, die in der jinistischen Tradition Indiens entwickelt worden ist. Dabei geht es darum, bei weltanschaulichen oder ideologischen Differenzen perspektivische und multi-perspektivische Interpretationen zu nutzen, um Ansprüche auf absolute Geltung einer Ansicht ebenso zu vermeiden wie einen orientierungslosen Relativismus. Dies wird am Werk des Jaina-Philosophen Vidyānandin besprochen, der eine derartige Auseinandersetzung mit konkurrierenden Denkweisen durchgeführt und dabei die Methode seiner Tradition verwendet und weiterentwickelt hat. Die Frage ist, wie weit diese Theorie, für die es in der westlichen Philosophie wenig Entsprechungen gibt, in den heutigen globalen Begegnungen fruchtbar werden kann.
- Gaston Bachelard: Imaginierendes Lesen
Die von David Wagner gestaltete Sendung bringt einen kurzen biografischen Abriss und eine Einführung in die poetologischen Schriften des französischen Philosophen und Wissenschaftstheoretikers Gaston Bachelard (1884-1962). Eine komplette Literaturliste befindet sich im von David Wagner verfassten Artikel "Gaston Bachelard" der deutsch-sprachigen Wikipedia.
Musik-Tracks dieser Sendung der Philosophischen Brocken:
1) Gabriel Fauré "Aprés un Rêve" (Asako Urushihara, Violine)
2) Richard Strauss "Im Abendrot" (Kiri Te Kanawa, London Symphony Orchestra)
3) Edward Elgar "Nimrod" (Sir Georg Solti / Vienna Philharmonic)
4) Steve Reich "You are whereever your thoughts are" (Grant Gershon / Los Angeles Master Chorale)
- Laclau und das Politische
Interview mit Oliver Marchart über die Philosophie von ernesto Laclau. Gerhard Unterthurner sprach mit Oliver Marchart über Laclaus Diskurs- und Gesellschaftstheorie, die Konzeption von Ausschluss, Heterogenität und Hegemonie und die Kritik an Derrida, Zizek und emphatischen Politikinterpretationen. Gesendet am 19.09.2007
- Du weißt ja garnicht, was Dir fehlt!
Heideggers Formel von der "Verbergung, die sich selbst verbirgt" klingt geheimnisvoll. Herbert Hrachovec hat sie in einer Vorlesung erläutert und zur Analyse von Donald Rumsfelds umstrittener Rhetorik der "unknown unknowns" in der Kriegsplanung verwendet. Gesendet am 27.06.2007
- Frauen: an die Arbeit! Simone de Beauvoir zum 99. Geburtstag.
Kinder hängen in unseren Breiten viel zu sehr am Rockzipfel der Mutter, sagt die kinderlose Philosophin Simone de Beauvoir. Wie sie den Existenzialismus für die feministische Bewegung zugänglich gemacht und dabei viele bis heute ungelöste Fragen aufgeworfen hat, erklärt die Philosophin Susanne Moser im Gespräch mit Ulrike Kadi. Mit Ausschnitten aus einem wenig bekannten Tondokument aus 1959. Gesendet am 07.03.2007
- Zweimal mit Wittgenstein beim Kaufmann
Am Beginn seiner "Philosophischen Untersuchungen" diskutiert Ludwig Wittgenstein als Beispiel den Einkauf roter Äpfel. Die Sendung bringt zwei Tondokumente, die sich auf diese Passage beziehen. Erstens Ausschnitte eines Seminars, das Erich Christian Schröder in den 70-er Jahren in Bielefeld gehalten hat, zweitens ein Stück aus einer Vorlesung von Herbert Hrachovec 2003. Gesendet am 07.02.2007
- Verstehensgrenze. Zu einem psychiatrischen Begriff von Karl Jaspers
Der Existenzphilosoph und Psychiater Karl Jaspers zieht zwischen Wahn und Nicht-Wahn eine Verstehensgrenze. Matthias Bormuth erläutert Form und Funktion dieser Grenze im Werk von Jaspers. Musik von Jaspers Zeitgenossen Erwin Schulhoff. Redaktion Ulrike Kadi. Gesendet am 10.01.2007
- Vokabular der Psychoanalyse
Aus Anlass von Sigmund Freuds 150. Geburtstag hielt Jean Laplanche, französischer Psychoanalytiker und Autor des "Vokabulars der Psychoanalyse", am 6. Mai 2006 einen Festvortrag in Wien. Elisabeth Putz hat ein Portrait des Lacan-Schülers und Chateaubesitzers gestaltet. Gesendet am 23.08.2006.
- Vorsicht beim totalen Umsturz - ein zweites Mal Descartes
Richard Heinrich spricht mit Esther Ramharter ueber das Menschenbild, die Wissenschaftsauffassung und die Gottesbeweise von Rene Descartes. Gesendet am 28.06.2006
- Charles S. Peirce, die Abduktion und die Dedektive
David Wagner mit einer Sendung über Charles S. Peirce, die Abduktion und die Dedektive. Gesendet am 14.06.2006
Eine Leseliste zur Sendung:
1) Allgemein zu Charles Sanders Peirce:
De Waal, Cornelis: On Peirce. Belmont, CA: Wadsworth Philosophers Series, 2001.Peirce, Charles S./ Kenneth Laine Ketner: His glassy essence: an autobiography of Charles Sanders Peirce. Largely in Charles S. Peirce’s words, with additions by Kenneth Laine
Ketner. Nashville & London: Vanderbilt University Press, 1998.
2) Zu Peirces Wissenschaftstheorie und der Abduktion:
Dauben Joseph W.: „Peirce and History of Science“ In: Peirce and Contemporary Thought. Hrsg. von Kenneth Laine Ketner. New York: Fordham University Press, 1995. S 146-195.
Fann, Kuang T.: Peirce’s Theory of Abduction. The Hague: Nijhoff, 1970.
Nagl, Ludwig: Charles Sanders Peirce. Frankfurt/New York: Campus, 1992.
(besonders:Kapitel 4 „Wissenschaftstheorie (Abduktion/Deduktion/Induktion)“ S 107-119)3) Zu Peirces Abduktion und der Hypothesenbildung in Kriminalliteratur:Eco, Umberto/ Thomas A. Sebeok (Hrsg.): Der Zirkel oder Im Zeichen der Drei. Dupin – Holmes – Peirce. München: Wilhelm Fink Verlag, 1985.
von Uthmann, Jörg: Killer, Krimis, Komissare. Kleine Kulturgeschichte des Mordes. München:
C.H. Beck, 2006.
In der Sendung verwendete Musik:
Alain Goraguer: Cora, aus dem Film „Le piège“ (1958) [Jazz in Paris #98 (LC 00699)]
Wim Mertens: Often a bird, aus dem Album „Jardin clos“ (LC 7565)
Jean Wetzel: Touchez pas au grisbi aus dem gleichnahmigen Film (1954) [Jazz in Paris #98]
Gabriel Yared: Crazy Tom aus dem Soundtrack zu „The Talented Mr. Ripley“ (SK 51337)
John Zorn: Spillane (1986), Tzadik Records (TZ 7324)
- Heterotopologie: Von Zivilisationen, Schiffen, Eltern und Ehebetten
Sendung aus Anlass von Michel Foucaults achtzigstem Geburtstag. In einem Radiovortrag 1966 spricht Foucault über Heterotopien. Er unterscheidet sie von Utopien wie von Topien. Wir bringen Foucaults Thesen im Original mit einem Kommentar von Tobias Klass. Gesendet am 03.05.2006
- Ich und die Mathematik - Rene Descartes
Esther Ramharter spricht mit Richard Heinrich über Rene Descartes, der die analytische Geometrie erfunden hat, den menschlichen Körper wie eine Maschine betrachtete und meinte, mit seinen eigenen Ideen eine neue Epoche der Philosophie eingeläutet zu haben - was man ihm bis heute glaubt. Gesendet am 11.01.2006.
- Ingeborg Bachmann
Richard Heinrich spricht mit der Philosophin, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Barbara Agnese über Ingeborg Bachmann: ihre Dissertation zur die Heidegger-Rezeption, ihre Auseinandersetzung mit Wittgenstein, die Frankfurter Poetik-Vorlesungen und das philosophische Denken in ihrer Dichtung. Gesendet am 29.06.2005
- Simone Weil
War Andre Weil der Bruder der bedeutenden Philosophin Simone Weil, oder war Simone Weil die Schwester des bedeutenden Mathematikers Andre Weil? War sie religiöse Verrückte oder - wie es ihr Bruder nach ihrem Tod verstanden zu haben meint - einfach mit anderen Maßstäben zu messen? Ist die Mathematik eine rein formale Wissenschaft, oder hat Simone Weil recht, wenn sie für die Mathematik und für jede Wissenschaft einen begrifflichen und inhaltlichen Bezug auf "das Leben" fordert? Esther Ramharter führte ein Gespräch mit Gerhard Kowol. Gesendet am 23.02.2005.
- Aristoteles und Thomas v. Aquin über Seele
Christof Rapp, Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität in Berlin, hielt am Institut für Philosophie einen Vortrag über "Seele" in der griechischen und mittelalterlichen Philosophie (Herbst 2004). Er stellt den aristotelischen "Hylemorphismus" gegen Materialismus und Dualismus. Zudem verdeutlicht er, dass vergleichsweise kleine interpretatorische Eingriffe durch Thomas von Aquin die antike Vorgabe des "intellectus agens" (einer Fähigkeit der Seele) in eine unbeabsichtigte, aber äußerst erfolgreiche, Richtung drängten." Gesendet am 09.02.2005
- Plotin Collage
ens Halbwassen, Professor für Philosophie in Heidelberg, sprach unlängst in einem Wiener Vortrag über das Verhältnis von Geist und Seele beim spätantiken Neuplatoniker Plotin. Die Sendung bringt Ausschnitte davon und ergänzt sie mit Bemerkungen über die Rolle der Materie bei Plotin. Ulrike Kadi hat sie im Zusammenhang mit ihrem Seminar über Luce Irigaray, verfasst. Die Musik von "Throbbing Gristle" ist ein Soundtrack zur 'materia prima'. Gesendet am 01.12.2004
- David Humes Ethik
Ein kurzer Durchgang durch Humes Ethik: Gefühl oder empiristisch-nüchterne Naturwissenschaft ? Einige Abstecher in aktuellere Diskurse werden unternommen. (Gestaltet von Esther Ramharter.) Gesendet am 22.09.04
- Aristotelismus und Universitäten
Sergius Kodera über Aristotelismus und Universitäten und den Parallelen zur aktuellen Situation an den Universitäten. Gesendet am 02.06.04
- Kants praktische Philosophie - wie praktisch ist sie?
Ist es nicht einigermaßen weltfremd, wenn Kant zur Lösung von Problemen der Moralphilosophie von "Bürgern einer intelligiblen Republik" spricht? Welchen Sinn hat es überhaupt, von Moral zu sprechen, wenn wir von derNatur vollständig determiniert sind? Esther Ramharter präsentiert K.W. Zeidlers Antworten auf Fragen, die sich anlässlich eines Vortrags von G. Leyva, stellten. Gesendet am 21.04.04
- Aulagnier, Piera
Ein gängiger Vorwurf an die strukturale Psychoanalyse besagt, dass sie den Körper vergesse. Die französische Psychoanalytikerin Piera Aulagnier (1923-1990) sieht die Herkunft der Worte eines Kindes in engem Zusammenhang mit dessen körperlichen Erfahrungen. Aufbauend auf Theoreme Jacques Lacans und Melanie Kleins hat sie eigene Begriffe wie das Piktogramm entwickelt, die weder philosophisch noch psychoanalytisch bisher ausreichend gewürdigt worden sind.
- Augustinus und Wittgenstein
In diesem Jahr bringen die 'Brocken' in lockerer Folge Sendungen zu Ludwig Wittgensteins 'Philosophischen Untersuchungen'. Sie basieren auf einem Seminar, das Erich Christian Schröder Ende der 70er Jahre in Bielefeld gehalten hat. Der Schwerpunkt der aktuellen Sendung ist die Rolle des Augustinus-Zitates zu Beginn des betreffenden Buches. Gesendet am 20.11.2002
- Sokrates und Wittgenstein
Die Sendung ergänzt die im Wintersemester 2002/03 von H. Hrachovec an der Universität Wien gehaltene Vorlseung über Ludwig Wittgensteins "Philosophische Untersuchungen". Sie bietet Teile des Mitschnitts einer Seminarveranstaltung, die der Bielefelder Philosoph Erich Christian Schröder in den 70er-Jahren zum selben Thema gehalten hat. In dieser ersten Einheit einer als lockere Folge geplanten Serie geht es um den Kontrast zwischen der Sokratesfigur der platonischen Dialoge und dem Gestus der Wittgensteinschen Spätphilosophie. Gesendet am 23.10.2002
- Leone Ebreo: ein jüdischer Philosoph der Renaissance
Diese Sendung befasst sich mit den "Dialoghi d'amore", (Dialoge über die Liebe), einem faszinierenden Kapitel jüdischer Philosophie der Renaissance. Eine Sendung von Sergius Kodera. Gesendeat am 05.06.2002
- Marx Karl
Karl Marx war nicht nur der Philososph, dessen Denken den größten Einluß auf die politische Praxis des 20. Jahrhunderts hatte, er hat in manchen Fragen nach wie vor erstaunliche Aktualität: Werttheorie, Analyse ökonomisch-politischer Herrschaftsverhältnisse und neuer Formen von Ausbeutung erscheinen erschreckend gegenwärtig angesichts der immer ungehemmteren Durchsetzung der neoliberalen Profitmaximierung, in deren Logik nur zählt was zähl- und zahlbar ist. Kein Zufall, dass in Wien vor kurzem die Zeitschrift "Grundrisse" gegründet wurde: die Zeitschrift für linke Theorie und Debatte, die sich kritisch und gegenwartsbezogen mit Marx und marxistisch inspirierten Theorien auseinandersetzt. Motto der 1. Nummer: "Es genügt nicht, dass der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muss sich selbst zum Gedanken drängen" Eine Sendung von Alice Pechriggl und Karl Reitter. Gesendet am 08.05.2002
- Paul Ricoeur
Franz Prammer und Ulrike Kadi sprechen über Paul Ricoeur: seine Biographie, seine wichtigsten Werke und seine Bedeutung für die gegenwärtige Philosophie. Als Studiogast: Bob Dylan. Gesendet am 24.10.2001.
- Cicero über die Redekunst
Sergius Kodera und Richard Heinrich sprechen über Ciceros rhetorisches Hauptwerk: "De Oratore" (ca. 55 v.Chr.). Gesendet am 7.11.2001.
- Arendt, Hannah
Alice Pechriggl und Sabine Kock sprechen über Hannah Arendt. Abschließende Musikeinspielung: "Surabaya Jonny". Gesendet am 9. Mai 2001.
- Kierkegaard, Sören
Es handelt sich um die 25. Sendung der "Philosophischen Brocken", deren Titel einem Buch von Kierkegaard entlehnt ist. Ulrike Kadi und Klaus Ebner sprechen über den Philosophen. Gesendet am 11. April 2001.
- Bourdieu, Pierre
Elisabeth Nemeth und Günther Hefler sprechen über Pierre Bourdieu. Gesendet am 14. Februar 2001.
- Gracian, Balthasar
Der spanische Barockphilosoph Balthasar Gracian hat ein Handbuch für Höflinge verfaßt, mit dem sich Sergius Kodera und Thomas Brandstätter beschäftigen. Gesendet am 3. Jänner 2001.
- Roig, Arturo
Franz Wimmer und Günther Mahr sprechen über Arturo Roig, einen argentinischen Theoretiker. Gesendet am 20. Dezember 2000.
- Castoriadis, Cornelius
Alice Pechriggl und Gerhard Unterthurner sprechen über Cornelius Castoriadis. Interessant u.a. im Kontrast zur Sendung über die Demokratietheorie Claude Leforts und Marcel Gauchets. Gesendet am 6. Dezember 2000.
- Lacan, Jacques
Klaus Ebner und Ulrike Kadi sprechen über Jacques Lacan. Sein Vater handelte mit Kolonialwaren. Gesendet am 8. November 2000.
- Nietzsche, Friedrich
Anläßlich einer Lehrveranstaltung, die mit einer interaktiven Textwelt an "Also sprach Zarathustra" anknüpft, unterhalten sich Hans Gerald Hödl und Herbert Hrachovec über Friedrich Nietzsche. Musikalischer Glanzpunkt: Ausschnitte aus einer Carmen-Produktion von 1904. Gesendet am 11. Oktober 2000.
- Ibn Khaldoun
J. Ben Abdeljelil und Franz Wimmer sprechen über den arabischen Geschichtsphilosophen. Gesendet am 30. September 2000.
- Platon
Alice Pechriggl und Gudrun Perko diskutieren Platons "Symposion" und Liebesverhältnisse im antiken Griechenland. Gesendet am 7. Juni 2000
- Bruno, Giordano
Helmut Neundlinger und Sergius Kodera sprechen über den Rennaissancephilosophen: Leben,Werk und Wirkung. Gesendet am 21.Juni 2000.
- Kant, Immanuel
Richard Heinrich und Markus Schlosser sprechen über Immanuel Kant. Man erfährt genau, ein wie schwerer Autor er ist. Dazu Musik vom Wiener Kaiserhof. Gesendet am 24. Mai 2000.
- Davidson, Donald
Mit dieser Sendung wurde die Serie "Philosophische Brocken" auf Radio Orange am 26. April 2000 eröffnet. Anita Eichinger hat ihre Dissertation über Davidson verfaßt. Ein einschlägiger Artikel Herbert Hrachovec' nennt sich Risking Truth.Die Sendung enthält zur Verdeutlichung der philosophischen Thesen ein Lied Georg Kreislers, Kriegserinnerungen Davidsons und die Exegese eines Gedichtes von Ernst Jandl.
- Ibn Rushd
J. Ben Abdeljelil und Franz Wimmer im Gespräch über den arabischen Aristoteliker, im Westen bekannter unter dem Namen Averroes. Gesendet am 10. Mai 2000.
- Interesse als Wissensstrategie. Ein Blick auf ethologische Praktiken
Ein Biosoziologe sieht nicht das gleiche wie ein Behaviorist sieht nicht das gleiche wie ein Ethologe, auch wenn sie dieselben Menschen oder Tiere beobachten. Sehen sie schlicht etwas anderes, weil sich unterschiedliche Perspektiven einnehmen, verschiedene Fragen stellen und alles, was nicht in direkten Zusammenhang damit steht, ausblenden? Oder kreieren sie je so spezifische Situationen, dass die Forschungsobjekte sich dem einen als langweilig, dem anderen als höchstinteressant zu sehen geben? Vielleicht werden Menschen, Tiere und andere lebendige Wesen interessanter, wenn ein adäquates Ambiente es ihnen ermöglicht, eigene Interessen zu artikulieren. Was aber hat die Kategorie des Interesses auf Seiten der Objekte im Kontext ihrer wissenschaftlichen Erforschung zu suchen? Das wird deutlich, wenn man Inter-esse wörtlich als dasjenige versteht, das Dazwischen ist, das also Nähe oder Distanz zweier Dinge zueinander angibt und zugleich allererst ihren Austausch ermöglicht. Anhand einiger Beispiele aus der Ethologie soll mein Beitrag verdeutlichen, was unter interessiertem Experimentieren mit im Gegensatz zu Experimentieren an den Dingen gemeint sein könnte, und danach fragen, wie eine Konzeption des Wissens aussehen würde, die solchen interessegeleiteten Praktiken adäquat wäre.
- The Mental as Fundamental
Workshop "The Mental as Fundamental - Panpsychism and the Hard Problem of Consciousness" (Welcoming Address by Herbert Hrachovec)
- 2 Medientheoretiker als Piraten
In einem Berliner Workshop zum Thema " Technik und Theorie Digitaler Medien. In oder zwischen Informatik, Philosophie & Medienwissenschaften?" (Jänner 2010) bezeichneten sich die beiden Wiener Theoretiker Claus Pias und Herbert Hrachovec (in unterschiedlicher Hinsicht) als Piraten. Pias beschreibt die institutionellen Verhältnisse der Medienwissenschaft im deutschsprachigen Raum, Hrachovec bringt philosophische Bemerkungen zum Thema "Feedback und Stellungnahme".
- Emerging Archives/Parallel Archives
Beitrag zum Symposium Emergenzen 7, Wien 2008.
Als Fallstudie stellte Gabriella Ivacs ein Pilot-Projekt der Open Society Archives vor: Unter dem Namen Parallel Archive (www.parallelarchive.org) wurde die Digitalisierung von Archivmaterialien vorgenommen, wobei das Archiv »lediglich« die Materialien sowie die digitale Infrastruktur bereit stellt, während die ForscherInnen des Archivs die Archivstoffe auf freiwilliger Basis für eine Online-Publikation aufarbeiten. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das Modell auf Interesse stößt und mit der Möglichkeit, im Rahmen eines wissenschaftlichen Forums die Präsentation der Archivalien zu besprechen, gleich eine Kontrollfunktion eingeschaltet werden konnte, welche die Wissenschaftlichkeit zu garantieren imstande ist. Die Initiative, wie auch ähnliche Projekte, müssen allerdings die bereits mehrfach erwähnten Bedenken hinsichtlich der rechtlichen Situation, der Systematisierung und der Kontextualisierung reflektieren. Bis Ende 2011 wird die Öffnung für eine internationale Forschergemeinschaft und die Veröffentlichung der Quellenkodes vollzogen. In der an- und abschließenden Diskussion konnten insbes. im Lichte des Vortrags von Gabriella Ivacs die Vorzüge von Open Access bekräftigt werden, gleichzeitig aber die Einsicht, humanwissenschaftliche OA-Publikation bedürfe massiver institutioneller und finanzieller Unterstützung, dahin gehend relativiert werden, dass Einzelinitiativen eine maßgebliche Rolle zugesprochen bekommen müssen, um nicht nur demokratische Verhältnisse, sondern auch altruistisch motivierte Kreativität walten zu lassen.
- Going digital: Die Neu(er)findung des Bibliothekskonzepts
Beitrag zum Symposium Emergenzen 7, Wien 2008.
Bevor die Strategien der Österreichischen Nationalbibliothek vorgestellt wurden, skizzierte Bettina Kann den allgemeineren Kontext von Digitalisierungsprojekten: Nach der auch offiziellen Ausformulierung der Erkenntnis, der freie Zugang zur Information und Wissen stärke das gesellschaftliche Engagement und soll als Priorität auch auf EU-Ebene gelten, konnten die Rolle der traditionellen Bibliotheken und das Problem der Digitalisierung neu diskutiert werden. Allerdings begünstigten die erbrachten zentralen Maßnahmen v.a. Einzelprojekte, die bspw. in den österreichischen Bibliotheken zunehmend isoliert und durch mangelnde Kooperationsmöglichkeiten gehemmt geführt wurden und werden. Die Situation wird auch noch dadurch erschwert, dass auf diese Weise das Kriterium der Nachhaltigkeit kaum zu erfüllen sei, und dass die Bibliotheken nicht selten mit einem Mangel an Inhalten, die digitalisiert werden sollen, konfrontiert werden. Wie allerdings das – freilich stark kritisierbare – Projekt Googlebooks sowie die bisherigen Erfahrungen bewiesen, soll die Digitalisierung nach wie vor prioritär behandelt werden, wobei das Selbstmarketing der Bibliotheken und v.a. die institutionelle Kooperation gleichfalls zu entwickeln wären. Leider aber, so Bettina Kann, verfehlen die zentralen, v.a. auf der Ebene der EU getroffenen Maßnahmen den Kern der Sache: Während die technische Ausstattung mehr als ausreichend finanziert ist, konnten gerade die inhaltlichen Mängel nicht behoben werden, und außerdem zeigten die Berichte eine krasse Asymmetrie zwischen den finanziellen Aufwendungen und den Mengen an digitalisierten Inhalten. Was die Digitalisierungsprojekte der ÖNB betrifft, konnte Bettina Kann nicht nur von einer vielfältigen, Zeitschriften, Gesetzestexte, Porträts, Papyri und Erstausgaben umfassenden, allerdings v.a. auf Bildformate beschränkten archivalischen Aktivität berichten, sondern auch davon, dass die Verpflichtung von Verlagen, der Nationalbibliothek ein Pflichtexemplar einzureichen, nun auch auf Offline-Medien ausgedehnt werden konnte. Die freie Zugänglichkeit dieser Materialien ist jedoch nach wie vor problematisch: Die Verhandlungen, die mit Verlagen geführt werden, scheitern häufig an den Fragen des Copyrights.
- Remix, Shootout, Peer Control. Gefährliche Chancen am freien digitalen Markt
Beitrag zum Symposium Emergenzen 7, Wien 2008.
Die Anfänge der dynamischen Auffassung vom Umgang mit Inhalten v.a. im Kreise von Peer Communities seien in der Remix-Bewegung zu sehen: Die inhaltlichen und gegenständlichen Bezüge würden in diesen Rahmen ohne motivierte Verbindungen aneinander geknüpft und kombiniert, was einen öffentlichen Raum schafft, in dem zwar Freiheit der Meinungsäußerung und demokratische Entscheidungsstrukturen herrschen, der aber auch zum Raum fürie Anfänge der dynamischen Auffassung vom Umgang mit Inhalten v.a. im Kreise von Peer Communities seien in der Remix-Bewegung zu sehen: Die inhaltlichen und gegenständlichen Bezüge würden in diesen Rahmen ohne motivierte Verbindungen aneinander geknüpft und kombiniert, was einen öffentlichen Raum schafft, in dem zwar Freiheit der Meinungsäußerung und demokratische Entscheidungsstrukturen herrschen, der aber auch zum Raum für unkontrollierbare Inhalte avanciere. Dies sei, so Hrachovec, bei weitem nicht als etwas zu Verurteilendes zu bewerten, denn Demagogie und wilde Rhetorik hätten bereits in der griechischen antiken Demokratie ihren Platz, akzentuiere jedoch das Problem, inwiefern dem Fachwissen und dem Professionalismus unter solchen Bedingungen noch eine Rolle zukommen könne. Die Aktualität der problematisch gewordenen Qualitätskontrolle könne gerade in diesen Praktiken des Remix verschärft vor Augen geführt werden: Der Tendenz, Inhalte völlig frei zu verwenden, ja diese eventuell gewollt zu missbrauchen, müsste v.a. in der wissenschaftlichen Praxis das Peer-Reviewing effektiv entgegen gestellt werden. Das, was in Form von wissenschaftlichem Referieren innerhalb des Wissenschaftsbetriebs bereits als eingebürgert gilt (d.h. kontextuelles Peer-Reviewing durch fachwissenschaftliche Kreise), lässt sich indessen auf die Remix-Praxis nicht übertragen. Da hier die Unterscheidung »Laie – Fachmann« nicht greift, bedarf es eines sog. konstitutiven Peer-Control, d.h. einer Konstellation, in der die Evaluierung durch gleichgestellte und einem abstrakten Begriff des Fachmanns Rechnung tragende Instanz, sprich öffentliche Meinung ausgeübt wird. Der parallele Wunsch, Open Access nicht nur zum Organisationsprinzip, sondern auch zum Kontrollprinzip der fachwissenschaftlichen Kultur zu machen, kann nur dann eingelöst werden, wenn die Kooperationsfähigkeit als Grundsatz für das Hervorbringen hochqualifizierten Wissens genügend gefördert wird, was eindeutig als die Funktion von staatlichen Entscheidungsträgern ausgewiesen werden muss.
- Public Intelligence - Wissen.schaf[f]t. Freiheit?! Open Access, (preemptive) Self-defence, Collateral Damage and Science-guerilla
Beitrag zum Symposium Emergenzen 7, Wien 2008.
Ausgehend von der Vernetzung der im Grunde gegensätzlichen Konservierungsbestrebungen des kulturellen Erbes und der Innovation als solcher wies der Vortragende darauf hin, dass Open Access lediglich als eine unter den unterschiedlichsten Reaktionen auf die kreativen Techniken im Internet anzusehen ist. Unter den vielfältigsten, gegenwärtig kursierenden juristischen Lösungen könnte die Rechtsform »Copy-Left«, d.h. ein Copyright für ausschließlich im WWW publizierten Beiträge etabliert werden. Für die Rentabilität von OA-Veröffentlichungen könnte indessen das Modell von Apple als Musterbeispiel dienen, dem es gelungen ist, den Download rentabel zu gestalten und zwar in Konkurrenz von Raubkopien. Gernot Hausar empfahl, für den OA-Bereich eine Akzentverschiebung vorzunehmen, denn, wie er meinte, das Hauptproblem bestehe weniger in Fragen der Förderung und der Qualitätssicherung, als vielmehr in der Zitierbarkeit der einzelnen Inhalte und Quellen, zumal das Internet als eine zutiefst dynamische, mit minimalen Kontrollinstanzen ausgestattete Institution fungiert und daher auch nicht dafür bürgen kann, solche Konservierungsmaßnahmen durchzuführen. Wie bereits mehrfach in den Diskussionen angeschnitten, plädierte Gernot Hausar auch jetzt für die Stärkung von kleineren Initiativen: Als aktuelles Gedankenexperiment am Beispiel von universitären Seminararbeiten präsentiert, gab er zu bedenken, wie eine beachtliche Datenbank alleine durch die Veröffentlichung von studentischen Beiträgen erstellbar wäre, würde eine Universität die nötigen Mittel, aber v.a. das nötige Interesse aufbringen. Um der Inflexibilität und der nicht seltenen Innovationsfeindlichkeit von Institutionen entgegenzuarbeiten, muss eben das individuelle Engagement, ja der Altruismus, der z.B. von Falk Reckling radikal in Zweifel gezogen wurde, nachdrücklicher gefördert werden, was mit Hilfe einer zentral geführten Linksammlung o.Ä. nicht in Isolation und Zersplitterung abdriften würde. Weiters gab der Vortragende zu bedenken, ob das Modell einer unentgeltlichen, durch Werbung finanzierten Datenbank nicht auch auf die wissenschaftlichen OA-Publikationsformen übertragbar wäre. Ein Versuch, dieses Modell umzusetzen, wäre umso ratsamer, denn es ist öfters der Fall, dass ursprünglich öffentlich finanzierte Projekte durch Gruppen mit Profitinteressen einvernommen werden: Dagegen sollte die Idee einer offenen Gesellschaft stärker unterstützt werden, indem der Staat dafür sorge, die einschlägigen Mittel für eine kritische Zivilöffentlichkeit bereit zu stellen.
- Five Reasons to Promote Open Access
Beitrag zum Symposium Emergenzen 7, Wien 2008.
Als Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts, das sich zunehmend für die OA-Bewegung innerhalb des Wissenschaftsbetriebs engagiert und auch analytisch mit den Entwicklungen im OA-Bereich als Teilnehmer der Initiative EUROPA (European Observatory on Publishing, Preservation and Access) auseinandersetzt, sowie als Leiter des Research Network 1989, einer transnationalen Forschungsgruppe, die die sozialen, ökonomischen, juristischen und politischen Auswirkungen der Wende analysiert und ihre Ergebnisse als OA-Publikation zugänglich macht, präsentierte Chris Armbruster eine Reihe von Projekten, die sich für den Einsatz und die Verbreitung von Open Access innerhalb der Wissenschaftskommunikation einsetzen. Die Zielsetzungen sowie die prospektiven Erträge dieser Projekte decken sich mit den Argumenten, die bereits zu Beginn der Tagung festgestellt wurden, die Art und Weise jedoch, wie eine florierende OA-Plattform zu errichten wäre, wurde vom Vortragenden wie folgt skizziert: Mit der Gründung eines OA-Journals sollen Präferenzen in diese Richtung stark gemacht werden, z.B. durch die Förderung, Studien oder Artikel in disziplinäre oder institutionelle E-Print-Repositorien einzureichen. Die juristischen Rahmenbedingungen sollen zu Gunsten von OA-Publikationen klar definiert werden, wie auch z.B. der Zugang von Alumni zu universitären elektronischen Bibliotheken. Darüber hinaus soll die Zugänglichkeit solcher Quellen in armen Ländern durch kostengünstige oder entgeltfreie Lösungen garantiert werden. Dabei sind Grundsatzfragen zu klären: Inwiefern soll z.B. die Verpflichtung zur (eventuell assistierten) Selbstarchivierung die Seite der Verlage oder der AutorInnen betreffen, ja wäre überhaupt die Archivierung als Pflicht, Empfehlung oder bezahlter Service auszuweisen? Soll die Finanzierung der OA-Publikation von den AutorInnen, eventuell von AbonnentInnen, von Sponsoren oder Sponsorengruppen geleistet werden und wie wäre die zukünftige Funktion von Verlagen und Repositorien unter diesen Umständen zu definieren? Darüber hinaus müssen technische, finanzielle und gesetzliche Parameter festgestellt werden, die u.a. die Anwendung von Open Standards, die Präferenzen der Förderung und die Nichtexklusivität der Lizenzen zur Zertifizierung von Forschungsergebnissen regulieren. Dies alles setzt allerdings eine Neubestimmung von Zuständigkeiten voraus, die die Rolle von Förderinstitutionen, Verlagen, Forschungsstätten betrifft: Demnach, wie dies auch von Falk Reckling nachdrücklich formuliert wurde, sind basale wissenschaftspolitische Strategien im Bereich der Wissensvermittlung auszuarbeiten, an Hand deren institutionelle Funktionen, Finanzierungsmaßnahmen (auch für den kommerziellen Gebrauch von Forschungsergebnissen) und Digitalisierungsrichtlinien klar definiert werden können.
- The Policy of the Artificial: Strategies, Tendencies and Perspectives.
Zurück in die Zukunft – Von Utopien in Kybernetik und Robotik
Die Roböxotica – die in ihrer Wissenschaftlichkeit, Seriosität und niveauvollen Unterhaltsamkeit einzigartige Veranstaltung zum Thema der Kybernetik, Robotik und deren Kontexten – findet heuer zum zehnten Mal statt. Wie auch in den Vorjahren wird die internationale Ausstellung durch ein anspruchsvolles Rahmenprogramm ergänzt: Neben der traditionellen Filmschiene wird es auch wieder eine ergänzende Konferenz zum Schwerpunktthema geben.
Mit den bisherigen Arbeitsfeldern war die Roböxotica immer klar der aktuellen, kritischen Auseinandersetzung mit Fragen der Kybernetik und der Robotik verpflichtet. Nicht zuletzt auch anlässlich des anstehenden Jubiläums dieser im besten Sinne zur Tradition gewordenen Veranstaltung soll 2008 unter dem Motto der Utopie stehen. Mit dem Titel "Zurück in die Zukunft" ist dabei aber nicht nur das Feld der Science- und Social Fiction und deren innovationsstiftendes Potential angesprochen; vielmehr wird heuer auch unter dem gesellschaftspolitischen Schlagwort der "Utopie" die Verhandlung kybernetischer und robotischer Grundfragen und deren soziale Wirklichkeit verstärkt Teil des Programms sein. Die technologischen Möglichkeiten und Herausforderungen des angebrochenen 21. Jahrhunderts haben Menschen und Maschinen immer stärker zusammenrücken lassen; in Aussagen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist die Realexistenz Künstlicher Intelligenz bereits nur noch eine Frage der Zeit. Technische Innovationen und gesellschaftliche Normvorstellungen bzw. Verrechtlichungstendenzen prallen hier aufeinander – und lassen dabei, trotz der positiven Aspekte z.B. in der Humanmedizin – das wirkungsmächtige Utopia nicht selten als Schreckensvorstellung erscheinen. Die Realisierung des Konzepts "Cyborg" scheint realistischer und näher denn je, der Bedarf nach einer konstruktiv-kritischen Auseinandersetzung mit ebendiesen Fragen darf dabei nicht ausbleiben.
Technologie als angewandte, sozial implementierte Technik wirkt sich entsprechend auf den wissenschaftlichen Diskurs aus: Kybernetik, als die Wissenschaft von der Struktur komplexer Systeme und ihrer Nebenwirkungen, ist als Universaldisziplin in Diskussion geraten. Die schon in den Grundsätzen der Disziplin vorhandenen, humanwissenschaftlichen Elemente bilden eine notwendige Ergänzung zu den transportierten und perpetuierten technizistischen Sichtweisen. Die gesellschaftliche Realität, und auch dies ist immer Teil der Aufgabe der Roböxotica gewesen, braucht sozusagen Interdisziplinarität und die erwähnten Teilelemente um sich auf angemessene Weise mit den Strukturentwicklungen‚ "Künstlichkeit – Natürlichkeit", wirtschaftspolitisch-militärischen Transfer- und Ordnungsprozessen und ästhetischen Debatten mit hohem gesellschaftlichem Impactfaktor (z.B. Cyberpunk – (Post)Cyberpunk) sinnvoll auseinandersetzen zu können. Die Roböxotica ist aufgrund ihrer Ausrichtung, Frequenz und Wirkung die ideale, barrierefreie Option um diese komplexen Themenfelder zu vermitteln, praktisch und theoretisch darzustellen und in angemessenem Rahmen zu diskutieren.
Panel 3: Stefan Lutschinger, Binx, Mitch Altman, Melinda Richka, Sergej Teterin
Host: Johannes Grenzfurthner
- Die Gewalt der Schoepfung oder die Schoepfung der Gewalt?
Religion fungiert noch immer als Rechtfertigungsinstrument von Gewalt. Welchen Beitrag leistet die christliche Exegese zu einem solchen Verstaendnis von Gewalt und Religion? In ihrem Vortrag, den sie auf der Tagung Das Geschlecht der Religion am 5. Juni 2004 in Linz gehalten hat, sucht Grace M. Jantzen nach alternativen Lesarten von bekannten Stoffen. Musik zur Sendung: Loomlight, Opus Akoben. Literatur zum Vortrag. Gesendet am 30.06.04
- Der vollständige Ödipuskomplex – Freuds Einsichten zu Bi- und Homosexualität
Der Vortrag der Psychoanalytikerin Susann Heenen-Wolf zum Thema „Der ‚vollständige‘ Ödipuskomplex – Freuds Einsichten zu Bi- und Homosexualität“ wurde im Mai 2010 im Rahmen der Reihe „Psychoanalysen“ im Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse gehalten. Redaktion: Ortrun Hopf
- Angst, Schmerz und Trauer – Freud, Lacan, Duras
Ein Vortrag von Michael Meyer zum Wischen. Der Vortrag des Psychoanalytikers Michael Meyer zum Wischen zum Thema „Angst, Schmerz und Trauer – Freud, Lacan, Duras“ wurde im April 2009 auf Schloss Dhaun im Rahmen einer Arbeitstagung des Psychoanalytischen Kollegs, die Lacans Seminar X zur Angst gewidmet war, gehalten. Redaktion: Ortrun Hopf
- Weihnachten mit Professor Nietzsche
Eine Ton-Collage aus Tagebucheintragungen, Briefen und Zitaten, die die Freundschaft Nietzsches mit Richard Wagner nachzeichnet und die gemeinsam verbrachten Weihnachtsfeste hörbar macht. Eine Weihnachtssendung der Philosophischen Brocken von Martin Nestl und David Wagner, mit Kateryna Sokolova als Cosima Wagner. Tontechnik: Florian Spitz und Martin Nestl.
- Wieviel Muße braucht der Mensch?
Muße zu haben ist unzeitgemäß, es ist kreativ und es ist Luxus. Philosophie hat traditionell ein nahes Verhältnis zu dieser Suspendierung des Alltagsgeschäfts. Man kann das positiv hervorheben oder kritiseren. Arno Böhler, Dozent am Institut für Philosophie der Universität Wien nimmt den ersten Standpunkt ein, Herbert Hrachovec den anderen. Das Gespräch leitet Matthias Flatscher.
- Interkulturelle Bildung: Konzepte, Diskurse, Kritik
Die Sendung basiert auf einem Vortrag, den die Bildungswissenschafterin Annette Sprung von der Uni Graz am 16. Oktober 2009 im Rahmen der Konferenz "Networking Inter Cultures 09: Interkulturelle Bildung in Österreich. Gegenwart und Zukunft" in Wien gehalten hat. Hakan Gürses hatte die Konferenz mitorganisiert und bearbeitete den Mitschnitt des Vortrags.
- Ulrike Manz über Bioethik-Unterricht in der Schule
Die Sendung gibt einen Vortrag wieder, den Ulrike Manz am 19. März 2009 am "Institut für Wissenschaft und Kunst" (IWK) gehalten hat. Der Vortrag trägt den Titel: 'Letztlich muss doch jeder selbst entscheiden.' Zur Bedeutung des subjektiven Moments im Umgang mit bioethischen Fragestellungen in der Schule".
Die Integration biotechnologischer Wissensbestände in den schulischen Unterricht stellt die Institution Schule vor neue Herausforderungen. Wissensbestände als Gegenstand schulischen Handelns können nun nicht mehr als unstrittig und gegeben vorausgesetzt werden, sondern müssen in der schulischen Interaktion, im schulischen Handeln, gedeutet und bearbeitet werden. Dabei gewinnt für die Lehrenden in der Gestaltung ihres Unterrichts das Moment des Subjektiven erheblich an Bedeutung. Auf der Basis einer aktuellen Studie wird gezeigt, wie genau dieses im Unterricht zum Tragen kommt, welche Begründungen seitens der Lehrkräfte hierfür angeführt werden sowie welche unterschiedlichen Subjektkonzeptionen hier sichtbar werden.
Ulrike Manz ist Soziologin, seit 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Frauen- und Geschlechterforschung, Körpersoziologie, Wissenssoziologie und Biopolitik.
- Fingierte Repräsentationen. Anerkennungspolitik ohne Identität
Thomas Bedorf spricht über Theorien der Anerkennung in der deutschen und französischen Tradition (Axel Honneth, Jaques Ranciere). Er verdeutlicht den Themenbereich mit Kommentaren zur Leipziger Parole "Wir sind ein Volk!" und plädiert für eine Form des "strategischen Essentialismus" (G. Spivak).
- Lebensformen bei Wittgenstein. 2 Vorträge
Im April 2009 fand im Wittgensteinhaus, Wien ein Symposium über die "Lebensform Wittgenstein" statt. Zwei Präsentationen daraus werden vorgestellt. Esther Ramharter spricht über "Es geht immer mindestens ums Ganze: Wittgensteins Umgang mit Löwen, Königen und anderen Religiösen". Das Thema von Herbert Hrachovec lautet "Formvollendet?"
- Triebe: Über den Umgang mit starken Kräften
Wie lässt sich ein Phänomen wie sexsomnia verstehen? Freud hat das Sexuelle und mit ihm die Triebe zu einem zentralen Fokus der Psychoanalyse erklärt. Einzelne Aspekte seiner Triebtheorie werden im Lichte von gegenwärtigen Auffassungen in der Psychoanalyse dargestellt. Die Sendung bringt Ausschnitte aus einem Vortrag der Psychoanalytikerin Susann Heenen-Wolff. Musik: Les Reines Prochaines.
- Erinnerung und Trauma
Ein Vortrag von Ilka Quindeau. Der Vortrag der Psychoanalytikerin Ilka Quindeau zum Thema „Erinnerung und Trauma“ wurde im März 2009 im Rahmen der von Burkhard Liebsch konzipierten Tagung „Geschichtsdenken nach Paul Ricoeur“, eine Veranstaltung des Wiener Instituts für Wissenschaft und Kunst in Kooperation mit dem Institut Français de Vienne, gehalten.
Redaktion: Ortrun Hopf, Gerhard Unterthurner
- Peter Galison über Friedrich Adler und Albert Einstein
Friedrich Adler, der Sohn des Vorsitzenden der Sozialistischen Partei und Psychiaters Viktor Adler, war Physiker und ein Studienkollege Albert Einsteins. 1916 ermordete er aus Protest gegen den Krieg der Habsburgermonarchie deren Ministerpräsidenten, Graf Stürkh. Im Gefängnis in Stein schrieb er eine Kritik der Einsteinschen Relativitätstheorie. Peter Galison, Professor für die Geschichte und Philosophie der Naturwissenschaften in Harvard, stellt die Zusammenhänge in einem Vortrag detailliert dar. Dies ist die 2. Sendung zur Dokumentation seiner Präsentation. Sie bringt den Abschluss des Textes und die Antworten Galisons in der Diskussion. Anschließend führt Herbert Hrachovec ein Gespräch mit Wolfgang Reiter, einem Wiener Physiker und Wissenschaftshistoriker. Darin wird der Hintergrund des Vortrags ausgeleuchtet und einige Verbindungslinien in die Gegenwart gezogen.
- Entgrenzung und Privatisierung
Heide Gerstenberger über Entgrenzung und Privatisierung
Die Sendung gibt einen Vortrag wieder, der am Donnerstag, den 8. Mai 2008, im Depot in Wien gehalten wurde. Thema des Beitrags sind die Veränderungen von Staatsgewalt im Zeitalter der Globalisierung. Mit der Globalisierung des Kapitalismus veränderten sich nicht nur die Bedingungen nationalstaatlicher Politik, es kommt auch zu einer Teilprivatisierung zuvor öffentlicher Gewalt sowie zur Aufspaltung staatlicher Souveränität in unterschiedliche Rechtsräume, mithin zur Auflösung der Einheit von Staat und Territorium. Heide Gerstenberger hat von 1974 bis 2005 an der Universität Bremen „Theorie des Staates und der Gesellschaft“ gelehrt. Im Zentrum ihrer thematisch breit gefächerten Forschungen stehen Arbeiten zur Entwicklung von Staatsgewalt. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sie überdies zur historischen und aktuellen Entwicklung von Seefahrt geforscht, insbesondere zur Entwicklung seemännischer Arbeit in der Phase der Globalisierung.
Gestaltung: Sarah Pritz und Katharina Winger
- Deleuze und die Logik des Wahnsinns
Ein Vortrag von Marc Rölli.
Im Rahmen der Vortragsreihe „Wahn“ am Institut für Wissenschaft und Kunst hielt Marc Rölli (TU Darmstadt) im Jänner 2009 einen Vortrag mit dem Titel „Logik des Wahnsinns?“, in dem es vor allem um Gilles Deleuze und die Bedeutung des Wahnsinns für das Denken bzw. für die Philosophie ging.
Redaktion: Gerhard Unterthurner, Ortrun Hopf
- Die Aktualität der Phänomenologie
Im Rahmen der ersten österreichischen Graduiertentagung für Phänomenologie (Wien, September 2007) hielt Petra Gehring (TU Darmstadt) den Abschlussvortrag mit dem Titel: „Ist die Phänomenologie eine Wirklichkeitswissenschaft? Überlegungen zur Aktualität der Phänomenologie und ihrer Verfahren“.
Redaktion: Gerhard Unterthurner
- Medienphilosophie und Bildungsphilosophie – Schnittstellenerkundungen
Theo Hug, Professor an der Universität Innsbruck, hat am 30. Internationalen Wittgensteinsymposium in Kirchberg/Wechsel 2007 einen Vortrag gehalten: "Medienphilosophie und Bildungsphilosophie – Schnittstellenerkundungen". Die Sendung dokumentiert die Präsentation und die anschließende Diskussion.
- Mimikry. Oder die Biologie des nicht-euklidischen Raums
Seit den Studien des Biologen Henry Walter Bates bezeichnet man mit dem Terminus Mimikry die Eigenart bestimmter Spezies, Merkmale anderer Arten zu imitieren. Einige Tier- und Pflanzenarten täuschen das Erscheinungsbild einer anderen Art vor, indem sie deren Ästhetik und Verhalten kopieren. Andere, wie das Chamäleon oder das Lebende Blatt, verschmelzen mit dem Hintergrund bzw. mit ihrer Umgebung und werden so unsichtbar – sie betreiben Mimese. Die Lebewesen scheinen ihr Beobachtet-Werden mit einzukalkulieren, Ähnlichkeit schreibt sich in die Körper ein. Im Vortrag soll anhand der Mimikry versucht werden, die Konturen einer anderen Biologie zu umreißen. Aus diesem Vortrag von Peter Berz gestaltete Günther Friesinger eine Radiosendung.
- Vor Google - Suchmaschinen im analogen Zeitalter
Auszüge aus zwei Vorträgen der Tagung „Vor Google - Suchmaschinen im analogen Zeitalter“. Die Tagung wurde vom Institut für Wissenschaft und Kunst in Kooperation mit der Wienbibliothek im Rathaus im Oktober 2008 veranstaltet. Markus Krajewski (Weimar) spricht über die Suchmaschine „Ask Jeeves“ und über den Diener als Informationszentrale und somit als Vorläufer moderner Suchmaschinen. Volker Bauer(Wolfenbüttel) spricht über Recherchemöglichkeiten in Staatskalendern und -handbüchern des 18. Jahrhunderts. Gestaltung: Katharina Winger und Sarah Pritz
- Stile des Fleisches: Judith Butler revisited
In einem Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung "Gendered Subjects" skizziert Eva Waniek-Laquieze die Argumentation, den Gewinn und die Grenzen eines sprachlich bestimmten Zugangs zum geschlechtlichen Körper. Musik: Carlos Goncalves.
- Philosophy of Information Society
Im Rahmen des 30. Internationalen Wittgensteinsymposiums in Kirchberg, 2007 befasste sich eine Podiumsdiskussion mit dem Thema der Tagung: "Philosophie in der Informationsgesellschaft". Die Debatte gliederte sich in drei Teile: Aspekte des Informationsbegriffs, Wittgensteins Skepsis gegenüber solchen Fortschrittsthemen und die Herausforderung des Themas für die Philosophie. Die Sendung präsentiert einen von Herbert Hrachovec editierten Mittschnitt (in Englisch).
- Freiheitsgefaehrdung durch Computerchips?
Friedrich Kittler hat in einem 1991 erschienenen Artikel die damals eben erst entwickelte Serie der Intel x386-Chips als Instrumente der Bevormundung und Überwachung mündiger Bürger dargestellt. Ungefähr zur selben Zeit hat Richard Stallman in einer Reaktion auf restriktive Geschäftspraktiken einer Druckerfirma seine "Free Software Foundation" gegründet. Herbert Hrachovec stellt in einer Vorlesung vom Dezember 2007 die beiden Interventionen einander gegenüber. Ein Video zum selben Thema findet sich im Rahmen von Hyperkult 17.
- Freiheit im Kopf. Ein Studienprojekt.
Im Rahmen des 8. Österreichischen Kongresses für Philosophie berichteten Herbert Hrachovec und Stefan Köstenbauer von einem kooperativen Projekt zur Darstellung des Freiheitsproblems in der aktuellen Debatte zwischen Philosophie und Neurophysiologie. Sie diskutieren Eckpunkte der Arbeit mit Wikis und nennen Chancen und Schwierigkeiten ihres Einsatzes im universitären Lehrbetrieb.
- Foucaults Heterotopologien - Zwei Vorträge von Walter Seitter und Petra Gehring
Im Rahmen der Tagung „Räume und Orte. Spannungen eines Paradigmas“ (Darmstadt, Oktober 2007) der Deutschen Gesellschaft für Phänomenologische Forschung sprachen Walter Seitter zu „Foucaults Topologie: Heterotopologie“ und Petra Gehring zu „Anthropotopie – Epistemotopie – Topie“.
Redaktion: Gerhard Unterthurner, Ortrun Hopf
Musik: Charlie Parker, John Coltrane
- Verletzbarkeit: zwischen Hegel und Levinas
Brigitta Keintzel hat als FWF-Research-Fellow gemeinsam mit dem IWK und dem Institut fuer Philosophie Wien im Mai eine Tagung zu Levinas und Hegel organisiert. Wir bringen Ausschnitte aus einem Vortrag von Pascal Delhom (Flensburg). Titel: Staat, Recht und die Verletzung der Freiheit. Musik: Jacques Loussier Trio.
- Bildung als Polemik und als Ideal
Herbert Hrachovec stellt in einem Vortrag das platonische Bildungsideal vor und bezieht es auf die aktuelle philosophische Kritik am Bildungsverfall. Er bringt Beispiele der Bologna-Reform und widerspricht dem Pessimismus seiner Berufskollegen. Gesendet am 30.04.2008.
- Sprachräume der Macht und die Regime des Sichtbaren
Zwei Vorträge von Andreas Hetzel und Jens Kertscher. Beschreibung: Im Rahmen der Tagung „Räume und Orte. Spannungen eines Paradigmas“ (Darmstadt, Oktober 2007) der Deutschen Gesellschaft für Phänomenologische Forschung sprachen Andreas Hetzel zu „Sprachräume der Macht. Eine Rhetorik der Wortergreifung“ und Jens Kertscher zu „Regime des Sichtbaren. Zur politischen Funktion des Ästhetischen“.
Redaktion: Ortrun Hopf, Gerhard Unterthurner
Musik: John Coltrane
- Stabile Partnerschaften
Im Rahmen des Österreichischen Kongresses für Philosophie in Graz, Juni 2007, hat Ulrike Kadi einen Vortrag gehalten: "Stabile Partnerschaften: Über neuronale und politische Subjekte". Sie befasst sich aus der klinischen Erfahrung mit Theorien neuronale Subjektbeschaffenheit und zeigt, welche politischen Paradigmata darin zu finden sind. Gesendet am 17.04.2008.
- Mind-Brain oder Psyche-Soma?
Herbert Hrachovec gestaltete aus einem Vortrag von Alice Pechriggl eine Radiosendung: Alice Pechriggl, Universität Klagenfurt, spricht über zwei Begriffspaare, welche die aktuelle Auseinandersetzung über die Hirnforschung bestimmen. Der Vortrag wurde im Juni 2007 am Österreichischen Kongress für Philosophie in Graz gehalten. Gesendet am 19.03.2008
- Das andere Alter
Anlaesslich von Simone de Beauvoirs 100. Geburtstag veranstaltete die Universitaet Wien eine Tagung zu ihrer Studie "Das Alter". Geschlecht und Alter erweisen sich darin als miteinander eng verbunden. Wir bringen einen Bericht ueber die Veranstaltung mit Ausschnitten aus den Vortraegen. Gesendet am 05.03.2008
- Meereslust bei Jules Verne
Roland Innerhofer hielt im Rahmen des Sympsoions: Grenzflächen des Meeres einen Vortrag zu Meereslust bei Jules Verne und Günther Friesinger gestaltete daraus eine Radiosendung: Die Wasserfahrzeuge bei Jules Verne sind stets Emblemes einer paradoxen Einheit von absoluter Bewegung und absoluter Stabilität. Mobilis in mobili ist das Motto des Kapitän Nemo, Stillstand in Form von Schiffbruch, Einfrieren, Erfrieren, Verhungern, Ersticken bilden für alle Verneschen Seefahrer die größte Bedrohung. Gerade die ungehinderte Bewegung ist die Voraussetzung für die Idylle, das Vollglück in der Beschränkung. Eingeschlossen in ihren Schiffen oder Unterseebooten haben die Reisenden „die größtmögliche Zahl von Objekten zur Verfügung“ (R. Barthes). Gerade auf und unter dem Meer werden Imperien – oder deren Parodien – errichtet, ihre Territorien mit den neuesten Instrumenten vermessen und durch das Netz der Koordinaten festgelegt, ihre Bewohner durch meeresbiologische Taxonomien klassifiziert, aber auch systematisch vernichtet. Die dynamische Raumwahrnehmung auf dem Meer mutiert in ein totalitäres Konzept der Raumbeherrschung, das in Vernes Romanen durch die Position des „gefangenen“ Beobachters und beobachtenden Gefangenen reflektiert wird. Mit Vorliebe werden die mobilen Ordnungen und maritimen Regimes zuletzt wortwörtlich gesprengt: Das U-Boot des ordnungsbesessenen Anarchisten Nemo wird durch einen Vulkanausbruch verschüttet, die Propeller-Insel der steuerflüchtigen Milliardäre durch eine Explosion der Dampfmaschinenkessel in Stücke gerissen. Gesendet am 23.01.2008
- A Singular Metaphor
Why consciousness uploading, post-human existence, and life after the Singularity are popular today, and why science fiction is always about the present. Gesendet am 28.11.2007
- Die Polaritaet von Raeumen und Orten
Bernhard Waldenfels befasst sich in seinem Vortrag mit unserem Fragen nach dem Ort. Als Phaenomenologe kennzeichnet er den Leib als Ausgangspunkt jeder Beschaeftigung mit raeumlichen Fragen. Musik: Joel Leandre und Lauren Newton. Redaktion Ulrike Kadi. Gesendet am 31.10.2007
- Newton Garver: Grammar and Silence
N. Garver ist emeritierter Professor für Philosophie an der State University of New York at Buffalo. Im Rahmen des 30. Internationalen Wittgenstein Symposiums in Kirchberg, August 2007, hielt er einen Vortrag zu Wittgensteins philosophischer Grenzziehung zwischen begrifflichen Analysen ("clarification") und Schweigen. Er entwickelt, dass dieses Thema über die berühmte Schlusspassage des "Tractatus" hinaus von Bedeutung ist und diskutiert (abschließend) den Einwand, dass Schweigen keine hilfreiche politische Verhaltensweise sei. Gesendet am 22.08.2007
- Appropriation, Zitat, Remix. Von der Avantgarde in den Mainstream und zurück
Die Konstruktion von „geistigem Eigentum“ beruht u.a. auf der eindeutigen Zuordnung des „Werkes“ zum/r „Autor/in“ als dessen/deren autonomer, intentionaler Schöpfer/in sowie auf der klaren Trennung der Werke voneinander. Ein wesentlicher Teil der Geschichte der Avantgarde im 20. Jahrhundert kann gelesen werden als Versuch, diese Konstruktion zu untergraben und andere Formen der Kulturproduktion zu erproben. Viele dieser einst marginalen Praktiken sind heute zum Mainstream geworden. Dies hat technologische, epistemische und sozio-kulturelle Gründe, die im Rahmen des Vortrags untersucht werden sollen. Vortrag am IWK im April 2007. Gesendet am 16.05.2007
- Spiegelstadium revisited
In einem Vortrag im IWK erklärt August Ruhs, wohin Lacan mit seiner Theorie des Spiegelstadiums gelangt und wie wir uns verschiedene pathologische Phänomene mit diesem Konzept erklaeren koennen. Musik: Les Reines Prochaines. Für die Lacanschen Schemata siehe http://perso.orange.fr/liliane.fainsilber/pages/vademecum/bouaflelacan.htm
- Cybernetics
It has been convincingly argued that Cybernetics sought to be a universal science (e.g. Bowker 1993). This was certainly the case when it was in its ascendency in the 1950s and 60s, but Cyberentics seems to have disappeared altogether today. And yet many people talk about "cyber-culture", "cyber-space," cyber-this and cyber-that. But what happened to Cybernetics? Where did it go? Why did it go? What was its influence? How did it universalizing aspirations contribute to its decline, and its seemingly invisible yet ubiquitous presence in science and culture? Vortrag von Peter Asaro zu: What ever happened to cybernetics? Gestaltet von Günther Friesinger. Gesendet am 21.02.2007
- Free Software and Hacker
Richard Stallman hielt bei der HOPE Number Six im Juli 2006 einen Vortrag zu Free Software and Hacker. Günther Friesinger gestaltete daraus eine Radiosendung. Gesendet am 04.10.2006
- Netze hinter dem Netz
Vortrag von Rena Tangens zum Thema Netze hinter dem Netz was sowohl das Digitale hinter dem sozialen Netz als auch das Soziale hinter dem digitalen Netz meinen kann. Gestaltet von Günther Friesinger. Gesendet am 20.09.2006
- Ernst Tugendhat: Der Ursprung der Gleichheit in Recht und Moral
Vortrag am 13.12.2006 an der Universität Wien.Es gibt Philosophen, die die Bedeutung der Gleichheit für unsere normativen Vorstellungen bestreiten, und andere, die sie auf Historisches zurückführen wollen. Ich finde beides falsch.In früheren Schriften hatte ich die Orientierung an Gleichheit in der Struktur der Begründung von Moral festmachen wollen. In diesem Vortrag versuche ich zu zeigen, dass ihr Ursprung tiefer liegt. Er ist vormoralisch und gründet in dem Umstand, dass es bei gemeinsamen menschlichen Handlungen nur 2 Möglichkeiten gibt: einseitige Macht oder Symmetrie.
- E. Tugendhat: Anthropologie als erste Philosophie
Vortrag Ernst Tugendhats am 12.12.2006 an der Universität Wien.Die philosophische Anthropologie unterscheidet sich von der "empirischen" (der Ethnologie) nicht dadurch, dass sie a priori wäre, sondern durch ihren reflexiven Charakter, sie erfolgt in 1. Person (Singular oder Plural). Sie bezieht sich auf geteiltes Verstehen, und als solche liegt sie den übrigen philosophischen Disziplinen zugrunde (deswegen "erste Philosophie"). Ihre eigene Grundfrage betrifft die Struktur des menschlichen Verstehens und, was die menschliche und daher auch philosophische Grundfrage ist, die Frage nach dem "Guten". Warum wird das Anthropologische so wichtig für uns? Weil alle sonstigen Begründungen des Guten - diejenigen, die es durch Tradition und Geschichte begründen wollen, und die, die auf Übernatürliches zurückgreifen - unzureichend sind.
- The British Version of Cybernetics: Operational Research (1)
Vortrag von Wolfgang Pircher zu Aufstieg und Entwicklung dieser "manichäischen Kriegswissenschaft" (Peter Galison) ist mit dem Einsatz des Radar verbunden. Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich daraus nicht nur eine wichtige Managementtechnik, sondern eine Cyborg-Science (Philip Mirowski). Gestaltet von Günther Friesinger. Gesendet am 27.12.2006
- Zauberei
Richard Heinrich kommentiert Tonausschnitte von einem Symposium ueber Zauberkunst, das im November 2006 in Wien stattgefunden hat; Anlass war die Praesentation des Buches: 'Rare Kuenste. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauberkunst. Hg. Brigitte Felderer und Ernst Strouhal. Springer Verlag Wien, New York.' Gesendet am 29.11.2006
- Hegel, Bildung und die Wikipedia
Ein Vortrag, den Herbert Hrachovec am Institut für Philosophie gehalten hat, skizziert den Abschnitt über Bildung in Hegels "Phänomenologie des Geistes". Er bezieht sich auf die "Bildung als Betrug und Selbstbetrug"-These Thomas Auingers und illustriert sie mit aktuellen Beispielen. Durch eine Akzentverschiebung der üblichen Hegel-Interpretation ergibt sich eine Verbindung zwischen der Enzyklopädie der französischen Aufklärung und der Wikipedia. Gesendet am 09.08.2006.
- Gender in eLearning-Projekten
Virtuelle Universitäten, Telelearning, selbstorganisiertes Lernen, Learning on Demand, Bildung auf Abruf sind Begriffe, die zu einer Neuorganisation der Lehre und des Lernens führen sollen. Beim Gender Mainstreaming geht es darum, dass diese Neuorganisation, etwa auf Grund der intensiveren Durchdringung mit Technik, nicht zu Lasten bestimmter Gruppen, insbesondere der Frauen gerät, sondern umgekehrt zu ihrem Vorteil. Die Beschäftigung mit curricularen Fragen des Einschlusses von Frauen in Informatik und Mathematik führen dazu, bei der Herstellung von Gendersensitivität das Feld für Diversität von Lernstilen, Interessen, Erfahrungen und Orientierungen zu öffnen, nicht aber eine spezifische Didaktik für Frauen zu fordern: Sie würden dadurch erneut festgelegt auf ein rollenspezifisches Verhalten, dem sie womöglich gar durch die Beschäftigung mit Neuen Medien oder den Technikwissenschaften zu entkommen suchen. Der Vortrag beschreibt sich aus unseren Erfahrungen ergebende Anforderungen an Organisation und ein geschlechtersensibles Design in eLearning-Projekten. Vortrag von Britta Schinzel am 17.07.2006, Projektzentrum Lehrentwicklung.
- Wo Weibliches als feucht angesehen wird
Der französische Soziologe und Philosoph Bourdieu greift in seiner 2005 auf Deutsch erschienenen Studie Die männliche Herrschaft (frz.: La domination masculine 1998) auf Erfahrungen zurück, die er viele Jahre zuvor bei den Kabylen in Algerien gesammelt hat. Die geschlechtliche Arbeitsteilung weist den (kabylischen) Männern den besseren Part zu. Frauen und Männer haben die biologischen und sozialen Produktionsbedingungen auf unterschiedliche Weise in den Schemata ihres Habitus inkorporiert und tragen so unbewusst zur Perpetuierung der bestehenden Verhältnisse bei. Ulrike Kadi berichtet von einem Workshop, den die Gruppe Phänomenologie (Wien) zur Diskussion des Textes veranstaltet hat. Gesendet am 08.03.2006
- Wenn Manifeste in Pension geschickt werden
Eine kurze Geschichte der Avantgarden des 20. Jahrhunderts. Ein erster Teil wird einen Überblick darüber bieten, wie Dadaistinnen, Surrealistinnen, PataphysikerInnen und SituationistInnen sich als Avantgarden verstanden - und wie sie danach trachteten die vorangegangenen Vorbilder als inadäquat abzulösen. In einem zweiten Teil wird die hoffnungslose Lage der Intellektuellen des 20. Jahrhunderts aufgezeichnet. Zwar konnten sich diese zwischen Verfolgung und Kulturindustrie einige Nischen schaffen, wo sie als Exzentriker und Dandys einige Aufmerksamkeit auf sich lenkten. Doch sollte dies nichts an den Katastrophen, die sich rundum zutrugen, ändern. Und um diese Katastrophe zu verhindern waren schlussendlich die Intellektuellen und ihre Avantgarden angetreten. Gesendet am 22.02.2006
- Otto Neurath und die Methode der Bildstatistik
Elisabeth Nemeth, Professorin für Philosophie an der Universität Wien, hielt auf einer internationalen Tagung über den Wiener Nationalökonomen Otto Neurath (Oktober 2005) einen Vortrag über dessen theoretische Grundannahmen und ihr Verhältnis zur von Neurath entwickelten Methode der Bildstatistik. Die Sendung dokumentiert diesen Beitrag (in Englisch). Gesendet am 08.02.2006.
- E. Tugendhat: Freiheit und Determinismus
Ernst Tugendhat hielt diesen Vortrag am 8.1.2006 im kleinen Festsaal der Universität Wien.
- Die SI als Kritiker der französischen Studierendenbewegung
Günther Friesinger mit einem Vortrag von Bernd Beier über "Die SI als Kritiker der französischen Studierendenbewegung der 60 Jahre und ihre Bedeutung für heutige Protestbewegungen". Gesendet am 14.12.2005
- Normierte Körper des Begehrens und Gehorsams
Herbert Hrachovec mit einem Bericht über einen Vortrag den Thomas Ballhausen im Rahmen des Roboexotica Symposiums: Public Fictions - Zur Verfertigung von öffentlichen Phantasine über Normierte Körper des Begehrens und Gehorsams. "The Stepford Wives" und die Stereotypien vermeintlicher Perfektion gehalten hat. Gesendet am 30.11.2005
- Mimikry - Gefährlicher Luxus zwischen Natur und Kultur
Richard Heinrich präsentiert einen Vortrag des Kulturwissenschaftlers Peter Berz (Berlin, Humboldt-Universitaet) zu dem Thema Mimikry. Dieser stellt vor allem Ueberlegungen zu den konkurrierenden Strukturmodellen an, die von dem VerhaltensphysiologenWolfgang Wickler, dem Philosophen Roger Caillois und dem Lepidopterologen und Schriftsteller Vladimir Nabokov entwickelt wurden. Gesendet am 05.10.2005
- Weder schamlos noch beflissen. Beiträge zur Bildungsdebatte.
Die Waldviertelakademie 2005 widmete sich dem Thema „Bildung zwischen Luxus und Notwendigkeit“. Wie ist Bildung heute zu denken jenseits von geistreicher Bildungsbeflissenheit und schamloser Unbildung? Die Sendung bringt Ausschnitte aus Beiträgen von Jan Sokol, Wolfgang Müller-Funk, Klaus Zeyringer, Reinhard Winkler, Rudolf Taschner, Max Kothbauer, Peter Kampits, Franz Schuh und Kurt Palm, musikalische Kommentare von Tom Lehrer. Gesendet am 21.09.2005
- Biopictures und andere Bilder. Neues aus der Bildwissenschaft
Anhand zweier Vorträge (W.T.J Mitchell und G. Werner) werden aktuelle Entwicklungen in der Bildwissenschaft deutlich, wie sie während einer, vom IFK in Wien veranstalteten Tagung mit dem Titel "Bildwissenschaft. Eine Zwischenbilanz" im April 2005 diskutiert wurden (Redaktion Ulrike Kadi). Zwischenmusik von der Cracow Klezmer Band (Bereshit). Gesendet am 18.05.2005
- MENSCHENRECHTE ZWISCHEN WIRTSCHAFT, RECHT UND ETHIK
In den "freien Wirtschaftszonen" herrschen zumeist menschenunwürdige Arbeits- und Lebensverhältnisse; die Grundrechte werden von zahlreichen Staaten mit der Ausrede auf wirtschaftliche Entwicklung oder kulturelle Werte verletzt; um die "Migrationsströme" zu dämmen oder die "nationale Sicherheit" zu schützen, werden die Menschenrechte in den Aufnahmeländern zunehmend über Bord geworfen; Kriege werden neuerdings im Namen der Menschenrechte geführt ... Wie kann das Menschenrechtssystem auf diese neuen Entwicklungen reagieren, wie kann es sich konzeptuell weiter entwickeln? Die Konferenz wird aus theoretischer, juristischer und praktischer Sicht Antworten auf die Fragen nach Globalität und Regionalität, nach der Bedeutung von "global players" sowie der Rolle von Wirtschaft, Recht und Ethik suchen. Gesendet am 12.01.2005.
- Am Ende der Renaissance
Neue Naturphilosophie, Kolonialherrschaft, Inquisition und die Metropole des Südens. Vortrag von Sergius Kodera am 08.11.2004 im IFK. Eine erstaunliche Anzahl von einflussreichen Intellektuellen (unter ihnen Bernardino Telesio Giambattista della Porta und Giordano Bruno) verbrachten wichtige Jahre im Neapel des späten 16. Jahrhunderts. Sie kritisierten heftig die traditionelle Naturphilosophie und entwickelten radikale Theorien: beispielsweise stehen die Menschen weder im Zentrum der Schöpfung, noch unterscheiden sie sich essenziell von Tieren. Damit einhergehend wird die traditionelle Kosmologie (geozentrisches Weltbild, Elementenlehre, Existenz von Dämonen) durch neue Ordnungssysteme abgelöst, die auf der unmittelbaren Evidenz sinnlicher Wahrnehmung und nicht mehr auf metaphysischer oder religiöser Spekulation beruhen sollen. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern eine solche Naturalisierung der Welt nicht bloß Ergebnis philosophischer Debatten war, sondern auch als die konzise Reaktion einer intellektuellen Elite auf die komplexe urbane Realität Neapels verstanden werden muss. Sie war von besonderer Enge, brutaler Repression in Politik und Religion gekennzeichnet und zugleich verbunden mit einer durch die Spanische Kolonialherrschaft erzwungenen Öffnung zur iberischen Halbinsel und der „Neuen Welt“ der amerikanischen Dominios. Gesendet am 17.11.2004
- eLearning an Hochschulen
Am Montag den 27. September 2004 hielt Univ. Prof. Dr. Michael Kerres (Duisburg-Essen) am IWK einen Vortag zu "eLearning an Hochschulen - Von Einzelprojekten zur Gesamtstrategie". Herbert Hrachovec gestaltete darüber eine Sendung. Gesendet am 06.10.04
- Ernst Tugendhat: Das Problem einer autonomen Moral
Alle Moralen sind immer begründet gewesen, aber man muss eine ?heteronome? Begründung ? durch Gott oder die Tradition ? von einer ?autonomen? Begründung unterscheiden. Autonom ist sie, wenn ich das Bestehen der Normen einer Moral selbst will. Eine so begründete Moral ist aber nur möglich, wenn alle anderen sie ebenso wollen können wie ich. Das führt zum Konzept einer Moral, in der die Autonomie eines jeden begrenzt ist, aber nur durch die gleiche Autonomie der anderen.Dieses Konzept wird erläutert durch Abhebung gegen Kant einerseits, gegen einen reinen Kontraktualismus andererseits. Der Vortrag endet in einem Ausblick auf den Begriff der Herzensgüte.
- Danke im Voraus
Herbert Hrachovec mit einer Sendung ausgehend von einem Vortrag den er im Rahmen eines Symposiums am IWK gehalten hat. Gesendet am 03.12.2003.
- Das Logo wird Beziehungsmuster
Christian Zillner hielt im Rahmen der Konferenz Quo vadis, Logo ?! einen Vortrag: Das Logo wird Beziehungsmuster. Günther Friesinger gestaltet darüber eine Sendung. Gesendet am 24.09.2003
- Afrikanische Philosophie
Franz Wimmer mit einem Tagungsbericht über eine Vortrag von Heinz Kimmerle über Afrikanische Philosophie in westlichen Sprachen. Eine postkoloniale Problemkostellation. Gesendet am 10.09.2003
- Schemata des Geschlechterimaginären
Alice Pechriggl hielt im Rahmen der Ringvorlesung Brüche-Geschlecht-Gesellschaft: Leibes/Übungen einen Vortrag über Schemata des Geschlechterimaginären: Somatische Gestaltungskraft und Körpertransfigurationen. Günther Friesinger hat daraus eine Sendung produziert. Gesendet am 27.08.2003
- Fremde Körper und politischer Korpsgeist
Andre Gingrich hielt im Rahmen der Ringvorlesung Brüche-Geschlecht-Gesellschaft: Leibes/Übungen einen Vortrag über Fremde Körper und politischen Korpsgeist. Günther Friesinger hat daraus eine Sendung produziert. Gesendet am 30.07.2003
- Die begehrende Frau
Sergius Kodera mit einem Vortrag über die begehrende Frau, die Prostituierte, die Vampirin: zur Genese einiger Körpermetaphern in den Naturphilosophien der Italienischen Renaissance. Gesendet am 16.07.2003
- Demonstrative Apparate
Demonstrative Apparate. Zum Diskurs der materiellen Kultur der Wissenschaft im 18. Jahrhundert von Thomas Brandstetter. Sendungsgestaltung Sergius KOdera. Gesendet am 04.06.2003
- Öffentlicher Raum
Die Frage die Erwin Rennert in seinen Vortrag "Frequently Unasked Questions" im Rahmen der Konferenz "Geistiges Eigentum an Digitalen Prozessen" (Nachzuhören unter Kongresse) aufwarf, soll in dieser Sendung weiter verfolgt werden. "Was ist Öffentlicher Raum!" Wo beginnt oder endet er, im speziellen im Internet. ... Gesendet am 23.04.2003
- Was heißt Leben ?
Elisabeth List über Biopolitik. Biotechnologie und die Frage nach dem Lebendigen. Gesendet am 07.05.2003
- Zur Bisexualität des Menschen
Die Idee, dass ein Kind in seiner frühen Objektwahl unabhängig von seinem eigenen Geschlecht als weibliches oder männliches Individuum fungiert, taucht bei Freud an mehreren Stellen als heuristisches Modell für die frühe geschlechtliche Entwicklung auf. Die Würzburger Philosophin Bettina Schmitz hat in einem Vortrag auf einzelne Konsequenzen des Konzepts der psychischen Bisexualität für die feministische Theorie hingewiesen. Ulrike Kadi bringt Ausschnitte aus ihren Ausführungen. Gesendet am 12.03.2003
Die Literatur zur Sendung finden Sie unter:
http://phaidon.philo.at/~kadi/Schmitz.html
- Anfänge der Philosophie
Elmar Holenstein, unlängst emeritierter Professor für Philosophie an der ETH Zürich, geht in seinem Vortrag auf die Entstehung des homo sapiens in Afrika ein. Sprache und Sozialkompetenz haben dabei, nach dem gegenwärtigen Forschungsstand, eine ebenso wichtige Rolle gespielt, wie der Gebrauch von Werkzeugen. In Afrika ist auch der Beginn der heute "Philosophie" genannten geistigen Tätigkeit anzusetzen, aller Wahrscheinlichkeit nach durch Frauen. Gesendet am 26.03.2003
- Giordano Bruno: zum Begriff der Materie & Brunos Candelaio
Sergius Kodera gestaltete eine Sendung mit Vorträgen von Franz Josef Czernin über einen fiktiven Bruno-Dialog zum Begriff der Materie und von Sergius Kodera über Brunos Candelaio: Labyrinthische Sexualität, Lichter der Erkenntnis. Gesendet am 26.02.2003
- Spricht die Philosophie arabisch?
Franz Wimmer mit einem Konferenzbericht: Spricht die Philosophie arabisch? Vortrag von Mohamed Turki. Gesendet am 29.01. 2003
- Zu Jacques Lacans 100. Geburtstag
Ulrike Kadi berichtet über ein Symposium in WIen. Mit französischen Originalquellen. Gesendet am 18. Juli 2001.
- Zeitgenössische französische Demokratietheorien
Die "Drosendorfer Gespräche" werden von der Wiener "Gruppe Phänomenoplogie" veranstaltet. Das erste Treffen handelte von der Demokratietheorie Claude Leforts und Marcel Gauchets. Redigiert von Herbert Hrachovec und Ulrike Kadi. Gesendet am 21. Jänner 2001.
- Identität und Differenz
Vortrag von Hakan Gürses auf einem Symposium der "Gesellschaft für interkulturelle Philosophie" in Graz. Gesendet am 1. August 2001.
- Fluß mit Wiederkehr. Zur Frage des Signifikantenanfangs
Ein Vortrag von Artur R. Boelderl in der Seminarreihe ,,Psyche und Soma`` am IWK Wien. (7. Dezember 2000) Kurzannonce
- Nomos, Mythos, Krisis
Der volle Titel des Vortrags von Ludger Hagedorn lautet: "Nomos, Mythos, Krisis. Jan Patockas existenzialistische Interpretation der Antigone." Eine Veranstaltung der Gruppe Phänomenologie, Wien vom 16. Juni 2000.
- Symposium der Assoziation für Griechische Philosophie
Die Assoziation hielt ihr Symposium 2001 auf Rhodos. Ein Bericht von Alice Pechriggl. Viel Englisch, native speakers und Griechischer Akzent. Gesendet am 2. September 2001.
- Menschenrechte
Die Gruppe Phänomenologie hielt Juli 2001 ein zweitägiges Seminar zum Thema Menschenrechte ab. Herbert Hrachovec und Ulrike Kadi berichten. Gesendet am 29. August 2001.
- Buddhismusrezeption, interkulturell
Ein Vortrag von Ursula Baatz unter dem allgemeinen Titel "Kultur, Philosophie, Religion", gehalten am Symposium für interkulturelle Philosophie in Graz 2001. Gesendet in der Reihe "Philosphische Brocken" am 21.11.2001.
- Zeichen/Modell
Der Vortrag setzt sich mit Begriffen wie Sprache, Bild, Zeichen, Schrift,Lautliches, Visuelles und Visualisierung kritisch auseinander. Diesewerden zwar oftmals für die Analyse von kulturwissenschaftlichenPhänomenen erläuternd herangezogen, vielfach bleibt dabei jedoch imDunkeln, wie diese zentralen Kategorien der Analyse selbst zu denkensind. Dem entgegen| soll hier das Verhältnis von Sprache und visuellerDarstellung ins Zentrum der Auseinandersetzung gerückt werden: Dabeiwerden zuerst gegensätzliche Bestimmungen aufgezeigt, diese werden dannin Hinblick auf ein komplexes Zusammenspiel problematisiert (z. B. beiMedien wie z. B. des Films, aber auch bei der Wahrnehmung bzw.Zeichenaktualisierung). Anschließend wird mit Ferdinand de Saussure,Charles S. Peirce u. a. das Verhältnis von Sprache und Bild auf einerzeichentheoretischen Ebene verortet, die es erlaubt,visuelle undauditive Zeichen über ein unterschiedliches Dominanzverhältnis von sichergänzenden Zeichenkomponenten zu begreifen. Diesem Verständnis nach kannVisualisierung als die Übersetzung von Zeichen begriffen werden, die nurdeshalb gelingt, weil die zu übersetzenden Zeichentypen auf verwandtensemiologischen Komponenten beruhen. Dabei ist allerdings zu beobachten,daß der "Darstellungsgegenstand" bei der Übertragung in dasandere Zeichenmedium bis zu einem großen Ausmaß neu konstituiert wird,wobei seine| Neu- bzw. Rekonfiguration oftmals erkenntnisgewinnendwirkt.Der Vortrag fand im Rahmen der Tagung "Zeichen & Zeichnung 3. ZurVisualisierung in Wissenschaft, Kunst und Technik" am 15. 12. 2001statt, die von der IWK-Forschungsgruppe "Sozial- undKulturwissenschaften" am Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien,veranstaltet wurde.
- Heideggers religiöse Strategie (Diskussion)
Diskussion zum Vortrag von Herman Philipse.
- Zeichentheorien im Neuplatonismus
Dieser Betrag beschäftigt sich mit einem in den letzten Jahrzehnten unter verschiedenen Gesichtspunkten in der Forschungsliteratur behandelten Thema, den im Renaissance Neuplatonismus des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts diskutierten Theorien über den Zusammenhang zwischen Körpern, Zeichen und der Intervention in Körper: einer Kunst, bestimmte signa zum rechten Zeitpunkt und zum rechten Ort hervorzubringen. Man könnte eine solche artistische Produktion auch als Praxis der Magie bezeichnen, als einen Ideenkomplex, der sich mit der Manipulation von Körpern und den zugehörigen Seelen beschäftigt. Eben dieser Zusammenhang von Kunst, als Intervention in den Körper verstanden, als Einprägen von sichtbaren Formen in eine bereits mehr oder weniger gestaltete Materie, der Veränderung des Körpers durch technische Verfahren, lässt in der Philosophie der Renaissance überhaupt erst die Vorstellung zu, dass der Körper zur Gänze visualisier- oder sinnlich wahrnehmbar ist. Gesendet am 13.02.2002
- Heideggers religiöse Strategie (Vortrag)
1. Prolegomena. Wie sollte man Heideggers Werke auslegen? Arten der Auslegung: applikativ, performativ, historisch-kritisch. DasHeidegger/Gadamer Vorurteil. Methoden: "induktiv", "projektiv","hypothetisch-deduktiv". Kriterien der Hypothesenauswahl.2. Das Problem der Neu-interpretation Heideggers Existenzialien. I. Sein und Zeit als regionale Ontologie des Daseins als Sein-in-der-Welt. Heidegger's Ursprungsthese und die Destruktion der Geschichte der Philosophie. Destruktiv-konstruktive Komposition des Buches SZ. Existenzialien statt Kategorien. Heidegger's "Aktivismus": Eigentlichkeit als Wahlen der Wahl. Entwurf. Sein, Da als Lichtung. Die transzendentale Argumentation. Primat des Daseins. II. Heideggers Spaetphilosophie: eine Griechisch-Deutsche (Un)Heilsgeschichte. Formale Parallelen mit dem Christentum (Schoepfung und Eschatologie; Verfall und Wiederkunft Christi, usw.) Primat des Seins. III. Heideggers "Autoritative Interpretation" der Existenzialien im Humanismusbrief (1946) und in der Einleitung zu WiM (1949). Loewith (1953) und Von Herrmann (1964): diese Interpretation ist eine Um-Deutung die die urspruengliche Existenzialien in ihre Gegenteile verkehrt. Beispiel: Sein und Entwurf. Das Problem: wie kann man dieses Verfahren Heideggers rechtfertigen oder wenigstens erklaeren?
- Nietzsche und die philosophische Anthropologie. Das Problem der immanenten Transzendenz.
In diesem Vortrag - am Institut für Philosophie der Universität Wien, 22.4.2002 - versucht Ernst Tugendhat zu zeigen, daß Menschen sich von den anderen Tieren durch die Struktur ihrer Sprache unterscheiden. Mit dieser Struktur hängtzusammen, daß Menschen nach Gründen fragen und daher überlegenkönnen.
- Die anthropologischen Wurzeln von Religion und Mystik
In diesem Vortrag geht Tugendhat von der Frage aus, warum andere Tiere nicht beten und beantwortet sie mit Blick auf den ersten Vortrag: weil sie sich so wenig wie auf Gründe auf die Zufälligkeit des Geschehens beziehen.Im Überlegen ist ein Bezug auf den Zufall impliziert, das Angewiesenseinauf Unverfügbares. Religion und Mystik, das ist die These des Vortrags,sind die zwei Antworten, die auf das Angewiesensein der Menschen aufUnverfügbares gegeben worden sind.
- Die Uni im Wandel der Zeit
Günther Hefler hielt im Rahmen der Lehrveranstaltung von Wolfgang Pircher (Befehl und Konstruktion. Technikphilosophie als Kulturtheorie) einen Vortrag über die Universität und die sie betreffenden gesetzlichen Änderungen im Wandel der Zeit. Vortrag vom 07.05.2002
- Architectures for eLearning
John Slater (Oxford) looks at the various options for significant internationally recognised universities to enter the eLearning market.
- Bernhard Waldenfels: Gewalt, Opfer, Verletzung. Humanismus und Terror nach dem 11. September
Die Annahme, Gewalt sei roh und blind, gehört zu den verharmlosenden Klischees einer sich ihrer selbst allzu sicheren, technisch versierten Zivilisation. Eine Phänomenologie der Gewalt, die das Undenkbare zu denken versucht, wird nicht sogleich von der Rolle des Opfers zu der des Richters überwechseln, sondern Ziel und Art der leibhaftigen Verletzung, Formen der Mittäterschaft und das Ineinander von Ordnung und Gewalt bedenken, bevor zu neuen Kreuzzügen gegen die Gewalt aufgerufen wird. Gewalt bleibt Gewalt, auch wenn sie als Gegengewalt Gründe auf ihrer Seite hat.
- Robert Spaemann: Europa: Rechtsordnung oder Wertegemeinschaft
Die Rede von der europäischen Wertegemeinschaft ist zweideutig. Sie enthält die Gefahr, den zentralen Wert, der die neue Freiheit definiert, schon im Anfang auszuhebeln: das Recht. Grund zu dieser Sorge sind u.a. die Weise der Rechtfertigung des Kosovo-Krieges, die staatliche Diskriminierung von "Sekten", die zeitweise Ächtung Österreichs wegen einer demokratischen Regierungsbildung. Die Zweideutigkeit liegt bereits im Begriff des "Wertes", der ebenso absolutistische wie relativistische Konnotationen hat und beliebig instrumentalisierbar ist. Zur Zeit droht die Instrumentalisierung im Dienst eines weltanschaulich-fundamentalistischen Liberalismus, der mit einer liberalen Rechtsordnung unvereinbar ist.
- Andre Tosel: Mondialisation et Philosophie
La mondialisation se justifie comme émergence d'une société civile internationale régie par le droit international de l'humain comme tel, au-dessus des souverainetés nationales.La réalité historique ne se plie pas à ce schéma: si les grands Etats souveraines ne se font plus la querre, des guerres ethniques-racistes, les practiques de ségrégations se multiplent. Les puissances économiques ne cessent de déveloper des practiques d'inégalisation structurelle, source de violence civile.
- Charles Taylor: The Sources of Violence, Perennial and Modern
"What are the sources of violence? I mean systematic, organized violence, as in war, civil war, ethnic cleansing. Some of this may be explained 'rationally' e.g., certain wars of legitimate defense. But much contemporary violence seems to go beyond any rational explanation. Even where some forceful action seems rational, the violence inflicted often goes beyond this, killing civilians, bystanders, committing terrible atrocities.Is there a sociobiological or a ,psychological' explanation for all this? Or do we have also to invoke some 'metaphysical' dimension? I believe this latter direction of search is indispensable. Following René Girard, I want to look at the religious sources of violence in human history. I want to argue that in a transformed mode, these are still operative in our day."
- Hans Rainer Sepp: Parallele Welten: Differenz auf japanisch
In Japan ist vieles anders. Doch auch das Anderssein ist hier anders. Japanische Lebensweise besitzt die paradoxe Eigentümlichkeit, Fremdes zu integrieren, ohne es dem Eigenen anzugleichen: Das Heterogene differenter Welten wird in fließenden Übergängen aufbewahrt - zu erspüren in der Atmosphäre des traditionellen Wohnraums, dem Zusammenspiel von Architektur und Natur im Verhältnis von Innen und Außen, der Bildkunst wie überhaupt in der Kultur des Zen. Liegt diesen Zeugnissen ein stummes Konzept zugrunde, das auf den Begriff gebracht werden kann? Wenn ja, dann ist die Differenz von Globalisierung vs. Partikularität ihrerseits eurozentrisch.Hans Rainer Sepp ist am Zentrum für Phänomenologische Forschung (CFB) und an der Karls-Universität in Prag tätig. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsprojekts "Der andere Weg in die Moderne" im Rahmen des Patocka-Schwerpunkts des IWM.
- Gewalt und Opfer: Humanismus und Terror nach dem 11. September
Die Sendung besteht aus dem Mitschnitt eines Vortrags, den Bernhard Waldenfels im Mai 2002 am Wiener Institut fuer die Wissenschaften vom Menschen gehalten hat. Im Zentrum steht die Frage nach den Opfern von Gewalt, die sich einer zaehlenden Annaeherung prinzipiell widersetzen. Gesendet am 11.09. 2002
- Bernard Lewis: Religion and the Meeting of Civilizations
For a long time civilization meant us and the rest were barbarians; religion meant ours and the rest were infidels. Some religions, such as Judaism and most of the religions of Asia, concede that men may use different religions to speak to God, as they use different languages to speak to each other. This relativist view was rejected and condemned by Christians and Muslims, who shared the conviction that theirs was the one true faith, which it was their duty to bring to all mankind. Between two such religiously defined civilizations, theologically akin and territorially contiguous, conflict was inevitable. Is it now?
- Wendy Brown: A Critique of Tolerance in the Age of Identity
Tolerance, once something of an awkward supplement to liberalism, reemerged at liberalism's center in the late twentieth century. In nations and regions saturated with "difference"- ethnic, racial, religious, sexual - tolerance has been promulgated as an individual virtue, a group ethos, and a state policy. It is advocated for situations as disparate as war-torn Bosnia, racially diverse elementary schools in the United States, and European nations coping with recent waves of African and Asian immigration.It is proposed as an antidote for abusive homophobia and rising rates of hate crimes; it is advocated for dealing with those you hate, for protecting those you love. But what kind of political vision does tolerance harbor? Is it a vision of justice, community, egalitarianism, or freedom, or does it embody something of a retreat from each? In its contemporary invocation, what is the relationship of tolerance to conventional liberal and left aims of emancipation and equality? What kind of citizenship does tolerance seek or cultivate? What kind of social subject does tolerance codify or bring into being? What social stratifications, histories of dominance or marginalization, or discourses of dehumanization are entrenched rather than redressed by contemporary practices of tolerance? What are the regulatory dimensions of tolerance and to what degree is this regulation performed by the state, by civil society, by subjects of tolerance? These were only some of questions Wendy Brown developed through historical and theoretical considerations of tolerance in Europe and the United States, from the seventeeth century through the present.
- Giordano Bruno: Aschermittwochsmahl & Poetiken
Sergius Kodera gestaltete eine Sendung mit Vorträgen von Angelika Bonker-Vallon über Giordano Brunos Aschermittwochsmahl und von Klaus Reichert über Bruno - Poetiken. Gesendet am 09.10.2002
- Can the Subaltern speak ?
Inhalt: Spivak: Can the Subaltern speak? Wien: Turia&Kant 2008, Roland Barthes: Le Neutre, The Neutral, Das Neutrum und ansatzweise Diskussion von alledem - unterbrochen von sinnfälliger Musik. Gesendet am: 28.04.08 auf Radio Orange 94.0.
- Doppelgänger, Spiegelbilder und das "Ich"
Die Sendung stellt ein neues Buch von Manfred Frank mit dem Titel "Warum bin ich Ich?" (Insel Verlag, 2007) mit Otto Ranks klassischer Studie über Doppelgänger in Verbindung, und kritisiert, dass beim Versuch philosophische Fragen auf KinderUni-Niveau herunterzukochen vor allem eines auf der Strecke bleibt: das Philosophieren selbst. Gesendet am 30.05.2007
- Kritische Zeiten fuer die Kritik
Hakan Guerses lotet Moeglichkeiten aus, in Zeiten der Dekonstruktion (Gesellschafts-)Kritik zu betreiben und versucht sich in einer "Topographie" der Kritik." Gesendet am 15.11.2006
- Was sind und was sollen die Zahlen?
Die Antwort auf R. Dededkinds Frage "Was sind und was sollen die Zahlen?" in seinem gleichnamigen Aufsatz ist nur eine von vielen. Andere Verständnisse von Zahlen manifestieren sich in anderen Bezügen:
(1) die Zahlen, die Zeit und die Angst
(2) die unendlichen und vielfältigen Zahlen
(3) die Zahlen der Mathematik
(4) die Zahlen und die Mystik
Gestaltet von Esther Ramharter, Gesendet am 13.12.2006
- Der Geburtstag des Kapitalismus
Wir stehen am Anfang des 21. Jahrhunderts... und das Wassermannzeitalter fängt ja gut an: Die ArbeiterInnenschaft ist in die Gesellschaft integriert, ArbeiterInnenbewegung und Marxismus haben ihre historische Mission, nämlich zu scheitern, erfüllt. Der Kapitalismus ist zum planetarisch geschlossenen System geworden. Nirgendwo mehr ist Leben jenseits von Wert, Ware, Geld, Arbeit und Staat möglich.Der Kapitalismus ist ein System ohne Zentrum. Er ist reine Peripherie, wie Umberto Eco das einst nannte, und deswegen kann man ihn nicht ins Herz treffen, wie die Roten Brigaden das in den 1970ern verlangten. Das System hat kein Herz. Es ist vielmehr der reine Blutkreislauf, der -- unentwegt und scheinbar schon immer -- die Kapitalströme um unsere kleine, rostbraune Erde pumpt.Der Kapitalismus ist wie Christo: Er hat es geschafft, aber kaum jemand will ihm dafür gratulieren.Im Jahr der großen Jubiläen ist es aber mehr als nur angebracht auch dem Kapitalismus ein Ständchen zu bringen. Denn wenn er schon kein Herz hat, dann muss er aber zumindest einen Geburtstag haben. Sonst wäre er ja ohne Anfang und folglich auch... ohne Ende. Und das wollen wir ja nun auch wieder nicht.Der Kapitalismus, so will es uns das bildungsbürgerliche Wissen vermitteln, sei eine Wirtschaftsordnung, die den Feudalismus und das bürgerlich-handwerkliche Stadtwesen im 17. Jahrhundert ablöste.Das ist uns monochroms aber zu vage. Wenn schon etwas "wissen", dann wenigstens genau. monochrom bat zehn ForscherInnen aus unterschiedlichen Gebieten, sich Gedanken über den Geburtstag des Kapitalismus zu machen und diese Gedanken in Textform zu gießen. Danach wurden die Texte von SchauspielerInnen, RadiomoderatorInnen und PerformancekünstlerInnen eingesprochen. Gesendet am 01.06.2005
- become the media - Tastfeld
Günther Friesinger mit dem Dritten Teil des become the media Projektes von Johannes Ullmaier zum Begriff Tastfeld. Den Titel einer Spoken-Word-LP von Jello Biafra aufnehmend, zielt das Projekt darauf, das Konventionsgerüst des akademischen Vortrags in Richtung auf die Diskurspraxis des Medienalltags selbst zu überschreiten: vom vorfixierten Skript zum im Reden verfertigten (Audio)Take, von hypotaktischer Systemik zum parataktischen Panorama, vom tendenziell Linearen, Denotativen, Abgerundeten, Monologischen, Objektivierenden und Deskriptivischen zum tendenziell Multilinearen, Konnotativen, Ausgefransten, Dialogischen, Subjektivierenden und Interventionistischen. Gesendet am 20.04.2005.
- Jubiläen
Das Team der Philosophischen Brocken über 5 Jahre Philosophische Brocken auf Radio Orange und über Jubiläen im Allgemeinen. Gesendet am 06.04.2005.
- Selbstanzeige. Ein Gespräch mit dem Selbst
Hakan Gürses führt ein Radiogespräch mit Hakan Gürses über das Selbst und über Radiogespräche, und Fritz Grünbaum trägt dazu auch einiges bei. Zum Ausdruck kommen verschiedene Selbst-Konzepte, die Rolle der Sekundärdiskurse bei der Selbstkonstruktion und heruntergewirtschaftete Ich-AGs von akademischen Saisonniers. Gesendet am 23.03.2005.
- become the media - Hörfeld
Günther Friesinger präsentiert den zweiten Abschnitt des become the media Projektes mit der Bezeichnung Hörfeld von Johannes Ullmaier. Den Titel einer Spoken-Word-LP von Jello Biafra aufnehmend, zielt das Projekt darauf, das Konventionsgerüst des akademischen Vortrags in Richtung auf die Diskurspraxis des Medienalltags selbst zu überschreiten: vom vorfixierten Skript zum im Reden verfertigten (Audio)Take, von hypotaktischer Systemik zum parataktischen Panorama, vom tendenziell Linearen, Denotativen, Abgerundeten, Monologischen, Objektivierenden und Deskriptivischen zum tendenziell Multilinearen, Konnotativen, Ausgefransten, Dialogischen, Subjektivierenden und Interventionistischen. Gesendet am 26.01.2005.
- become the media - Sehfeld
Günther Friesinger präsentiert den ersten Abschnitt des become the media Projektes mit der Bezeichnung Sehfeld von Johannes Ullmaier. Den Titel einer Spoken-Word-LP von Jello Biafra aufnehmend, zielt das Projekt darauf, das Konventionsgerüst des akademischen Vortrags in Richtung auf die Diskurspraxis des Medienalltags selbst zu überschreiten: vom vorfixierten Skript zum im Reden verfertigten (Audio)Take, von hypotaktischer Systemik zum parataktischen Panorama, vom tendenziell Linearen, Denotativen, Abgerundeten, Monologischen, Objektivierenden und Deskriptivischen zum tendenziell Multilinearen, Konnotativen, Ausgefransten, Dialogischen, Subjektivierenden und Interventionistischen. Gesendet am 20.10.2004
- Islam und Menschenrechte
Odin Kröger und Karin Stöger im Gespräch mit Ursula Baatz über Islam und Menschenrechte.
- Portrait Thomas Kelly
George Purdea im Gespräch mit Thomas Kelly. Gesendet am 08.10.2003
- Politik der Natur des Begehrens
Dialektos mit einem Vortrag von Waltraud Ernst über die Politik der Natur des Begehrens. Gesendet am 28.04.2003
- Auswirkungen der Umsetzung des Unigesetzes 2002
Bevor wir in der nächsten Dialektos Sendung wieder auf Bildung, Philosophie und Gesellschaft zu sprechen kommen, widmen wir uns in dieser Sendung den (bedenklichen) Vorgängen, die seit einigen Monaten die Universitäten regelmäßig in die Schlagzeilen bringen. Nachdem "Gründungskonvent, Senat und Unirat" wiederholt mit fragwürdigen Bestellungen, verfassungsgesetzlichen Bedenken und heftigen Protesten von Seiten der Studierenden und ProfessorInnen in Zusammenhang gebracht wurden, wollen wir euch einen Überblick über die Auswirkungen der Umsetzung des Unigesetzes 2002 geben und über die derzeitigen Entwicklungen informieren. Gesendet am 31.03.2003
- Das Lied vom Sein
Was ist Sein? Was ist Sein? Was ist die Frage nach dem Sinn vom Sein? Was ist Sein? Was ist Sein? Was ist der Sinn vom Sein. Ein philosophisches Lied.
- Bildung als institutionalisierter Jargon
Bildung als institutionalisierter Jargon. Gesendet am 27.01.2003
- Falsche, gefälschte und andere Bilder
Friedrich Penkner und Manuel Schleiffelder sprechen mit Prof. Wolfgang Coy von der HU-Berlin über falsche, gefälschte und andere Bilder. Ein Streifzug durch grosse Galerien, die Welt der Multimedia-Technik und persönliche Anekdoten. Bauarbeiten am Neuen Institutsgebäude und der Klang der Universitätsstrasse umranden das Gespräch. Gesendet am 16.09.2002
- Bildung ? - Informationsmeditationen
Im Zuge des Protestes gegen das (mittlerweile vom Parlament beschlossene) Universitätsgesetz 2002 fanden am Institut für Philosophie eine Anzahl von Dskussionsveranstaltungen unter dem Titel "Dialektos" statt. Aus den Mitschnitten dieser Auseinandersetzungen hat Herbert Hrachovec 2 Sendungen gestaltet. Es handelt sich um Kollagen, die über die Aufgabe der Dokumentation hinausgehen. Einerseits wird versucht, zentrale Aussagen und Konflikte zum Bildungsverständnis der Beteiligten zu präsentieren. Andererseits wird die Sendung selbst als Beitrag zum Bildungswesen verstanden. Dieses ist umstritten; entsprechend konfrontativ und experimentell sind die Sendungen ausgefallen. Die zweite Sendung ist eine Informationsmeditation. Gesendet am 28.08.2002
- Bildung ? - Konfrontationen
Im Zuge des Protestes gegen das (mittlerweile vom Parlament beschlossene) Universitätsgesetz 2002 fanden am Institut für Philosophie eine Anzahl von Dskussionsveranstaltungen unter dem Titel "Dialektos" statt. Aus den Mitschnitten dieser Auseinandersetzungen hat Herbert Hrachovec 2 Sendungen gestaltet. Es handelt sich um Kollagen, die über die Aufgabe der Dokumentation hinausgehen. Einerseits wird versucht, zentrale Aussagen und Konflikte zum Bildungsverständnis der Beteiligten zu präsentieren. Andererseits wird die Sendung selbst als Beitrag zum Bildungswesen verstanden. Dieses ist umstritten; entsprechend konfrontativ und experimentell sind die Sendungen ausgefallen. Die erste Sendung beschäftigt sich mit den Konfrontationen zur Bildung. Gesendet am 14.08.2002
- Bedeutung von Migration
Aufbauend auf die erste Sendung zum Thema Migration haben Elisabeth Koll, Florian Hofer und Stefan Forster ein Interview mit Univ. Prof. Dr. Franz Wimmer geführt und sich anschließend selbst Gedanken über die Bedeutung von Migration und damit zusammenhängenden Begriffen gemacht. Gesendet am 05.08.2002
- Bildung ? - Positionen
Ein Heraus-Schnitt aus Dialektos I und II hat Esther Ramharter und Fritz Penkner den Ausgangspunkt zu einem Gespräch über Bildung und Aspekte bzw. Positionen derselben gegeben. Ist Bildung als Konzept eine (historische) Sackgasse oder kann man auf diesen Gleisen weiter fahren ? Für die Zukunft wurde auf Attwenger vertraut. Gesendet am 31.07.2002
- "Über das Leiwande" eine philosophische Collage eines gar unphilosophischen Zustandes
Auf der Jagd nach einem menschlichen Phänomen und seiner gesellschaftlichen Bedingungen versammelt das Radioprojekt Interviews, Musik und gesprochene Texte über einen ungewöhnlichen Zustand, der hier und jetzt von den Leuten mit dem Begriff "leiwand" bezeichnet wird. Die Aufzeichnung des Leiwanden, das als Ereignis eines augenblicklichen Dabeiseins erlebt wird, ist durch seine Flüchtigkeit erschwert. Ebenso die Erkenntnis davon, die eine klassische Subjekt - Objekt Relation nicht zu beschreiben weiss. Denn gegeben ist nicht ein leiwander Gegenstand, der auf eine Instanz notwendiger Beurteilung trifft, oder umgekehrt einen leiwande Instanz, die auf einen Gegenstand trifft, sondern viel mehr eine Verbindung aus Anlass und existenzieller Öffnung, die je nachdem erst leiwand in Erscheinung getreten sein wird. Über das Leiwande zu philosophieren bedeutet eine gegenwartskritische Auseinandersetzung, da es eine befreiende Bewegung nachvollzieht, in der Dasein sich aus jener durch Organisation, Standardisierung und Effizienz beschränkten Welt entspannt. Indem es ein allgemein bekanntes Phänomen ist, kann sich der Hörer aus dieser Bekanntschaft heraus ein gutes Bild davon machen, was philosophische Arbeit sein kann. Eine Sendung von Anna Szyma Philosophisches von Martin Kerschbaumer. Gesendet am 22.07.2002
- Erfindung des Fegefeuers
Vortrag von Jürgen Lenk, gehalten am 15. Dezember 2001 am IWK, im Rahmen des Kongresses: "Kunst, Zeichen, Technik". Jürgen Lenk spricht über die Erfindung des Fegefeurs, die nicht zufällig erfolgte, sondern sowohl als Antwort auf den Machtverlust der Kirche, als auch auf wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftlicheVeränderungen des Mittelalters zu sehen ist. Das Fegefeuer als Teil eineskomplexen Bußsystems, stellt somit eine theoretische Konzeption dar, die - wie Jürgen Lenk zeigt - dem technischen System eines Regelkreises folgt. Eine Sendung von Martina Pichler, gesendet am 23.06.2002
- Im Bildcluster mit Lacan
Eine weitere Sendung zum Schwerpunkt Bild (-begriff) beschäftigt sich mit Jacques Lacan und seiner Stellung zum Bild; Edwin Glassner, Fritz Penkner und Manuel Schleiffelder versuchen, Lacans Bildproduktivitaet ein wenig zu vertonen. Der Mastersound kommt, es sei noch einmal gedankt, von Ulrike Kadi, das Hintergrundgeräusch geben verschiedene analytische Standpunktezum Bild ab. Gesendet am 10.06.2002
- Innovative Lehre
Sendung über Innovationen in der Lehre von Ilse Mang und Michaela von Trauchburg, Gesendet am 27.05.2002
- Zeichen
Wir begegnen Zeichen in vielfältigen Formen in unserem Alltag, seien es Hinweisschilder, Reklame, Lichter, Geräusche oder die Schriftzeichen dieses Textes. Wir sind lebensweltlich in ein komplexes System von unterschiedlichen Zeichensystemen eingebunden, die wir erlernt, aber auch hervorgebracht haben, die wir zu deuten verstehen und die uns etwas über die Welt und das Selbst vermitteln. Zeichen scheinen gar die Bedingung der Möglichkeit unseres Wissens von der Welt darzustellen. Von der Antike bis zur Moderne (Peirce) bzw. Gegenwart (Eco) ist in der Philosophie bzw. Semiotik über das Phänomen der Zeichen nachgedacht worden, etwa in welcher Form und aus welchen Gründen Zeichen es vermögen, Sachverhalte zu repräsentieren, mehr zu sein als bloßes materiale Zeichen. Dies ist ein versuch verschiedene Ansätze zum Zeichenbegriff darzustellen, ausgehend von Wilhelm von Ockham über CHARLES KAY OGDEN und IVORY ARMSTRONG RICHARDS, zu Lev Semenovich Vygotskij, Charles S. Peirce, Ludwig Wittgenstein und Umberto Eco. Eine Sendung von Daniela Weiss. Gesendet am 13.05.2002
- Migration in Österreich
Migration hat in Österreich eine lange Tradition. Im derzeitigen Trend globaler Entwicklungen wird dieses Phänomen weitere Ausmaße annehmen, mehr und mehr Menschen werden weltweit wandern, die Migrationsbewegungen werden häufiger und vielfältiger. Elisabeth Koll, Maria Dotter, Florian Hofer und Stefan Forster haben sich mit dem Thema näher auseinandergesetzt und einige Interviews geführt. Gesendet am 29.04.2002
- Workshop Informatik/Philosophie
"Nach gut dreißig Jahren akademischer Disziplin Informatik istes an der Zeit, sich über Kern und Eigenart der Disziplin zuverständigen."Frieder Nake(Universität Bremen)Obwohl einzelne Berührungspunkte schon immer vorhanden waren, bestandenzwischen Informatik und Philosophie bislang kaum echte Verbindungen. Inletzter Zeit ist allerdings eine langsame, aber stetige Annäherung zubeobachten - sowohl von Seiten der Informatiker, die ihren Fachbereich umeine Dimension erweitern wollen, als auch durch Philosophen, die für sichneue Berufsfelder entdecken. Im Rahmen dieser Sendung von Robert schupitta undDaniel Schmid, kommt es zur Auseinandersetzung mit dem Begriff Semiotik anhandvon Ausschnitten des Workshops ESO (Erkenntnistheorie Semiotik Ontologie)2001. Der Moderator, der hier durch die Sendung führt, ist selbst ein Produktder Informatik, als Gast im Studio ist Prof. Herbert Hrachovec anwesend. Dererste Teil dieser Miniserie wurde am 4.2.2002 gesendet.
- Rotkäppchen und Wittgenstein
"Und sind die Bilder nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo": doppelt falsch. Erstens könnte man bestreiten, daß im Kopf überhaupt solche zweidimensionalen Dinger herumspuken und zweitens ist ja, sogar mit freiem Auge, überall zu erkennen, daß Bilder in unserer Welt vorkommen.(nicht nur im Museum und für manche Menschen schon fast zu viele) Wittgenstein hat sich jedenfalls darüber (Bilder und Köpfe) sehr originelle Gedanken gemacht, was in dieser weiteren Sendung zur Bild-Minireihe Edwin Glassner, Fritz Penkner und Manuel Schleiffelder versuchen, märchenhaft an die HörerIn zu bringen. Gesendet am 01.04.2002.
- Über die Zeit
Wie wird Zeit gemessen? Welchen Nutzen haben wir davon? Welche Zugänge gibt es? Wie hat sich Zeitmessung und Zeitwahrnehmung im Laufe der Geschichte verändert? Welche Zusammenhänge gibt es zwischen der Zeit in der "Natur" und der Zeit in der "Gesellschaft"? Zwischen objektivistischer und subjektivistischer Auffassung? Dieses und vieles mehr wirft die fundamentale Frage auf: Wie läßt sich all das unter einen Begriff, unter eine Vorstellung, zu einer Theorie zusammenfassen? Norbert Elias hat den Versuch in seinem Buch „Über die Zeit“ unternommen. Eine Sendung von Christoph Reichel und Anna Szyma; mit inhaltlicher Unterstützung von Michael Pucher. Gesendet am 04.03.2002
- Zeit bei Aristoteles und Augustinus
Philipp Levar und Florian Weis mit dem Thema der Zeit. Anhand von Texten der antiken Denker Aristoteles und Augustinus werden philosophische Perspektiven der Zeit erörtert. Dabei geht es in erster Linie darum, Paradoxien aufzuzeigen, und die grundliegenden Gedankengänge von Aristoteles und Augustinus nachzuzeichnen. Der Hörer soll eine kurze Einführung bekommen und die Chance haben sich für das Thema der Zeit zu interessieren. Obwohl die Texte um die 2000 Jahre alt sind, weisen sie dennoch erstaunliche Parallelen zur modernen Wissenschaft auf. Als Interviewpartner stand Prof.Richli zur verfügung.Gesendet am 18.03.2002
- Bilder und Philosophie
Diese Sendung ist der Auftakt zu einer Mini-Reihe vonphilosophischer Beschaeftigung mit dem Bildbegriff bzw. Bildern ueberhaupt. Invorliegender erster Sendung bereisen Manuel Schleiffelder und Friedrich Penknerdie Geographie des Bildes und sind zu keinen wichtigen Schluessen gekommen; zuvielen weiter fuehrenden Fragen jedoch schon, auch zu der, wie man Bilderueberhaupt ins Radio bringt, oder wo eben dieselben zu finden sind. Wo dieMusik zur Sendung zu finden ist, darf der/die HoererIn selber herausfinden. Gesendet am 21.01.2002.
- Können Bilder Menschen fressen ?
Der brasilianische Medientheoretiker Baitello Norval hielt im Wintersemester 2001/2002 am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Uni Wien eine Vorlesung zum Thema: Können Bilder Menschen fressen ? Grund genug für Günther Friesinger mit Baitello Norval zu diesem Thema ein Gespräch zu führen. Gesendet am 18.02.2002
- Reality TV
Beginn der Sendefolge "Gesagt - gedacht" auf Radio Orange. Daniela Weiss und Martina Handler haben sich mit dem Thema Reality TV im allgemeinen und mit der österreichischen Reality Soap Taxi Orange im besonderenauseinandergesetzt. Neben einer allgemeinen Vorstellung des "Gesagt- Gedacht"-Teams erwartet den/die HörerIn eine bunte Mischung aus Experteninterviews (mitProf. Herbert Hrachovec und Dr. Eva Flicker, der Herausgeberin desBuches: "Wissenschaft fährt "Taxi Orange" - Befunde zur österreichischenReality-TV-Show"), eigenen Gedanken der Sendungsgestalterinnen und langvermisster Musik a la "Jeder für Jeden" und "Siegerstraße". Eine interessanteMischung nicht nur für TXO- Fans! Gesendet am 7.1.2002.
- Philosophisches Duett
Richard Heinrich und Herbert Hrachovec führten in grauer Vorzeit ein Philosophisches Duett auf. Dazu ein Radiobericht.
- Zurück in die Zukunft – Von Utopien in Kybernetik und Robotik
Zurück in die Zukunft – Von Utopien in Kybernetik und Robotik
Die Roböxotica – die in ihrer Wissenschaftlichkeit, Seriosität und niveauvollen Unterhaltsamkeit einzigartige Veranstaltung zum Thema der Kybernetik, Robotik und deren Kontexten – findet heuer zum zehnten Mal statt. Wie auch in den Vorjahren wird die internationale Ausstellung durch ein anspruchsvolles Rahmenprogramm ergänzt: Neben der traditionellen Filmschiene wird es auch wieder eine ergänzende Konferenz zum Schwerpunktthema geben.
Mit den bisherigen Arbeitsfeldern war die Roböxotica immer klar der aktuellen, kritischen Auseinandersetzung mit Fragen der Kybernetik und der Robotik verpflichtet. Nicht zuletzt auch anlässlich des anstehenden Jubiläums dieser im besten Sinne zur Tradition gewordenen Veranstaltung soll 2008 unter dem Motto der Utopie stehen. Mit dem Titel "Zurück in die Zukunft" ist dabei aber nicht nur das Feld der Science- und Social Fiction und deren innovationsstiftendes Potential angesprochen; vielmehr wird heuer auch unter dem gesellschaftspolitischen Schlagwort der "Utopie" die Verhandlung kybernetischer und robotischer Grundfragen und deren soziale Wirklichkeit verstärkt Teil des Programms sein. Die technologischen Möglichkeiten und Herausforderungen des angebrochenen 21. Jahrhunderts haben Menschen und Maschinen immer stärker zusammenrücken lassen; in Aussagen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist die Realexistenz Künstlicher Intelligenz bereits nur noch eine Frage der Zeit. Technische Innovationen und gesellschaftliche Normvorstellungen bzw. Verrechtlichungstendenzen prallen hier aufeinander – und lassen dabei, trotz der positiven Aspekte z.B. in der Humanmedizin – das wirkungsmächtige Utopia nicht selten als Schreckensvorstellung erscheinen. Die Realisierung des Konzepts "Cyborg" scheint realistischer und näher denn je, der Bedarf nach einer konstruktiv-kritischen Auseinandersetzung mit ebendiesen Fragen darf dabei nicht ausbleiben.
Technologie als angewandte, sozial implementierte Technik wirkt sich entsprechend auf den wissenschaftlichen Diskurs aus: Kybernetik, als die Wissenschaft von der Struktur komplexer Systeme und ihrer Nebenwirkungen, ist als Universaldisziplin in Diskussion geraten. Die schon in den Grundsätzen der Disziplin vorhandenen, humanwissenschaftlichen Elemente bilden eine notwendige Ergänzung zu den transportierten und perpetuierten technizistischen Sichtweisen. Die gesellschaftliche Realität, und auch dies ist immer Teil der Aufgabe der Roböxotica gewesen, braucht sozusagen Interdisziplinarität und die erwähnten Teilelemente um sich auf angemessene Weise mit den Strukturentwicklungen‚ "Künstlichkeit – Natürlichkeit", wirtschaftspolitisch-militärischen Transfer- und Ordnungsprozessen und ästhetischen Debatten mit hohem gesellschaftlichem Impactfaktor (z.B. Cyberpunk – (Post)Cyberpunk) sinnvoll auseinandersetzen zu können. Die Roböxotica ist aufgrund ihrer Ausrichtung, Frequenz und Wirkung die ideale, barrierefreie Option um diese komplexen Themenfelder zu vermitteln, praktisch und theoretisch darzustellen und in angemessenem Rahmen zu diskutieren.
Zurück in die Zukunft – Von Utopien in Kybernetik und Robotik
Die Roböxotica – die in ihrer Wissenschaftlichkeit, Seriosität und niveauvollen Unterhaltsamkeit einzigartige Veranstaltung zum Thema der Kybernetik, Robotik und deren Kontexten – findet heuer zum zehnten Mal statt. Wie auch in den Vorjahren wird die internationale Ausstellung durch ein anspruchsvolles Rahmenprogramm ergänzt: Neben der traditionellen Filmschiene wird es auch wieder eine ergänzende Konferenz zum Schwerpunktthema geben.
Mit den bisherigen Arbeitsfeldern war die Roböxotica immer klar der aktuellen, kritischen Auseinandersetzung mit Fragen der Kybernetik und der Robotik verpflichtet. Nicht zuletzt auch anlässlich des anstehenden Jubiläums dieser im besten Sinne zur Tradition gewordenen Veranstaltung soll 2008 unter dem Motto der Utopie stehen. Mit dem Titel "Zurück in die Zukunft" ist dabei aber nicht nur das Feld der Science- und Social Fiction und deren innovationsstiftendes Potential angesprochen; vielmehr wird heuer auch unter dem gesellschaftspolitischen Schlagwort der "Utopie" die Verhandlung kybernetischer und robotischer Grundfragen und deren soziale Wirklichkeit verstärkt Teil des Programms sein. Die technologischen Möglichkeiten und Herausforderungen des angebrochenen 21. Jahrhunderts haben Menschen und Maschinen immer stärker zusammenrücken lassen; in Aussagen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist die Realexistenz Künstlicher Intelligenz bereits nur noch eine Frage der Zeit. Technische Innovationen und gesellschaftliche Normvorstellungen bzw. Verrechtlichungstendenzen prallen hier aufeinander – und lassen dabei, trotz der positiven Aspekte z.B. in der Humanmedizin – das wirkungsmächtige Utopia nicht selten als Schreckensvorstellung erscheinen. Die Realisierung des Konzepts "Cyborg" scheint realistischer und näher denn je, der Bedarf nach einer konstruktiv-kritischen Auseinandersetzung mit ebendiesen Fragen darf dabei nicht ausbleiben.
Technologie als angewandte, sozial implementierte Technik wirkt sich entsprechend auf den wissenschaftlichen Diskurs aus: Kybernetik, als die Wissenschaft von der Struktur komplexer Systeme und ihrer Nebenwirkungen, ist als Universaldisziplin in Diskussion geraten. Die schon in den Grundsätzen der Disziplin vorhandenen, humanwissenschaftlichen Elemente bilden eine notwendige Ergänzung zu den transportierten und perpetuierten technizistischen Sichtweisen. Die gesellschaftliche Realität, und auch dies ist immer Teil der Aufgabe der Roböxotica gewesen, braucht sozusagen Interdisziplinarität und die erwähnten Teilelemente um sich auf angemessene Weise mit den Strukturentwicklungen‚ "Künstlichkeit – Natürlichkeit", wirtschaftspolitisch-militärischen Transfer- und Ordnungsprozessen und ästhetischen Debatten mit hohem gesellschaftlichem Impactfaktor (z.B. Cyberpunk – (Post)Cyberpunk) sinnvoll auseinandersetzen zu können. Die Roböxotica ist aufgrund ihrer Ausrichtung, Frequenz und Wirkung die ideale, barrierefreie Option um diese komplexen Themenfelder zu vermitteln, praktisch und theoretisch darzustellen und in angemessenem Rahmen zu diskutieren.
Panel 1: Bre Pettis, Mitch Heinrich, Marius Kintel; Martin Bricelj Baraga
Host: Johannes Grenzfurthner
Panel 2: Eddie Codel, Johannes Ullmaier, Kal Spelletich, Christopher T Palmer
Host: Thomas Ballhausen
Panel 3: Stefan Lutschinger, Binx, Mitch Altman, Melinda Richka, Sergej Teterin
Host: Johannes Grenzfurthner
- Emergenzen 7 // Open Access
Beitrag zum Symposium Emergenzen 7, Wien 2008.
Da ein zentrales Anliegen des FWF darin bestehe, die Forschungsergebnisse transparent und somit die Subventionspolitik legitimierbar zu machen, wurden neuerlich Maßnahmen getroffen, die die Veröffentlichung von Forschungsresultaten, Studien usw. im Internet nicht nur finanzieren, sondern diese explizit als Pflicht der jeweiligen geförderten WissenschafterInnen ausweisen. Diese Art der Publikation stärke nämlich nicht nur die Transparenz, Reproduzierbarkeit und Vernetzung des Wissens, sondern sie sei auch kostengünstig, schnell, qualitativ (und plagiatstechnisch) kontrollierbar, und durch die freie Zugänglichkeit unterstütze sie die wissenschaftliche Kommunikation insbes. im Falle von kleineren Disziplinen. Trotzdem sieht sich die Praxis der Open-Access-Publikation mit etlichen Schwierigkeiten konfrontiert: Im Gegensatz zu den generellen Entwicklungen in den Naturwissenschaften ist die Reputation der OA-Veröffentlichungen gerade im Bereich der Humanwissenschaften immer noch äußerst niedrig; um den neuen Aufgaben nachkommen zu können, müssten die Finanzbudgets der Bibliotheken neu strukturiert bzw. ihre Zuständigkeiten klarer definiert werden; technisch gesehen fehlt es an Lösungen für langfristige und konvertierbare Archivierungsformen und fachspezifische Suchmaschinen, außerdem besteht im Verlagswesen immer noch ein Mangel an profitablen OA-Modellen. Die Tätigkeiten des FWF richten sich demnach u.a. auf die Ausbildung von Kooperationsformen mit unterschiedlichen Wissenschaftsverlagen, die neben Einzelveröffentlichungen auch die streng begutachtete Publikation von Sammelbänden mit einschließen: Dies sei nachgerade ein bedeutender Fortschritt im österreichischen Verlagswesen, denn Peer-Reviewing stelle hier eine beinahe unbekannte Verlagspraxis dar, die, so die offizielle Erklärung, ausschließlich vom Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgeübt werde. An Hand dieser Erfahrungen betonte Falk Reckling die Dringlichkeit von für die österreichischen Forschungsstellen verbindlichen Publikationsrichtlinien, etwa nach dem Muster der OA-Policy der Harvard University, sowie die Ausarbeitung von Maßnahmen der einheitlichen Qualitätssicherung.
- Weltmilieu. Die Expo'67 als Vision globaler Steuerung
Kaum ein Ereignis hat sich ähnlich vorbehaltlos positiv in die kanadische Geschichte eingeschrieben wie die Weltausstellung 1967 in Montreal. Unvorhergesehene Besucheranstürme verwandelten das künstliche, am St. Lorenz-Strom errichtete Ausstellungsgelände in den Ort eines gigantischen Happenings, wo schwindelerregende Sound-, Licht- und Filminstallationen die Multimedia-Welt von morgen vorausahnen ließen. Gerade diese Expo hatte sich auf die Fahnen geschrieben, kein künstliches Paradies der industriellen Warenwelt zu schaffen, vielmehr sollte sie als ein Weltlabor fungieren im Hinblick auf Zukunftsgefahren wie Hunger, Überbevölkerung, Umweltkatastrophen und Atomtod. Im Kleinen des Exponats und des Expo-Ambiente sollte hier das Große des Weltzusammenhangs anschaulich werden, denn ihre ehrgeizigen Planungs- und Gestaltungsziele dienten als Modell globaler Machbarkeiten. Gerade die (ungeplante) Realisierung als rauschhafte Wirklichkeit erscheint dabei als präzise Veranschaulichung ihres Planungsphantasmas einer Virtualisierung der Welt.
- Paradiesische Zustände: Tümpel, Erde, Raumstation
Gleichwohl die Geschichte der Limnologie tief ins 19. Jahrhundert zurückreicht und bereits dort stehende Gewässer als selbststabilisierende Lebensgemeinschaften oder stoffwechselartige Mikrokosmoi zu begreifen suchte, waren es die späten 1940er Jahre, die unter dem Einfluß kybernetischer Regelkreislehren und digitaler Computersimulation jene Konzepte und Medien lieferte, die es letzthin erlaubten, die Welt als Extension des Tümpels zu denken. Denn am stehenden Gewässer erweist sich die Leistungsfähigkeit einer theoretischen »systems analysis«, die sich zugleich anschickt, im praktischen "systems design" die Probleme ihrer Gegenwart in den Griff zu kriegen. Auf Weltmaßstab skaliert, verwies der Tümpel damit auf die "Grenzen des Wachstums" als Katastrophe unterschiedlicher Feedbacks und verlangte nach einer globalen Homöodynamik. An den Arbeiten Jay Forresters, der die Simulationsmodelle des Club of Rome entwickelte, wird offensichtlich, daß und wie das "Ende der Geschichte" zur Notwendigkeit postmodernen Überlebens wird. Radikalisiert werden solche Stabilitätsbegehren in den zeitgleichen Plänen der NASA zu Kolonien im Weltraum. Nur die noch einmal gemachte, vollständig künstliche und damit kontrollierbare Welt ist als eine denkbar, in der die Geschichte ausgesetzt ist und ein »Platonismus des Gemachten« (Hans Blumenberg) herrschen kann.
- Parlor oceans, crystal prisons: Das Aquarium als Schauraum bürgerlichen Selbstverständnisses
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in England das moderne Aquarium erfunden. In seinen zwei Ausprägungen als öffentliches Tiefsee- und privates Süßwasseraquarium feierten diese Vorrichtungen bald auch in Deutschland große Erfolge. Das bis dato unbekannte Leben unter Wasser zog das Interesse breiter Kreise professioneller Forscher, naturwissenschaftlich gebildeter Amateure und schaulustiger Besucher auf sich, die sich nun aus nächster Nähe mit dem aquatischen Milieu und seinen Gesetzmäßigkeiten beschäftigen konnten. Im Zentrum der Auseinandersetzung mit der neu entdeckten Unterwasserwelt stand für die Aquarienbauer und -besitzer zunächst die Schaffung eines quasi-naturhaften Habitats für die Tiere. Es galt, die lebenswichtige Balance zwischen bestimmten Fischarten sowie zwischen Fauna und Flora im Aquarium zu wahren, um so Leben im Künstlichen zu ermöglichen. Aufschlussreich sind die Diskussionen über die Fischbehältnisse jedoch nicht nur in Hinblick auf die Tiere: Stellt das Aquarium nicht geradezu ein Modell jener Stabilisierungs- und Kontrolltechniken bereit, die in Bezug auf die sozialen Milieus der Zeit zur Debatte standen bzw. bereits implementiert wurden? Und was sagen diese Salonozeane und Kristallgefängnisse über die Seh(n)süchte ihrer Besucher und Besitzer aus?
- Klang aus der Nähe. Zur Handlungs- und Erkenntnistheorie des Domestischen
Nähe ist ein schwieriger Erkenntnisgegenstand. Die Umgebung, in der wir uns die meiste Zeit aufhalten, das Häusliche oder Domestische, es scheint ein zu niedriger Gegenstand zu sein. Zu unspektakulär unsere Zimmer und kleinen Orte, zu ruhmlos unsere Arbeitsplätze, Sitzgelegenheiten, Lagerstätten. Klänge, Gerüche, Empfindungen, die uns unaufhörlich umgeben.
Über Fernes und Großes zu sprechen dagegen, das erhaben Monumentalisierte der Archive: das fällt uns leicht. Erleichtert es uns doch, abzusehen von uns. Riecht und klingt es doch einerlei (ein Trugschluss). Dem Nahen aber, den nahen Klängen und Düften und Empfindungen, ihnen fehlt die öffentliche Sprache, eine, die nicht klischiert wäre; die nicht wiederum vor dem Nahen ausweichte in ferngerückte Formeln und Phrasen der Intimität - ohne Empfindung und Gespür.
Dieser Vortrag will versuchen, den Näheraum eines häuslichen, persönlichen Lebens als intimen Sinnesraum zu erkunden - vor allem anhand seiner Düfte und Klänge und Empfindungen. Um zu beschreiben und Worte zu finden: Wie können wir das Leben der Empfindungen aus nächster Nähe um uns herum begreifen? Wie handeln wir in den nächsten Spür, Greif- und Empfindungsräumen, in Klang- und Dufträumen um uns herum? Ein Lob des Domestischen.
- Dem Unvernehmen nach. Raum-Bilder und Lebensbegriffe in Siegfried Kracauers Kino-als-Geschichtstheorie
Der Vortrag widmet sich einigen Facetten der Beziehung von Kino und Biopolitik aus theoretischen Perspektiven (und in Raum-Denk-Bildern), die Siegfried Kracauer vorgelegt hat. Zum einen betrachtet Kracauer die Modulierung der sinnlichen Wahrnehmung durch das Kino in Strukturanalogie zur Alltagsformung in kapitalistisch rationalisierten Arbeitsprozessen. Er tut dies lange bevor diese Sichtweise unter dem Titel "Kulturindustrie" kanonisch und eindimensional wird; und er tut es eben so, dass die kulturell und ökonomisch forcierte, biopolitische Entblößung und Bewirtschaftung von (sozialen und leiblichen) Massen auch ein utopisches Moment hervortreibt. Das Utopische eines durchs Kino vermittelten Auszugs aus Subjektformen von Individualität wie auch von Allgemeingültigkeit, bis hin zur Emphase des "Lebensflusses" in Kracauers Spätschriften, findet sich bei heutigen messianischen Theoretikern wieder, die den Begriff der Biopolitik "ethisch aufladen. In Abgrenzung von solchen Denkfiguren, die Politik über Offenbarungen von schierem oder bloßem Leben verstehen, wäre, noch einmal mit Kracauer (und entlang von Adornos und Schlüpmanns Kracauer-Lektüren), ungefähr dieses zu skizzieren: ein Zusammenhang von Kino, Geschichtlichkeit und Leben, bei dem letzteres etwa das "unkenntliche Leben der Dinge" Brüche im Fluss, Raum- und Zeit-Figuren des Nicht-Passens, konfliktöse Zugehörigkeiten und jederzeitige Kippbarkeit von (Ohn)Machtverhältnissen meint. Es geht dann nicht um vernehmlich werdendes, sondern um unvernehmliches Leben und um Kino als Theorie, die es diagnostiziert.
- Das Ornament der Klasse. Diagramme in Literatur und Pädagogik um 1900
In Robert Walsers Roman Jakob von Gunten richtet sich das pädagogische Programm des ominösen "Instituts Benjamenta" auf Schüler als Formen des Lebens in einer Abrichtung ihres Verhaltens. Dabei wird keine Ausbildung des Einzelnen zu vermehrten Fähigkeiten und Kenntnissen verfolgt, sondern die Anordnung der Körper der Klasse zu physiognomischen und ornamentalen Linien, zu einer "Zeichnung, die als einziger Beweis der Vorschriften am Institut dient." Man kann in dieser nur als Zeichnung begründbaren Walserschen Institution ein Spiel informeller Kräfte ausmachen, ein Diagramm in dem bei Deleuze die Kontrollmacht ihren Zugriff auf das Leben organisiert. Und es lässt sich dieses Diagramm nicht nur auf Walsers Poetologie des Romans beziehen, sondern auf die später von ihm erlernte Schulanfängerschrift Sütterlin, deren ornamentale Formen Schülerkörper zu dezidiert nicht-organischen Bewegungen anreizen sollte und die darin einem pädagogischen Konzept folgt, in dem seit Wilhelm Preyer lebendig sich entwickelnde Formen nur noch als Maschinen eines pädagogischen Verbunds gedacht werden können. Der Roman wird so in der Literatur um 1900 zur poetologischen Form eines nicht-organischen Lebens, das von einer Pädagogik und einer Schreibtechnik hervorgebracht wird.
- Im Stadion. Heideggers Medien der Topologie
1950 findet im Stuttgarter Neckarstadion das erste Länderspiel einer deutschen Fußballnationalmannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Auf den Rängen kommt es zu Ausschreitungen, es gibt Hunderte von Verletzten. Auf dem Platz gewinnt Deutschland gegen die Schweiz mit 1:0. Heidegger wird im Jahr darauf ordentlich emeritiert und darf wieder lehren. Die Menschen heißen jetzt die „Sterblichen“. Vom Leben lässt sich nur noch im Stadium der Vergessenheit sprechen, denn wo der Mensch Lebewesen genannt wird, ist er nach Heidegger bloß vorhanden und berechenbar. Das „Leben“ liegt jetzt ganz und gar im Gegenstandsbezirk von Statistik und Logistik.
Heidegger entwirft angesichts ausgezeichneter Orte oder vielmehr Dinge, die Orte ,einräumen’ und Räume ,stiften’, eine Topologie des Seins. Dem Leben, das nur noch als Masse und als Objekt quantifizierender Wissenspolitiken gehandelt wird, hält er eine Theorie und Praxis des ,Wohnens’ entgegen, die selbst in der tiefsten Depression einen Aufenthalt, ein Wohnen bei den Dingen garantieren soll. Der Weg dorthin führt nicht durch Hütte und Haus, sondern durch die umgebende Landschaft, vorbei an Brücken und Stadien, Kraftwerken und Flugplätzen, jenen Behausungen, die für Heidegger das Verhältnis zwischen Mensch und Raum architektonisch formulieren und den „Aufenthalt des Menschen behausen“. Im Stadion trifft die Logistik der Zuschauer-Masse auf die Topologie des Fußballspiels, das zwar eng umrissen ist, sich als Ereignisraum aber erst in der Bewegung zwischen Spielern und Ball konfiguriert. Gestell und Ereignisdenken teilen hier einen Ort, der zu den ,anderen’ Räumen Foucaults gezählt werden kann, allerdings als vom Medium her gedachter und historisierter Zwischenraum, der sowohl vom Buchdruck wie von antiken Spielen zeugt.
- Grenzmechanismen des Lebendigen. Von der Umweltlehre zur Kulturanthropologie
Ausgangspunkt des Vortrages ist der epistemische Wandel innerhalb der Biologie zwischen 1880 und 1930, in dessen Folge Organismen zunehmend in Hinsicht auf ihre Umwelt-Verhältnisse beobachtet werden: Es wird nicht mehr nach den psychischen Eigenschaften von Ameisen gefragt, sondern danach, wie sie sich unter natürlichen Bedingungen orientieren. Damit rückt seit etwa 1900 der Organismus als lebender Körper in einem von ihm selbst geschaffenen Raum, über den sämtliche Regulierungen und Steuerungsmechanismen verlaufen, in ein Blickfeld, das mit der Metapher des Kreises modelliert wird, ob als Funktions-, Lebens-, Regel-, Gestalt- oder Kulturkreis. Der Vortrag wird unterschiedlichen Konzeptionen dieses Raums anhand Jakob von Uexkülls Umweltlehre und deren Rezeption in der Philosophischen Anthropologie nachgehen. Wesentlich ist hierbei die Frage nach dem ‚Ambiente‘ des Menschen: Während Uexküll dieses noch als eine Umwelt ansieht, werden die Philosophischen Anthropologen darin nichts anderes als die Kultur entdecken. Zumindest im Fluchtpunkt des Vortrages stehen damit auch heutige Kulturtheorien, in denen die Beziehungen zwischen System und Umwelt jedoch umgekehrt werden.
- Mimikry. Oder: Die Biologie des nicht-euklidischen Raums
Seit den Studien des Biologen Henry Walter Bates bezeichnet man mit dem Terminus Mimikry die Eigenart bestimmter Spezies, Merkmale anderer Arten zu imitieren. Einige Tier- und Pflanzenarten täuschen das Erscheinungsbild einer anderen Art vor, indem sie deren Ästhetik und Verhalten kopieren. Andere, wie das Chamäleon oder das Lebende Blatt, verschmelzen mit dem Hintergrund bzw. mit ihrer Umgebung und werden so unsichtbar – sie betreiben Mimese. Die Lebewesen scheinen ihr Beobachtet-Werden mit einzukalkulieren, Ähnlichkeit schreibt sich in die Körper ein. Im Vortrag soll anhand der Mimikry versucht werden, die Konturen einer anderen Biologie zu umreißen.
- Einfuehrung: Ambiente. Das Leben & seine Raeume
Das Ambiente muss stimmen. Das gilt sowohl für den Nachtclub, für das Pandabärengehege, für die Urlaubsreise als auch für das Milieu der Einnistung eines Eies in der Gebärmutter. Das Ambiente bringt uns auf die Spur des Paradigmas des Lebens und der Umwelt. Die Moderne hat ‚das Leben’ auf eine zweifache Weise zum Gegenstand gemacht: als Objekt des Wissens wie auch als Objekt politischen Handelns. Beides, so eine These, die wir dieser Tagung voranstellen wollen, war nur möglich, weil die Bedingungen eines Lebens, seine impliziten Voraussetzungen und seine Grenzen in zunehmendem Maße expliziert wurden. Erst indem das, was dem Leben als seine notwendigen Bedingungen vorausliegt, was also das Leben allererst ermöglicht, weil es ein geeignetes Milieu, eine Umwelt bereitstellt, sichtbar und sagbar wurde, wurde das Feld der Biopolitik möglich und die Ambiente gestaltbar. Einführung von Thomas Brandstetter und Karin Harrasser.
- Geist in der Maschine
- Regulierungsträume - Kybernetik & Robotik als interdisziplinäre Universalwissenschaft
- Die SI als Kritiker der französischen Studierendenbewegung
Die SI als Kritiker der französischen Studierendenbewegung der 60 Jahre und ihre Bedeutung für heutige Protestbewegungen„Ohne große Gefahr, uns zu irren, können wir behaupten, dass der Student in Frankreich nach dem Polizisten und dem Priester das am weitesten verachtete Wesen ist.“ Mit diesen wenig versöhnlichen Worten begann die Broschüre „Über das Elend im Studentenmilieu“, welche die Situationistische Internationale in Zusammenarbeit mit einigenStrasbourger Studenten verfasst hatte. Diese radikale Kritik der Rolle des Studenten, der Universität und der gesellschaftlichen Totalität stellte das Vorspiel zu den revolutionären Unruhen von Mai 1968 dar.35 Jahre später erschüttert eine Streikbewegung den Bereich der kulturellen Produktion in Frankreich. Dieser Streik reflektiert die reale Proletarisierung der in der Kulturindustrie Beschäftigten. Doch was die Situationisten 1966 für den Studenten feststellten, giltentsprechend für den Künstler: „Seine extreme Entfremdung kann nur durch die Kritik der ganzen Gesellschaft kritisiert werden. Keinesfalls kann diese Kritik auf dem studentischen Gebiet vollzogen werden: der Student als solcher maßt sich einen Pseudowert an, der ihm verbietet, sich seiner wirklichen Enteignung bewusst zu werden, und er bleibtdamit auf dem Gipfel des falschen Bewusstseins.“ Vortrag von Bernd Beier über: Die SI als Kritiker der französischen Studierendenbewegung der 60 Jahre und ihre Bedeutung für heutige Protestbewegungen gehalten am 05.02.2005.
- Spektakel Kunst Gesellschaft
- Schutzverletzungen - Legitimation medialer Gewalt
- Quo vadis- Logo ?!
- 2010 SS - Umek - "Grundlagen der angewandten Ethik" 180688 VO
- Geistiges Eigentum - Wien 2002
- Giordano Bruno - Wien 2002
- Davidson - Wien 2000
- ÖGfPh - Linz 2000
- CAP Pittsburg - 2000
- Trust in Cyberspace
- 2008 SS - Flatscher / Posselt - "Einführung in die Sprachphilosophie" 180142 VO
Wahrscheinlich hat kaum eine andere Teildisziplin die Philosophie des 20.
Jahrhunderts mehr geprägt als die Sprachphilosophie. Zugleich markiert die
¿sprachliche Wende¿ (linguistic turn) in der Philosophie einen
Paradigmenwechsel, dem heute jede Theorie- und Methodenreflexion in den
Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften Rechnung tragen muss.
Andererseits ist die Reflexion auf die Sprache so alt wie die Philosophie
selbst. Die Fragen, die dabei im Mittelpunkt stehen, haben sich im Laufe
der Geschichte nur wenig verändert: Was ist überhaupt Sprache? Was tun
wir, wenn wir sprechen, und was lässt sich vielleicht nur mit Sprache tun?
Wie ist sprachliche Verständigung möglich? Was ist die Bedeutung eines
Wortes? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Sprache und Denken, Denken
und Welt? Ist unsere Sprache überhaupt in der Lage, Realität adäquat
wiederzugeben? Gibt es ein Subjekt ¿hinter¿ dem Sprechen oder werden wir
durch Sprache als sprechende und handelnde Subjekte überhaupt erst
konstituiert?
Ausgehend von den klassischen Problemen und Traditionen der
Sprachphilosophie bis hin zu den Positionen der wichtigsten
sprachphilosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts wie analytische
Philosophie, Phänomenologie, Hermeneutik, Strukturalismus und
Dekonstruktion wird die Vorlesungen diesen Fragen nachgehen. Dabei sollen
sowohl die Differenzen als auch die Anschlussmöglichkeiten zwischen
sprachanalytischen Positionen (die durch die Methodik der Sprachanalyse
gekennzeichnet sind) und kontinentalen Positionen (die den
welterschließenden und intersubjektiven Charakter der Sprache betonen)
aufgezeigt und herausgearbeitet werden.
- BORDER LINE - Psychoanalyse an der Grenze
Manche geraten leicht an Grenzen. Dabei bringen sie oftmals auch andere an Grenzen. Mit der Diagnose Borderline-Störung gerät die Selbstauffassung des gegenwärtigen Subjekts in den Blick. Freiberg, die wissenschaftliche Gesellschaft der Arbeitskreise für Psychoanalyse in Österreich, hat im Februar 2010 in Salzburg eine Tagung zum Thema BORDER-LINE. GRENZFALL PSYCHOANALYSE - GRENZFÄLLE DER PSYCHOANALYSE veranstaltet. Es sprechen Insa Härtel, Wulf Hübner, Rainer Danzinger, Edith Seifert und Klaus Hoffmann. Redaktion Ulrike Kadi.
- Ohne Worte
Lässt sich Philosophie in Gebärdensprache übersetzen? Auf welche Probleme treffen österreichische Gehörlose, die studieren wollen? - David Wagner im Gepräch mit dem Gehörlosen Günter Roiss (simultan gedolmetscht durch Panto Trivkovic) und Nadja Schefzig, die das Projekt "sign library" vorstellen. Vorgestellte Websites: www.equalizent.com, www.signlibrary.eu
- Socrates, Truth and Peer Production
Herbert Hrachovec hat auf der 4. Internationalen Oekonux-Konferenz in Manchester 2009 ( http://fourth.oekonux-conference.org/) einen Vortrag zum
Thema "Socrates, Truth and Peer Production" gehalten
(http://fourth.oekonux-conference.org/documentation/texts/Hrachovec.pdf). Er wird in dieser Sendung dokumentiert.
- Universität: Von oben herab. Von gleich zu gleich
Wie funktioniert eine Universität, die zwar kein Staatsbetrieb mehr ist, dafür aber viele Organisationsprinzipien eines Wirtschaftsunternehmens übernommen hat? Andrea B. Braidt, Herbert Hrachovec und Andreas Kirchner sprechen über ihre Erfahrungen.
- Open Access in Philosophie
Modelle freien Zugangs zu wissenschaftlichem Wissen gewinnen durch wachsende Möglichkeiten des “Online-Publizierens” an Bedeutung. “Open Access” betrifft jedoch nicht nur die Frage der Urheberschaft, sondern Produktion, Auswahl, Evaluation und Zirkulation wissenschaftlichen Wissens überhaupt.
Hakan Gürses spricht mit Herbert Hrachovec über theoretische Grundlagen von „Open Access“ sowie dessen Potenzial, Philosophie als akademische Disziplin zu verändern.
- Identität im Internet
Unter der Leitung von Robert Buchschwenter diskutieren der Salzburger Jurist Peter Harlander und Herbert Hrachovec (Philosoph) über Probleme der Identität in den neuen Medien. Spezielle Aufmerksamkeit wird auf die virtuelle Welt "Second Life" gelegt. Mitschnitt einer Diskussion im Rahmen des Projektes 80+1 der Kulturhauptstadt Linz am 24.7.2009.
- Emmanuel Levinas. Denker der Alterität
Ein Gespräch mit Peter Zeillinger
Sophie Loidolt und Peter Zeillinger gehen den philosophischen Grundgedanken im Werk von Emmanuel Levinas nach. Behandelt werden die Themen Alterität, Ethik, Phänomenologie und die beiden Hauptwerke von Levinas „Totalität und Unendlichkeit“ (1961) und „Jenseits des Seins oder anders als Sein geschieht“ (1974).
Redaktion: Sophie Loidolt
Sprecherin der Zitate: Sandra Lehmann
- Rechtfertigen, Fundieren und Gründen
Hakan Gürses im Gespräch mit Mathias Thaler (Senior Researcher am Centro de Estudos Sociais, Universidade de Coimbra/Portugal; Philosophie-Lektor an den Universitäten Wien und Klagenfurt) über dessen Buch „Moralische Politik oder politische Moral? Eine Analyse aktueller Debatten zur internationalen Gerechtigkeit“, erschienen im Herbst 2008 im Campus Verlag. Das Gespräch dreht sich entlang der Begriffe Rechtfertigen, Fundieren und Gründen und motiviert durch die Spannung zwischen Politik und Moral, um drei philosophische Debatten: Gibt es einen gerechten Krieg? Sind Menschenrechte gut fundiert? Ist Kosmopolitismus möglich?
- Sokrates, gesprächsweise
Platon ist der einzige Philosoph der griechischen Antike, dessen Werk vermutlich zur Gänze erhalten geblieben ist. Er hat seinen Lehrer Sokrates zur Zentralfigur literarisch ausgefeilter Dialog gemacht. Alfred Dunshirn, Universitätsassistent am Institut für Philosophie der Universität Wien, spricht mit Herbert Hrachovec über Sokrates' Umgang mit den "logoi".
- Über den dritten Feminismus
Zwei große Paradigmata haben das feministische Denken des letzten Jahrhunderts bestimmt, die Gleichheit und die Differenz. In der Publikation „Träume und Flügel. Vier Elemente eines neuen Feminismus“ folgen die Autorinnen Bettina Schmitz, Hyun-Kyoung Shin, Elisabeth Schäfer und María Isabel Peña Aguado einem anderen Paradigma. Die Sendung enthält neben Leseproben aus dem Buch ein Gespräch zwischen Elisabeth Schäfer und Bettina Schmitz. Redaktion: Ulrike Kadi.
- Der Affe und das Weihwasser
Kardinal de Polignac wird ein Ausspruch über Affen im Pariser Zoo zugeschrieben: "Sprich und ich taufe Dich". Peter Berz spricht mit Herbert Hrachovec über die fremde Nachbarschaft zwischen Mensch und Tier.
- Erinnerungskulturen
An der Schnittstelle von Philosophie und Geschichtsschreibung stellt sich die Frage nach der Erinnerung immer wieder von Neuem. Erinnerung ist nicht einfach, sie kommt hoch, wird bemüht, inszeniert und politisch instrumentalisiert. Und weil sie einem dynamischen Vergessen standhalten soll, das sie im Akt des Erinnerns zugleich befördert, müssen die Formen der Erinnerung auf ihren problematischen Wahrheitsbezug hin untersucht werden. Diskutiert wird dies nicht zuletzt ahnhand von aktuellen Beispielen aus der Kärntner Erinnerungs(un)kultur. Alice Pechriggl im Gespräch mit dem Historiker Karl Stuhlpfarrer.
- Genießen nach Lacan
Der Vortrag des Psychoanalytikers Peter Widmer zum Thema „Das Konzept des Genießens/der Juissance in Lacans Lehre“ wurde im Oktober 2009 im Rahmen der Reihe „Psychoanalysen“ im Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse gehalten. Redaktion: Ortrun Hopf, Gerhard Unterthurner.
- Übertragung: sechs Miniaturen
Studierende des Instituts für Philosophie der Universität Wien haben im Anschluss an eine Lehrveranstaltung je einen Text zum Thema der Übertragung verfasst. Die Überlegungen reichen von der Radiostimme als einem Objekt a bis zur Übertragung in der Psychoanalyse als einem metaphorischen Prozess. Mitwirkende: Saskia Hnojsky, Dorothee Heyde, Eduard Siblik, Joachim Schmid, Sebastian Baldinger und Robert Janousek.
- Krokodil. Assoziationen zum Animalischen und zur Frau
Jacques Lacan stellt eine Verbindung her zwischen der Mutter und dem Krokodil. Julia Kristeva sieht in der Leidenschaft der Mutter ein mit viel medialem Aufwand verleugnetes Moment in unserer Gesellschaft. Die Sendung befasst sich mit krokodilischen Fantasien in der Kultur und in der Psychoanalyse, von Beauvoirs kleinem Krokodil bis zum Krokodilsschluss. Das Animalische selbst wird zur Diskussion gestellt. Musik: Les Reines Prochaines, Max Rabe, The Commedian Harmonists.
- Borges und Wittgenstein - Streifzüge durch Gedanken ohne Ende
Sowohl Borges' unendliche Bibliothek als auch das von ihm konzipierte unbeschränkte Gedächtnis entziehen sich Wittgensteins Empfehlungen, Ordnung in Überlegungen zu bringen. Katharina Schneider liest, Georg Rieckh und Esther Ramharter kommentieren.
- Lateinamerikanische Philosophie der Befreiung
Franz Wimmer spricht mit Raúl Fornet-Betancourt über die Inhalte und Ziele der "Philosophie der Befreiung" in Lateinamerika, über deren Verhältnis zur "Theologie der Befreiung" und zu emanzipatorischen, nachkolonialen Diskursen in anderen Weltregionen. Dabei geht es auch um die Frage nach indigenen Denktraditionen und die Bedeutung des Konzepts von "nuestra América". Dies führt schließlich zu der Frage, welche Rolle einer Philosophie der Gegenwart zukommt, wenn sie gegen einen monokulturellen Zentrismus, aber auch gegen die bloße Separierung ethnozentrischer Strömungen nach einer neuen Art von Universalismus strebt. Und es geht darum, was die lateinamerikanische Philosophie dazu beitragen kann.
- Elternschaft und ein Amt. Beide können missbraucht werden.
Susanne Heine, Professorin für praktische Theologie und Religionspsychologie an der Universität Wien spricht mit Herbert Hrachovec über die psychologischen und institutionellen Hintergründe des Missbrauchs von Jugendlichen.
- Interkulturell – auch nächstes Jahr?
Hakan Gürses führt ein Gespräch mit Sabine Aydt (Donau-Universität Krems, Abt. Interkulturelle Studien) über den Begriff Interkulturalität, über interkulturelle Bildung, interkulturelle Ausrichtungen in wissenschaftlichen Disziplinen und Ähnliches. Es taucht dabei die (wohl rhetorische) Frage auf, ob es auch nach dem „Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008“ ein dermaßen breites öffentliches Interesse für diese Themen geben wird.
- Universität und (Krisen-) Managment
Anschließend an die Protestbewegung an österreichischen Universitäten und anknüpfend an die Demonstration gegen die 10-Jahres-Feier der Bologna-Vereinbarung sprechen Andreas Kirchner (Informatik, Philosophie), Thomas König (Politikwissenschaft) und Herbert Hrachovec über Humboldt, Hochschulorganisation, "catchy phrases" und wie ihnen begegnet wird.
- Lost Paradise - Out of Hell?
Werkstattgespräch zu Psyche und Unbewusstem bei Castoriadis
Beschreibung: Eine Diskussion von Ortrun Hopf, Ulrike Kadi, Elisabeth Schäfer und Gerhard Unterthurner über ein Kapitel zur Psyche, dem Unbewussten und der Sozialisation der Psyche aus dem Buch „Gesellschaft als imaginäre Institution“ (1975) des Philosophen und Psychoanalytikers Cornelius Castoriadis.
Redaktion: Ortrun Hopf, Gerhard Unterthurner
- Kritik und 68
Hakan Gürses führt ein Gespräch mit Alex Demirovic über die Gesellschaftskritik, über deren möglichen Modus in der Gegenwart und über das Stichwort „1968“ als eine historische Verdichtung der Kritik. Der Philosoph und Politologe Demirovic geht u. a. auf die unterschiedlichen Haltungen innerhalb der „Generation ’68“, auf Adornos Kritikkonzept und auf den kollektiven Willen ein.
- Entgrenzungen
Franz Wimmer spricht mit Johann Schelkshorn über dessen These, dass das Paradigma der europäischen Moderne in "Entgrenzungen" liegt: Entgrenzt werden geografische, kulturelle, politische Räume ebenso wie Zeiten in die Vergangenheit und auf Zukunft hin. Entgrenzungen erfährt aber auch die menschliche Natur und das Subjekt. Damit ist jedesmal ein Gewinn an Rationalität und Kreativität verbunden. Aber jede dieser "Entgrenzungen" hat auch ihre andere, die zerstörerische Seite. Die Kernfrage ist, wie diese Moderne zu sehen ist, wenn es um die Entwicklung einer Weltgesellschaft geht. Gesendet am 02.04.2008
- Philosophie in Taiwan
Franz Wimmer spricht mit Hsueh-i Chen über Philosophie in Taiwan, wobei auch geschichtliche und politische Hintergründe zur Sprache kommen. Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der Rolle der (chinesischen) Traditionen und dem Verhältnis zur westlichen Wissenschaft und Philosophie. Gesendet zeitgleich zum Vorabend des Neujahrsfestes zum Jahr der Ratte, d.h. am 06.02.2008
- Metapher bei Lakoff und Johnson
Oliva Wahrbichler, Eddi Siblik und Robert Janousek beschreiben einige Zügeder Metapherntheorie von George Lakoff und Mark Johnson. Wundern Sie sichnicht, wenn Sie zunächst nur Bahnhof verstehen. Gesendet am 20.02.2007
- Wie schwer ist kinderleicht?
Hakan Gürses spricht mit Anja Thielmann über „Philosophy for Children“ ab- und jenseits von „Sophies Welt“. Das Gespräch berührt den Dialog-Begriff und das interkulturelle Philosophieren. Es geht um Verstehen und Verständlichmachen philosophischer Fragen außerhalb von gewöhnlichen okzidental-akademischen Bahnen. Gesendet am 09.01.2008.
- Ästhetik des Horrors
David Wagner im Gespräch mit Flora Schanda und Judith Schoßböck über deren Vortrag beim Symposium Intermediale Ästhetik des Horrors: "Das Queere des Horrors. Sexuelle Identitäten zwischen Transgression und Schrecken." Gesendet am 26.12.2007
- Endspielereien
Das Ende. Was ist das Ende? Eine unendlich komplizierte Frage. Esther Ramharter und Fritz Penkner versuchen von verschiedenen Enden her, ein wenig des verworrenen Knotens zu lösen. Literatur, Mathematik, Philosophie, Leben -- das Ende trägt verschiedenste Masken. Und wo beginnt es überhaupt? Musikalische Unterstützung leistet unter anderem Francis Ford Coppola. Gesendet am 14.11.2007
- Von dem neuerdings erhobenen universalistischen Ton in der Politischen Theorie
Hakan Gürses im Gespräch mit Nora Sternfeld über den Universalismus-Partikularismus-Streit und jüngere Lösungsvorschläge. Nora Sternfeld war Mitveranstalterin des Symposions „Strategischer Universalismus“, das im Februar 2007 im Rahmen einer Ausstellung in Wien stattfand. Hakan Gürses fragt die politische Theoretikerin und Aktivistin sowie Kunstvermittlerin, ob es sich dabei nicht um den – aus der linken politischen Theorie verbannten – Universalismus im neuen Gewand handle, der sich durch die Hintertür erneut Eingang in die politische Theorie verschaffen will. Sternfeld verneint diese Frage und begründet ihren Vorschlag, indem sie auf jüngere Theorieansätze und politische Erfahrungen verweist. Gesendet am 17.10.2007
- Ausbesserungen am Universitätsgesetz
Im Regierungsprogramm der großen Koalition ist eine Novelle des Universitätsgesetzes 2002 vorgesehen. Die Arbeiten dazu beginnen. Mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn sprechen darüber Agnieszka Dzierzbicka (Bildungswissenschaft) und Peter Kampits (Philosophie). Diskussionsleitung Herbert Hrachovec. Gesendet am 03.10.2007
- Ökonomie der Aufmerksamkeit
Aufmerksam sind bewusste Personen, der Begriff bezeichnet aber auch eine soziale Kategorie, wie in "Aufmerksamkeit erregen". Georg Franck, Professor an der Technischen Universität Wien, hat ein vielbeachtetes Buch zur "Ökonomie der Aufmerksamkeit" verfasst, in dem er den damit verbundenen neuen Formen der Reputation in der Mediengesellschaft nachgeht. Herbert Hrachovec führt das Gespräch. Gesendet am 05.09.2007
- Wiederholung und Wiederaufnahme
Silvia Stoller präsentiert Thesen ihres Vortrags beim Österreichischen Kongress für Philosophie 2007. Sie stellt Berührungspunkte zwischen Judith Butlers Konzept der Wiederholung und Maurice Merleau-Pontys Konzept der Wiederaufnahme dar. Das Gespräch führt Ulrike Kadi. Gesendet am 08.08.2007
- Zizek und das Politische
Interview mit Erik M. Vogt über die Philosophie von Slavoj Zizek. Ulrike Kadi und Gerhard Unterthurner sprachen mit Erik Vogt (Hartford/USA, Wien) über ŽZizeks Interpretation des Christentums, der Subjektivität, dessen Kritik an der Demokratie und dem Kapitalismus und dessen Rezeption in den USA. Gesendet am 25.07.2007
- Bildung und Betriebsvereinbarung
Agnieszka Dzierzbicka ist Universitätsassistentin am Institut für Bildungswissenschaft und arbeitet über den Begriff der Bildung im Rahmen betrieblicher Menschenführung. Hochschulen gehören ja mittlerweile auch in den Wirtschaftszusammenhang. Das Gespräch führt Herbert Hrachovec. Gesendet am 11.07.2007
- Hegel für Zeitgenossinnen?
Die "Phänomenologie des Geistes", erschienen 1807, ist eines der bedeutendsten Werke der deutschsprachigen Philosophie. Th. Auinger und F. Grimmlinger haben zum Jubiläum eine Aufsatzsammlung herausgegeben, die in einer Podiumsdiskussion vorgestellt wurde. Teilnehmerinnen (m/w): Thomas Auinger, Fritz Grimmlinger, Herbert Hrachovec, Konrad Liessmann und Violetta Waibel. Gesendet am 13.06.2007
- Islamische Religionspädagogik
Prof. Aslan leitet die Abteilung für Islamische Religionspädagogik an der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaften der Universität Wien. Dieses in seiner Art weltweit erste Institut bietet ein interdisziplinär ausgerichtetes Masterstudium an, wobei die primäre Zielsetzung in der Ausbildung von LehrerInnen für den islamischen Religionsunterricht an öffentlichen höheren Schulen in Österreich liegt. In dem Gespräch mit Franz Wimmer geht es um den islamischen Religionsunterricht in Österreich und anderen Ländern, um spezifische Fragen der muslimischen Bevölkerung (Verhältnis Sunniten und Schiiten, Gruppierungen innerhalb der Sunna), sowie um die internationale und interdisziplinäre, wie auch interkonfessionelle Verflechtung der islamischen Religionspädagogik in Lehre und Forschung. Gesendet am 18.04.2002
- Vorrang fuer Menschenrechte?
Herbert Hrachovec spricht mit Ridha Chennoufi, Universitaet Tunis, ueber eine These John Rawls. Der US-amerikanische Philosoph verteidigt die Auffassung, dass die Einhaltung der Menschenrechte auch in Entwicklungslaendern Vorrang vor Anstrengungen zur Befoerderung des Lebensstards haben sollte. Gesendet am 04.04.2007
- Orte der Theorieproduktion
Stefan Nowotny im Gespraech mit Hakan Guerses ueber Philosophie, Kunst und politische Praxis. Gesendet am 21.03.2007
- Hegel, Bildung und Betrug
Bildung wird für gewöhnlich positiv gesehen. Thomas Auinger, Lektor am Institut für Philosophie der Universität Wien, entwickelt in einem Gespräch mit Herbert Hrachovec eine provokativere Auffassung. Danach enthält Bildung immer auch Verluste. Gesendet am 26.07.2006.
- Politische Erfahrung
Alice Pechriggl, Klaus Neundlinger und Stefan Nowotny über den Erfahrungsbegriff, der "politischen Erfahrung" bzw. Erfahrungen in diversen Bewegungen, Streiks und stellen sich die Frage nach instituierender und konstituierender Macht, dem Verhältnis zwischen 'Instituierung/Institution und Organisierung/Organisation aus der Perspektive der Erfahrungsreflexion. Gesendet am 31.05.2006
- Web 2.0 und Social Software
Herbert Hrachovec spricht mit Hakan Gürses über die politisch-philosophischen Aspekte der neueren Formate und Anwendungen im Internet. Gesendet am 05.04.2006
- Das Wissensunternehmen
Raimund Hofbauer hat als Nachrichtentechniker und Softwareentwickler in einem international bedeutenden Konzern gearbeitet. Jetzt studiert er Philosophie und spricht mit Herbert Hrachovec und Stefan Köstenbauer über seine Erfahrungen in einem wissensbasierten Unternehmen. Die Affinitäten und Differenzen zu Universitäten werden ausgelotet. Gesendet am 28.12.2005
- Otto Neurath und die Vielen
Die Individuen und das Kollektiv. Quantitäten oder unmessbares Lebensglück? - Überlegungen von Elisabeth Nemeth anlässlich der Konferenz "Otto Neurath's Economics in Context". Gestaltet von Esther Ramharter.
- Universität und Wirtschaft
Max Kothbauer (Vorsitzender des Rates der Universität Wien), Peter Kampits (Dekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft) und Elisabeth Nemeth (Vorständin des Instituts für Philosophie) sprechen über ökonomische Einflüsse auf den gegenwärtigen Universitätsbetrieb. Moderation: Herbert Hrachovec.
- Queer-Theorien
Hakan Guerses spricht mit Gudrun Perko ueber ihr neues Buch "Queer-Theorien. Ethische, politische und logische Dimensionen plural-queeren Denkens". Gesendet am 07.09.2005
- Medien in der österreichische Nationalbibliothek
Ein Gespräch zwischen Alfred Schmidt (wissenschaftlicher Assistent der Generaldirektion) und Herbert Hrachovec über Geschichte und Medienstrategie der Nationalbibliothek. Gesendet am 24.08.2005
- Cyberdiskurse
Susanne Lummerding im Gespräch mit Alice Pechriggl. Cyber-Diskurse, ob als "konsensuale Halluzinationen" oder als realistischere Konstruktionen, sie implizieren Handlungs- und Subjektbegriffe, die umstritten bleiben und philosophisch, kultur- oder medientheoretisch bestenfalls erhellt und systematisiert werden können. Die bloße Unterstellung des diesen Diskursen zugrunde liegenden Phantasmas eines a priori "autonomen, souveränen, transparenten Subjekts" macht die politischen Autonomiebestrebungen, ja den Autonomiebegriff als solchen alles andere als obsolet oder selbstverständlich. Vielmehr geht es einmal mehr um seine problematische aber unumgängliche Aktualisierung im Sinne kollektiver Freiheit zu..., ja wozu? Zur weitestmöglichen demokratischen Gestaltung der nur erst partiell demokratischen Gesellschaft(en) durch deren Sub-jekte. Diese sind größtenteils immer noch dem kapitalistisch-ökonomischen "System" eingefügt und seinen politischen-ökonomischen Eliten sowie Dispositiven unterworfen, das heißt konkret politisch wie auch psychisch und somatisch (und nicht nur transzendentallogisch) fremdbestimmt. Aber eben so sind sie selbst daran beteiligt und damit identifiziert, was die politische und nach wie vor revolutionär zu konzipierende Aufgaben der Befreiung nicht gerade vereinfacht.Lit.: Susanne Lummerding, agency@? Cyberdiskures Subjetkonstituierung und Handlungsfähigkeit im Feld des Politischen, Wien, Böhlau 2005. Gesendet am 10.08.2005
- Kulturentwicklung
Franz Wimmer und Gerald Faschingeder über Kulturentwicklung. Gesendet am 27.07.2005
- Über Logik
Esther Ramharter und Herbert Hrachovec über Logik. Gesendet am 13.07.2005
- Alte neue Medien: Bücher
Sergius Kodera und Rüdiger Wischenbart sprechen mit Herbert Hrachovec über den Fortschritt der digitalen Revolution im Medienbereich -- und warum er größer aussieht, als er wirklich ist. Gesendet am 16.06.2005
- Toleranz zwischen Gerechtigkeit und Sittlichkeit
Im Anschluss an einen Kongress in Wien (März 2005) spricht Herbert Hrachovec mit Univ.Prof. Herlinde Pauer-Studer über den Begriff der Toleranz. In einer Hinsicht sollten die Forderungen nach Toleranz in der staatlichen Rechtsordung verankert werden. Damit - und darin besteht das eigenartige Schillern dieses Begriffes - verwandelt sich allerdings "Toleranz" in eine juridische Kategorie, die einzuklagen ist und nicht mehr moralisch motiviert werden muss. Im Gespräch werden die Konsequenzen dieser "Selbstauflösung" diskutiert. Gesendet am 04.05.2005
- 4+1= ? Vier Frauen und ein Text von Luce Irigaray
Sendung zum internationalen Frauentag 2005. Das Kapitel „Ein Volumen ohne Konturen“ (aus: Luce Irigaray, Speculum de l'autre femme. Paris: 1974) ist Ausgangspunkt eines Gesprächs zwischen Ortrun Hopf, Renate Weberberger, Rosa Costa und Ulrike Kadi über Selbstberührung, über das Begehren der Frau, über Mutter, Flüssigkeit und Gott. Der Kampf gegen die Vorherrschaft des Einen, die Theorie vom Frauentausch und der gegen Irigaray erhobene Essentialismusvorwurf sind gleichfalls Themen der Sendung. Gesendet am 09.03.2005.
- Performance
Richard Heinrich spricht mit der Künstlerin und Philosophin Katherina Zakravsky über 'Performance': Performativität und performance art, Kant, J.L.Austin, Ballett und Sprachphilosophie sind die Themen. Gesendet am 29.12.2004
- Interkulturelle Philosophie: ein Buch, ein Programm
Hakan Guerses spricht mit Franz M. Wimmer ueber dessen Buch "Interkulturelle Philosophie. Eine Einfuehrung", in dem er neben seinem eigenen Ansatz mit dem "Polylog"-Modell auch andere interkulturell orientierte Philosophie-Ansaetze darstellt. Im Gespraech geht Wimmer auf grundlegende Fragen ein wie: Was sind die Ausgangsgruende und -lagen, die Ziele und die derzeitigen Wege des interkulturellen Philosophierens? Was kann unter den Begriffen "kulturell" und "interkulturell" verstanden werden? Welche Moeglichkeiten und Grenzen haben heute dialogische Modelle wie "Polylog", und worin unterscheidet sich dieses von anderen Dialog-Modellen? Gesendet am 15.12.2004
- String-Theorie
Herbert Hrachovec spricht mit Richard Dawid, Physiker und Philosoph, über die "String-Theorie", einen Versuch, die Einsteinsche Relativitätstheorie mit der Quantenphysik zu einer einzigen, umfassenden physikalischen Gesamttheorie zu vereinheitlichen. Gesendet am 03.11.04
- Gott in der Verfassung ?
Der Österreich-Konvent versucht den Wust aus Verfassungsgesetzen, der sich derzeit als Österreichische Bundesverfassung präsentiert, durch ein modernes, knappes, jedem Bürger verständliches und dann hoffentlich auch vertrautes Verfassungsgesetz abzulösen. Diese Bemühung steht im Zusammenhang mit dem Entwurf einer Verfassung der Europäischen Union. In der Öffentlichkeit wird bei beiden Unternehmungen die Frage: " Soll in der geplanten Verfassung auch auf Gott Bezug genommen werden?" heftig diskutiert. Alice Pechriggl diskutiert dazu mit Clemens Jabloner (Präsident des Verwaltungsgerichtshofes und Konventsmitglied). Gesendet am 08.09.04
- Philosophie und Identitätsdiskurse in Marokko
Beschreibung: Franz Wimmer und Prof. Lahkim Bennani Azelarabe über Philosophie und Identitätsdiskurse in Marokko. Prof. Bennani lehrt Philosophie an der Universität Fes. In dem Gespräch geht es zunächst um die Rolle und Aufgabe der akademischen Philosophie in Marokko, um ihr Verhältnis zur modernen europäischen Philosophie und zur arabisch-islamischen Philosophie. Das zweite Thema des Gesprächs betrifft ideologische Diskurse in der marokkanischen Gesellschaft, wobei insbesondere die große Vielfalt an sprachlichen, ethnischen und kulturellen Differenzen angesprochen wird. Gesendet am 27.03.2002
- Initiative 30+
Am Dienstag den 15. 06. 2004 fand eine von der ÖH veranstaltete Tagung zur Initiative 30+ der EU statt. Herbert Hrachovec diskutiert mit Ralf Schallmeiner die Situation in Österreich. Gesendet am 16.06.04
- Gespräch über Cyberscience
Michael Nentwich, der Autor des Buches "Cyberscience" spricht mir Herbert Hrachovec über seine Beobachtungen im Wissenschaftsbetrieb und über die "open archive" Initiative.
- Die Stimme
Richard Heinrich und Brigitte Felderer im Gespräch über deren Forschungsarbeiten über die "Stimme". Gesendet am 21.04.04
- produktive differenzen
Ein gendertheoretisches Webprojekt differenzen.univie.ac.at
Herbert Hrachovec, Anna Babka, Natascha Gruber und Gerald Posselt präsentieren in den Philosophischen Brocken ein webbasiertes Forschungsprojekt aus dem Bereich der Gender Studies. Ziel des Projekts ist die transdisziplinäre Verknüpfung und Kontrastierung zentraler zeitgenössischer Theorieansätze - wie Dekonstruktion und Systemtheorie - mit Blick auf die Konstruktion von Geschlecht. Die Website will Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich machen und eine Orientierungshilfe im Dschungel der Geschlechter(de)konstruktivismen geben. Gesendet am 07.04.04
- Über die Struktur der Uni Wien neu
Herbert Hrachovec diskutiert mit Gerhald Clemenz über die Struktur der Uni Wien neu. Gesendet am 24.03.04
- Mu wie Mutter
Heute ist der 8. März. So beginnt ein Kinderlied aus der ehemaligen DDR. Anlässlich des internationalen Frauentages sprechen Alice Pechriggl, Ulrike Kadi und Vera Pfersmann über die Funktion und die Rolle der Mutter. Gesellschaftliche Vorgaben stehen ebenso zur Diskussion wie individuelle (pathologische) Entwicklungen. Gesendet am 10.03.2004.
- Ist der Ödipuskomplex universell?
Diese Sendung von Ulrike Kadi bringt Teile des gleichnamigen Vortrags des Wiener Psychoanalytikers Georg Gröller (zu finden hier ). Das Zentrum seiner Überlegungen betrifft Gilles Deleuzes und Felix Guattaris Kritik am Ödipuskomplex. Musikausschnitte aus Igor Strawinskys Ödipus Rex. Gesendet am 25.02.2004.
- Wiener Kreis
Herbert Hrachovec, Elisabeth Nemeth und Volker Thurm über das von Volker Thurm herausgegebene Buch: Wien und der Wiener Kreis. Gesendet am 11.02.2004
- Jahresrückblick 2003
Das Team der Philosophischen Brochen mit einem Rüchbick auf ausgewählte Sendungen des vergangenen Jahres. Gesendet am 28.01.2004
- Selbstverständliches und Gewöhnliches
Esther Ramharter und Richard Heinrich über das Selbstverständliche und Gewöhnliche. Gesendet am 14.01.2004
- Platons Höhlengleichnis im Film
Platons Höhlengleichnis (Politeia) ist mittlerweile ein Topos der Filmgeschichte, über dessen Inszenierung ein thematisches wie auch ikonographisches Verweisnetz entstanden ist. In ihrem Gespräch gehen Pechriggl und Ross den strukturalen Analogien und Verkehrungen nach, wie sie in der Auseinandersetzung mit zentralen Topoi im Topos (Allgemeinplatz, Ort) auffindbar sind. Diese Topoi ziehen sich vor ihrer filmischen Darstellung bereits sinnbildlich wie auch begriffslogisch durch die Philosophiegeschichte: „verkehrte Welt“, „wirkliche Welt“, die Vermischung beider, „Überschreiten der Grenzen der Welt, der gemeinsamen Welt, aber auch der eigenen Wahrnehmungswelt“, „die Rolle der mania“ im Zuge dieser Überschreitung und des damit verbundenen Schmerzes, Zwang und Lüge, „Enttäuschung und Wahrheitssuche“, etc. Dabei geht es nicht nur um die Frage nach Konstruktion und Realität, sondern auch um die affektive Bedeutung der double binds, in die uns die dunkle Problematik von „Vorbild und Abbild“, von Idee, Bild und Ikonoklasmus führen. Gesendet am 17.12.2003
- In einem Traum, durch ein Fenster
Eine Unterhaltung über literarische Konstruktion und philosophisches Argumentieren; Textbeispiele vor allem zu verfaelschten Zitaten, entstellenden Nacherzaehlungen, heimtueckischen Paraphrasen aus dem Roman von Richard Heinrich. Er ist in der Edition Roesner
erschienen, detaillierte Information zu dem Buch unter der Adresse: http://meineseite.one.at/edition-roesner/BuchinformationHeinrich.htm
Gesendet am 05.11.2003.
- Deutsche_Technikphilosophie
Herbert Hrachovec im Gespräch mit Wolfgang Pircher über deutsche Technikphilosophie. Gesendet am 22.10.2003.
- Zen-Buddhismus
Ursula Baatz und Michael Shorny sprechen über den Zen-Buddhismus. Gesendet am 25. Oktober 2000.
- Die Bedeutung Hugo Enomyia Lasalles
Michael Shorny spricht mit Ursula Baatz über deren Biographie Hugo Enomyia Lasalles. Gesendet am 6. Juni 2001.
- Science Wars
Ulrike Kadi spricht mit Studierenden über die "science wars". In einem Seminar über Metaphern drehte sich die Diskussion unter anderem um Wörtlichkeit und Bildlichkeit. Zum Thema die Protokolle der Lehrveranstaltung: Metaphern in der Wissenschaftssprache. Gesendet am 16. August 2000.
- Auch Toleranz hat ihre Grenzen
Hans Schelkshorn analysiert das Parteiprogramm der FPÖ, Herbert Hrachovec sympathisiert mit der katholischen Orthodoxie. Gesendet am 28. Februar 2001.
- Die feministische Essentialismusdebatte
Gerda Postl, in New York lehrende österreichische Philosophin, spricht mit Herbert Hrachovec. Deutsche Schlager dienen als Stichwortgeber. Gesendet am 5. Juli 2000.
- Kulturalität und Fremdheit in Ethnologie und Philosophie
Andre Gingrich ist Professor für Ethnologie an der Universität Wien. Franz Wimmer spricht mit ihm über interdisziplinäre Berührungspunkte. Gesendet am 14. März 2001.
- Körperdiskurse der Neuzeit
Sergius Kodera, Helmuth Neundlinger, Thomas Brandstätter im Trio. Gesendet am 25. April 2001.
- Ökologische Philosophie
Graham Parkes lehrt in Hawai, stammt aber aus Schottland. Ein biographischer und landschaftlicher Kontrast. Franz Wimmer ist Gesprächspartner. Gesendet am 23. Mai 2001.
- Bildliche Darstellung (Platon und Bruce Naumann)
Stellen Sie sich vor, sie spielen Golf und sehen einen Hund, der keiner ist. Richard Heinrich und Wolfram Pichler widmen sich dem Problem. Gesendet am 20. Juni 2001.
- Die elektronische Bürgerkarte
Aus dem Überschneidungsbereich von Informatik, Sozialphilosophie und Metaphysik. Denkanstöße anläßlich der Bürgerkarte. Herbert Hrachovec spricht mit Günther Enzi, der an der TU Wien eine Lehrveranstaltung zu diesem Thema organisierte. Die Präsentation H. Hrachovec' zum Bürgerkartenspiel ist verfügbar. Gesendet am 4. Juli 2001.
- Technische Zeichnungen
Wolfgang Pircher im Gespräch mit Richard Heinrich. Er erklärt unter anderem den zeichentheoretischen Hintergrund der in der Schule ungeliebten "darstellenden Geometrie". Gesendet am 26. September 2001.
- Kulturelle Identitäten
Hakan Gürses und Franz Wimmer sprechen über das breite Spektrum des Begriffes "Identität". Gesendet am 24.10. 2001
- Feministische Wissenschaftsphilosophie
Elisabeth Nemeth und Waltraud Ernst diskutieren über feministische Stellungnahmen zur konventionellen Wissenschaftstheorie. Sie sind darüber einig, daß ihr unbekümmerter Objektivitätsanspruch nicht akzeptabel ist. Die Meinungen darüber, wie mit dieser Situation umzugehen ist, gehen auseinander. Gesendet am 2.1.2002.
- Philosophie und Indologie
Seit ihren Anfängen vor 200 Jahren hat die indologische Forschung Texteentdeckt und bearbeitet, die für die Weltgeschichte der Philosophiebedeutsam sind. Dennoch ist die Auseinandersetzung der akademischenPhilosophie damit bis dato weitgehend marginal geblieben. IndischePhilosophie wird an verschwindend wenigen philosophischen Institutenauch nur ansatzweise behandelt. Im Gespräch gehen wir einigen Gründendafür nach und fragen uns auch, welches gegenseitige Interesse heuteIndologie und Philosophie an einander haben könnten. Franz Wimmer spricht mit K. Preisendanz. Gesendet am 19.12.2001
- Medienästhetik
Peter Mahr im Gespräch mit Rremi Brandner über Aristoteles Aesthetik in dessen De Anima und dem in ihr enthaltenen Medienbegriff; mit dem Medium als "Zwischen", "Durch" und "Um"; mit Cavell ueber Film und TV als Kunst bzw. Samuel Weber zur Massenmedienaura; mit John Deweys "Kunst und Erfahrung", dem Intermezzo sowie 3 Medienkunstbegriffen. Gesendet am 13.03.2002
- Gespräch mit Ernst Tugendhat
Elisabeth Nemeth und Herbert Hrachovec sprechen mit Ernst Tugendhat über sein Buch "Aufsätze 1992-2000". Zentrales Themen sind Heidegger, der Naturalismus und die philosophische Anthropologie, wie sie in den gleichzeitig (Ende April 2002) in Wien gehaltenen Vorträgen näher ausgeführt wird.
- Aus der Frühgeschichte der Statistik
Wolfgang Pircher spricht mit Eric Brian:Welche Bedeutung kommt der Statistik während der Aufklärung zu? Welches Verhältnis haben Mathematiker, Geometer und andere Wissenschafter im achtzehnten Jahrhundert zur Verwaltung, zur politischen Macht? Wie lassen sich die Wechselwirkungen zwischen einer mehr und mehr wissenschaftlich geplanten Gesellschaft und einer gesellschaftlich bestimmten Wissenschaft zu dieser Zeit beschreiben? Wir bringen Ausschnitte aus einem Gespräch in welchem unter anderem auch die Unterschiede zwischen Frankreich und Österreich untersucht werden.
- Ist Indiens Säkularismus in Gefahr ?
Prof. Bhatti lehrt deutsche und österreichische Literatur am Centre of German Studies der J.Nehru-Universität in Delhi. In dem Gespräch mit Franz Wimmer geht es um das Selbstverständnis des modernen Indien als eines säkularisierten Staates mit vielfältigen Diversitäten in sprachlicher, religiöser und ethnischer Hinsicht,aber auch um die Gefährdung dieses Säkularismus in jüngerer Zeit. Sie stellen sich auch die Frage, welche Identitätskonzepte - innerindisch, aber auch im Verhältnis zu anderen Regionen Asiens und zum Westen - heute leitend und wie diese zu beurteilen sind. Gesendet am 19.06.2002
- Interview mit Bernhard Waldenfels
Ulrike Kadi und Gerhard Unterthurner führten ein Interview mit Bernhard Waldenfels. Neben Fragen im Anschluss an den Vortrag zum 11. September dreht sich das Gespraech um die phaenomenologischen Grundzuege von Waldenfels Denken. Gesendet am 25.09. 2002
- Aspekte des Revisionismus
Eine Sendung anlässlich der Erscheinung der deutschen Übersetzung des Buches Die Schlächter der Erinnerung. Essais über den Revisionismus, von Pierre Vidal-Naquets, Wien, WUV, 2002. Gesendet am 04.12.2002
- Erfindung der Zentralperspektive und die Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaft
Richard Heinrich spricht mit Leonhard Schmeiser über dessen Buch Die Erfindung der Zentralperspektive und die Entstehung der neuzeitlichen WissenschaftDie Erfindung der Zentralperspektive ist kein Ereignis innerhalb der Geschichte der Malerei, sie greift von Anfang an in architektonische, archäologische und rhetorische Dimensionen aus. Sie ist auch nicht nur ein Beispiel des modernen wissenschaftlichen Geistes, sondern wirkt ursächlich auf seine Herausbildung: Zusammenhänge mit der Astronomie des Kopernikus und Keplers, sowie der Philosophie von Descartes werdexn diskutiert. Gesendet am 01.01.03
- Über Gleichheit
Herbert Hrachovec gestaltet eine Sendung mit Stefan Gosepath und Studierenden in einem Werkstattgespräch über Gleichheit. Sendung vom 15.01.2003
- Das Empire
Sebastian Reinfeldt mit Joachim Hirsch in einem Werkstattgespräch über das Empire"Empire" - das ist für Antonio Negri und Michel Hardt keine Metapher, sondern ein kommender politischer Begriff. Er bezeichnet das Heraufkommen einer flexiblen Ordnungsvorstellung und einer Herrschaftsweise, die den Planeten umspannt. Über das Buch "Empire" und seine praktischen und theoretischen Konsequenzen in den Zeiten des Irakkriegs diskutiert Sebastian Reinfeldt mit Joachim Hirsch (Frankfurt/M.). Dieser ist einer der wenigen undogmatischen Marxisten, die noch an einer Universität in Deutschland lehren und forschen. In dem Gespräch werden einige der theoretischen Hintergründe des Buchs aufgehellt und seine Schwächen und Stärken benannt. Der Irak-Krieg wird dabei weniger als ein singuläres Ereignis gesehen, sondern er markiert den Beginn einer neuen Epoche (und nicht die Geburt der neuen Supermacht USA). Diese Epoche ist gekennzeichnet von Auseinandersetzungen um die Grundlagen der dominanten kapitalistischen Produktionsweise: etwa um die natürlichen Ressourcen, die knapp werden wie: Öl, Wasser und Natur. Ihre politische Form ist noch völlig offen. Momentan überkreuzen sich zwei Logiken, die militärische, in der politische Kräfteverhältnisse gewaltförmig bereinigt werden, und die Logik universeller Menschenrechte, in der es darum geht, diese durch entsprechende Verfahren zu hegen, wobei das Einsetzen dieser Verfahren durchaus mittels Gewalt geschieht.Biuchtipp: Tonio Negri, Michael Hardt, Empire, Frankfurt/M.: 2002: Campus. Gesendet am 09.04.2003
- Den Krieg erklären
Hakan Gürses und Sebastian Reinfeldt befassen sich mit dem Phaenomen "Krieg" aus der Sicht der Politischen Philosophie
- Die Welt besteht aus "Objekten" und ihren Eigenschaften
Der Standard in der Analyse informatischer Sachverhalte und der Entwicklung von Programmen nennt sich "Objektorientierung". Das ist eine Betrachtungsweise, die sich eng an die "natürliche Weltsicht" anschließt. (Die Welt besteht aus "Objekten" und ihren Eigenschaften.) Berührungspunkte mit der Philosophie liegen nahe. Herbert Hrachovec und Michael Luger sprechen über das Verhältnis. Gesendet am 13.08.2003.